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Nachricht vom 21.03.2011    

Kanzlerin Angela Merkel beschwor den Wechsel

Zum ersten Mal in der Geschichte des Landkreises Altenkirchen kam ein amtierender Regierungschef nach Betzdorf. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel leistete Wahlkampfhilfe für die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner und die Landtagskandidaten. Sie forderte den Wandel im Land vor rund 1200 Menschen in der Halle und weiteren mehr als 300 Zuhörern vor der Halle.

Empfang in der Betzdorfer Stadthalle für Kanzlerin Angela Merkel, und CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner (links) durch Dr. Josef Rosenbauer. Fotos: anna/Wienand(2)

Betzdorf. Rund 1200 Menschen durften aus Sicherheitsgründen in die Betzdorfer Stadthalle, sie konnten die Kanzlerin live erleben. Rund 300 konnten vor der Stadthalle zumindest den Originalton der Ansprachen hören. Die Bundeskanzlerin in Betzdorf – ein Ereignis, das große Herausforderungen an Organisatoren und auch an die Sicherheitskräfte stellte. Knapp 13 Minuten nach Öffnung der Türen war die Halle gespickt voll – und der Sauerstoffmangel nahm zu.
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wurde von Dr. Josef Rosenbauer empfangen, zusammen mit der Spitzenkandidatin der CDU. Julia Klöckner. Es war Wahlkampf par excellence, was die Menschen erlebten und Merkel ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie deshalb nach Betzdorf gekommen war. Ihr Appell galt dann auch den Anwesenden, möglichst jetzt den Wechsel in Rheinland-Pfalz mit der Wahl herbeizuführen. „Ich möchte wieder nach Rheinland-Pfalz kommen, und dann eine CDU-Ministerpräsidentin begrüßen, geben sie Julia Klöckner ihre Stimme“, so Merkel zum Schluss ihrer Rede unter einem Riesenapplaus der Anhängerschaft.
Zuvor war die Kanzlerin auf die allgemeinen Themen der Politik eingegangen. Die Montagsdemonstranten hatte sie sehr wohl bemerkt und ging auch auf die Welt nach der Katastrophe ein. „Jeder Einzelne muss etwas aus dem Geschehen in Japan lernen, wir brauchen auch wieder deutlich mehr Demut vor der Natur“, so Merkel. Die Transparente zum Abschalten der AKWs, kurzzeitig in der Halle entrollt, wurden von der Regierungschefin dahingehend kommentiert, dass man sich nicht in die eigene Tasche lügen dürfe. Die Kernernergie sei eine Brückentechnologie, man müsse fragen, wie lang die Brücke sei. „Wir tun uns keinen Gefallen, hier im Land die AkWs abzuschalten, und den Strom dann aus Frankreich oder Schweden teuer einzukaufen“, sagte Merkel und verteidigte die Entscheidung, die sieben ältesten Kernreaktoren für drei Monate abgeschaltet zu haben.
Wir brauchen bei allen anstehenden Entscheidungen auch Redlichkeit in der Politik und einen Ausstieg mit Augenmaß“, so die Kanzlerin. Der Ausbau der erneuerbaren Energien komme nicht von allein, es bedürfe des Ausbaus neuer Hochspannungsleitungen und neuer Netze. Die jetzige Generation habe die Pflicht, die Energiewende einzuleiten, auch die CDU habe die Lektion gelernt, die aus Japan entstanden sei.
„Beck hat Dreck am Stecken“, sagte Merkel und zählte eine Reihe von Dingen auf, die sie mit einem Papier des rheinlandpfälzischen Landesrechnungshofes belegte. 400 Millionen Euro am Nürburgring seien versandet und bei den Schulden des Landes sei ein Trendwende nicht erkennbar. Das las sie unter anderem aus dem Bericht vor. Merkel ging auf das vielbeschworene Rückgrat der Gesellschaft ein, den Mittelstand. Und genügend Mittelständler waren in der Halle, die bei der Forderung der Kanzlerin „Leistung muss sich wieder lohnen“, heftig applaudierten. Auch die Kommunalpolitik müsse mehr gestärkt werden, hier sei die Vielfalt die Stärke. „Das Schwere an der Kommunalpolitik ist es, dass der Bürgermeister oder Stadtrat direkt abgestraft werden kann, das ist in der großen Politik anders“, führte sie aus. „Reden sie mit ihren Freunden und Nachbarn über die Wahlen, führen sie Gespräche zuhause und geben sie Julia Klöckner ihre Stimme und ihren Landtagskandidaten“, sagte Merkel und ihr galten dann die stehenden Ovationen. Dr. Josef Rosenbauer dankte für die Unterstützung, es folgte die Nationalhymne.
Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte vor Merkel ihre Ansprache gehalten. Sie forderte nach 20 Jahren den Wechsel in Rheinland-Pfalz. „Wir brauchen dringend eine andere Politik in Rheinland-Pfalz, wir verteilen nicht nach Gutsherrenart Fördermittel und wir machen keine Wahlversprechen, die wir nicht halten können“, so die Spitzenkandidatin. Zukunft sei nur durch den Zusammenhalt möglich, und Politik müsse man mit dem Menschen machen. "Am 27. März werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt, gehen sie wählen, stellen sie die Politik in diesem Land um", so ihr Appell.
Den Empfang und die Kundgebung der CDU war musikalisch von der Betzdorfer Stadtkapelle unter Leitung von Thomas Nolden und dem jungen Chor „Haste Töne“ unter der Leitung von Markus Neuroth begleitet worden. Die qualvolle Enge und der mangelnde Sauerstoff in der Stadthalle ließ die Gäste schnell zum Ausgang strömen. Dass man im nördlichen Rheinland-Pfalz und vor allem im Landkreis Altenkirchen eine der größten Hallen zur Verfügung hat, wo deutlich mehr Menschen die Kanzlerin hätten erleben können, scheint den Veranstaltern bislang entgangen zu sein. (hw)



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