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Nachricht vom 13.12.2021    

Maxwäll Energie: 2000-Euro-Spende fließt über Altenkirchen ins Ahrtal

Die Flutkatastrophe im Ahrtal liegt Monate zurück, aber noch immer wird Hilfe vor Ort dringend benötigt. Zum Glück ist auch im Westerwald die Spendenbereitschaft nach wie vor vorhanden. Die Maxwäll-Energie-Genossenschaft stellt sich mit 2000 Euro in den Dienst der guten Sache.

Friedrich Hagemann (links) überreichte Fred Jüngerich den symbolischen Scheck. (Foto: vh)

Altenkirchen. Die Bilder und Filmsequenzen von der Flutkatastrophe im Ahrtal, die in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli Tod und Verderben brachte, bestimmen in diesen Tagen zahlreiche Jahresrückblicke und verfestigen sich erneut in vielen Köpfen. So bleibt auch die Spendenbereitschaft ein aktuelles Thema. Friedrich Hagemann, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Maxwäll-Energie-Genossenschaft, überreichte einen symbolischen 2000-Euro-Scheck an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld, Fred Jüngerich. Das Geld soll in die Neuausstattung des Kinderspielplatzes im Hönniger Ortsteil Liers fließen. Es stammt aus dem jährlich aus Gewinnen zu füllenden Fördertopf in Höhe von 5000 Euro, der vor dem Hintergrund des Geschehens in jenen unheilvollen Stunden Mitte des Jahres dank eines Beschlusses der Generalversammlung verdoppelt worden war.

Ein kleiner Trick
Da der lokale Energieerzeuger aber laut eigener Satzung nur an Institutionen in seinem „Einzugsgebiet“ finanzielle Unterstützungen auszahlen darf, wurde per kleinem Trick der Bauhof der VG Altenkirchen-Flammersfeld als „Empfänger“ und „Weiterleiter“ auserkoren - vor diesem Hintergrund: Ein Teil der kommunalen Mitarbeiter hatte unmittelbar nach der Tragödie für rund vier Wochen und „am Stück“ ehrenamtlich bei den ersten Aufräumarbeiten geholfen. Bauhof-Leiter Hubert Utsch sei, so Jüngerich, der Initiator und Organisator gewesen, der selbst jeden Tag vor Ort gewesen sei. „Es ist außergewöhnlich, was dort geleistet wurde“, blickte Jüngerich zurück, „die Männer sind einfach mit den Gerätschaften losgefahren, täglich mit allem gependelt, um zu helfen, während die Arbeit hier zurückgestellt wurde.“ Die Zuwendung sei eine gute Sache, ein kleiner Baustein, der Großes bewirke. Die Idee, die Flutopfer zu unterstützen, ging auf Jürgen Salowsky zurück, den Fraktionsvorsitzenden im Rat der VG Altenkirchen-Flammersfeld.

Freundschaftliche Beziehungen
Inzwischen bestehen sehr enge, zum Teil auch freundschaftliche Verbindungen zwischen der Gemeinde in der VG Altenahr und der fusionierten VG im südlichen Teil des Kreises Altenkirchen, wie Jüngerich weiter darstellte, und ganz speziell zu Ralf Minwegen, dem Ortsvorsteher. Er führte diese Tatsache unter anderem auf einen Info-Punkt zurück, den die Landesregierung in Liers/Hönningen (und darüber hinaus an weiteren Orten im Katastrophengebiet) eingerichtet hatte, um der Bevölkerung Ansprechstellen für administrative Angelegenheiten zu bieten, ohne dass sie weite Wege in Kauf nehmen musste. Und eben jene Auskunftsstelle wurde von Mitarbeitern der Rathäuser in Altenkirchen und Flammersfeld sowie von Feuerwehrleuten der neun Löschzüge betrieben. Jüngerich selbst hatte zudem seiner Amtskollegin Cornelia Weigand den Erlös eines Spendenlaufs, der im August in Altenkirchen ausgetragen worden war, überreicht.

Hilfe für jenseits des Rheins
„Im Westerwald hat sich eine Vielfalt von Initiativen gebildet, die Hilfe jenseits des Rheins leisten wollen und deren Arbeit einer Unterstützung bedarf“, stellte Hagemann weiterhin fest. So habe sich der Verein „Wäller helfen“, ein Netzwerk für Nachbarschaftshilfe aus Westerburg, diese Variante einfallen lassen: Die Mitglieder fragen regelmäßig bei öffentlichen Stellen im Ahrtal an, wo der Schuh drückt. Dann beschaffen sie das Benötigte und liefern es vor Ort aus. „Das kann für Fahrräder oder Radiatoren draufgehen, aber auch für Lebensmittel“, beschrieb der Vereinsvorsitzende Björn Flick. 120.000 Euro sind als Sachgaben ins Ahrtal gebracht worden – für Maxwäll ein Anlass, den Verein mit 1500 Euro zu unterstützen.




Viele der Menschen im Ahrtal, so Hagemann, seien als Folge des Hochwassers noch immer traumatisiert. Zur Bewältigung des Traumas hat sich, gefördert vom Kulturwerk Rheinland-Pfalz, eine Künstlerinitiative „AHRt“ gebildet, die eine Wanderausstellung zusammenstellen wird, um die leidvollen Erfahrungen der Zerstörung aufzuarbeiten. So steuert Maxwäll zur „Geburt“ dieser Show 1000 Euro bei. Darüber hinaus sponsert die Genossenschaft das Westerwälder Initiativen und Betriebe Netz (WIBeN). Handwerker dieses Zusammenschlusses fahren ins Ahrtal, um vor Ort mit anzupacken. Damit die Einzelnen nicht allzu sehr zubuttern müssen, bildete WIBeN einen Reisekostenfond, der mit 500 Euro aufgefüllt wurde.

Zuwendungen blieben in der Region
Je 1000 Euro erhielten das Haus Felsenkeller (Altenkirchen), das sein Außengelände für umweltpädagogische Zwecke neugestalten wird, und die Jugendkunstschule (Altenkirchen), die Arbeitsmittel beschafft, um einen weiteren Platz für einen Praktikanten zu ermöglichen. Der Verein „Wäller helfen“ wurde sogar ein zweites Mal bedacht; außer der Ahrtal-Hilfe gab es auch eine Zuwendung für seine als Klimaschutzprojekt gedachte Baumpflanzaktion in den drei rheinland-pfälzischen Westerwaldkreisen. Über eine Subvention freute sich auch das Repair-Café des Kulturwerks Wissen für die Anschaffung von Werkzeug für die Idee, Gerätschaften zu erhalten statt sie wegzuwerfen. Die Ortsgemeinde Boden bei Montabaur wurde für die Anlegung einer Wildblumenwiese im Rahmen eines kommunalen Mehrgenerationenprojekts mit einer Geldprämie ausgezeichnet. Eine Förderung bekam ebenfalls der Verein Backes aus Selters für sein Angebot „Mama lernt Deutsch“, bei dem lange in Deutschland lebende Migrantinnen Unterricht in der deutschen Sprache erteilt wird. Schließlich wurde auch das Kulturbüro Rheinland-Pfalz für seine gelungene Aktion seines sommerlichen Veranstaltungszelts auf der Altenkirchener „Glockenspitze“ als Open-Air-Bühne in Corona-Zeiten prämiert.

Unternehmen in Bürgerhand
Die Maxwäll-Energie-Genossenschaft eG ist ein Unternehmen in Bürgerhand in der Region Westerwald – ganz in der Tradition von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch. Sie ist, so die eigene Homepage, der festen Überzeugung, dass Energie-Erzeugung aus erneuerbaren Quellen sowie Effizienzsteigerung und Einsparung die Schlüssel sind im Kampf gegen den von Menschen verursachten Klimawandel. „Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass Energie als einer der bedeutendsten Bereiche der ,Gemeinwohl-Daseinsfürsorge‘ in Bürgerhand gehört, um unabhängig zu werden von Interessen großer Konzerne“, heißt es weiter auf der Online-Präsenz. Inzwischen sind über 400 Menschen, Unternehmen und Vereine aus der gesamten Region Westerwald Mitglieder und somit Eigentümer der Genossenschaft. Unter anderem betreibt Maxwäll in der Region mehrere Solarparks. (vh)


Spendenkonto: Verbandsgemeinde Altenahr für Ortsgemeinde Hönningen; Kreissparkasse Ahrweiler IBAN: DE45 5775 1310 0000 2000 30; Verwendungszweck: Fluthilfe OG Hönningen – Spielplatz OT Liers


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