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Nachricht vom 02.06.2021    

Wäller Markt schafft Gründung auch ohne Unterstützung des Westerwaldkreises

Die Initiatoren des Wäller-Markt wollen das Projekt trotz der Zuschuss-Absage des Westerwaldkreises weiter vorantreiben. Das Projekt ist dadurch nicht gefährdet. Es wird nur etwas länger dauern bis der Online-Shop ans Netz geht.

Bad Marienberg. Nachdem in der Kreistagssitzung vom 28. Mai der Antrag der SPD-Fraktion, das Projekt Wäller-Markt mit rund 100.000 Euro zu bezuschussen, abgelehnt und der Gegenantrag von CDU, FDP und FWG mehrheitlich angenommen wurde und darüber berichtet wurde, erreichten den Vorstand der Wäller Markt eG eine Reihe von Anfragen von Bürgern sowie von Genossenschafts-Mitgliedern und Unterstützern. Tenor dieser Anfragen war die bange Frage, ob das Projekt nach der Ablehnung eines Zuschusses durch den Westerwaldkreis noch realisiert werden könne.

Vor diesem Hintergrund geben die Vorstände der Wäller Markt eG Andreas Giehl, Volker Wüst sowie der Mitinitiator Wendelin Abresch folgendes Statement ab:
„Die Finanzierung des Projekts Wäller-Markt stellt in der Tat eine große Herausforderung dar. Um die Betreibergesellschaft des digitalen Marktplatzes und die dazugehörige Lieferlogistik solide aufzubauen und zu betreiben, bedarf es professioneller Strukturen eines stabilen finanziellen Fundaments. Zahlreiche beteiligte Einzelhändler und regionale Erzeuger auf einer Vermarktungsplattform zu bringen und dauerhaft zu unterstützen, erfordert entsprechende personelle Ressourcen mit spezialisiertem Knowhow. Schließlich soll ein Marktgebiet von drei Landkreisen mit mehr als 500.000 Einwohnern abgedeckt werden.

In Deutschland existieren zurzeit knapp achtzig digitale Marktplätze mit Shop-Funktionalität. Einige davon sind nur mäßig erfolgreich, weil sie zu kleinräumig angelegt sind, somit ein zu geringes Absatzpotenzial aufweisen und zum Teil unter einer unzureichenden Finanzierung leiden. Für das Projekt Wäller-Markt wurde jedoch mit mehr als zwei Jahren Vorlaufzeit eine umfassende Potenzialanalyse und ein auf fünfeinhalb Jahre ausgelegter Businessplan erstellt. Beide Dokumente wurden von unabhängigen Experten geprüft und als realistisch eingestuft.

Durch die Lockdowns im Einzelhandel haben sich zwischenzeitlich die Rahmenbedingungen für das Onlinegeschäft erheblich verbessert, wie die aktuellen Zahlen des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigen. Demnach waren im Jahr 2020 circa 20 Prozent aller Online-Besteller Online-Erstkunden. Davon wollen mehr als 60 Prozent auch weiterhin online einkaufen. Dies zeigt, dass der Wettbewerbsdruck auf den stationären Einzelhandel auch nach Corona weiter zunehmen wird. Somit sollte der Wäller-Markt als existenzsicherndes Instrument für den heimischen Einzelhandel an Bedeutung gewonnen haben.

„Ein Projekt in der Größenordnung wie es der Wäller-Markt darstellt, kann und darf nicht von einem einzigen Finanzierungbaustein abhängig sein. Insofern bedeutet auch die Verweigerung eines Zuschusses durch den Westerwaldkreis keinesfalls das Aus für das langfristig angelegte Projekt. Auch wenn uns der Beschluss des Kreistages nicht erfreut, so respektieren wir die demokratisch herbeigeführte Entscheidung ausdrücklich. Zusätzlich betonen wir, dass wir überparteilich, unabhängig und einzig im Sinne unserer Region agieren“, erklärt der Vorstand.



Von dreiundzwanzig Verbandsgemeinden in den Landkreisen AK, NR und WW haben bis heute zehn eine finanzielle Zuwendung beschlossen, weitere sind noch in der Entscheidungsfindung. „Nach unserer Kenntnis haben dabei Akteure aller Parteien an den Zuwendungsbeschlüssen mitgewirkt. Vor diesem Hintergrund sehen wir einen möglichen Parteienstreit über dieses für den Westerwald wichtige Zukunftsprojekt eher als kontraproduktiv an. Wir nehmen wahr, dass sich politische Akteure unterschiedlich stark engagieren, sehen dies aber als vollkommen normales Verhalten beim Umgang mit Innovationen an. Unser besonderer Dank gilt den Unterstützern aus der Politik, die unser Projekt bereits von Beginn an positiv begleitet haben und uns bis heute tatkräftig unterstützen. Auch hier stellen wir fest, dass namhafte Akteure beider großen Parteien den Wäller-Markt im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten fördern“, erklärt Andreas Giehl.

Auch eine Reihe von regionalen Unternehmen und Banken haben sich zum Projekt Wäller-Markt bekannt und unterschiedliche finanzielle Zuwendungen geleistet, ob als Werbekostenzuschuss oder als Erwerb von Genossenschaftsanteilen. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass von den bislang gewonnenen 213 Genossenschaftsmitgliedern mehr als die Hälfte Bürgerinnen und Bürger sind, die zum Teil der Wäller Markt eG als investierende Mitglieder vierstellige Summen investiert haben.

„Alles in Allem sind wir sehr zuversichtlich, dass wir aus der Kombination mehrerer Finanzierungsbausteine in den kommenden Wochen die erforderliche Gesamtfinanzierung vollständig darstellen werden. Allen, die noch über eine Mitgliedschaft in der Wäller Markt eG nachdenken, geben wir die wichtige Information auf den Weg, dass jeder zugesagte Mitgliedsbeitrag erst dann angefordert wird, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist. Wir freuen uns über jedes weitere Engagement aus der Region – ganz im Sinne von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seinem Motto: Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele…“, heißt es abschließend.

Alle Informationen sowie die Beitrittsformulare sind auf der Website verfügbar: www.waellermarkt.de.



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