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Pressemitteilung vom 22.03.2022    

Friedens- und Gedenkgottesdienst in St. Hubertus in Rennerod

Mit einem Gedenk- und Trauergottesdienst gedachten Gläubige der
34 Toten, die bei einem Bombenangriff am 16. März 1945 ums Leben kamen. Zugleich zog Pfarrer Achim Sahl Parallelen zur aktuellen Situation, denn es herrscht wieder Krieg in Europa. Den Kriegsopfern wurde ein Friedensgebet gewidmet.

Den Requiemgottesdienst für die Opfer des Bombenangriffs 1945 auf Rennerod leitete Pfarrer Achim Sahl. (Foto: Willi Simon)

Rennerod. Exakt 77 Jahre nach dem Bombenangriff wurde der 34 Toten in einem Requiemgottesdienst gedacht, der gleichzeitig auch als Mahnung und Friedensbotschaft ausgelegt war. Vorgeschaltet war ein Friedensgebet auf dem St.-Hubertus-Platz in Rennerod.

Friedensgebet auf dem St.-Hubertus-Platz
In einer ökumenischen Initiative der katholischen Kirchgemeinde und der evangelischen Kirche in Rennerod hatten beide Konfessionen zu einem Friedensgebet auf dem St.-Hubertus-Platz in Rennerod aufgerufen. Obgleich kurzfristig angesetzt, versammelten sich rund 150 Besucher auf dem Hubertusplatz. Vertreter der beiden Kirchen wechselten in Gebet und Vorträgen einander ab.

Stadtbürgermeister Raimund Scharwat sprach in seiner Begrüßung, dass seit dem 22. Februar Krieg in Europa herrsche. 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stehe man fassungslos vor einer Umkehr des politischen Handelns, wo nunmehr Gewalt herrsche. Mit der Invasion habe der russische Präsident Putin nicht nur eine geopolitische, sondern auch eine humanitäre Katastrophe ausgelöst.
Die Kriegshandlungen der russischen Armee mache die Versammelten fassungslos und tieftraurig.

Der Stadtbürgermeister dankte der ökumenischen Initiative der beiden Pfarreien, die bewusst den 16. März für ihre Friedensaktion geplant hätten. Am 16. März 1945 wurde Rennerod durch einen Bombenhagel in großen Teil zerstört. Mit Gebeten, Texten und Psalmen regten Arnd Riebel, Daniel Lauer und Pfarrvikar Carsten vom ökumenischen Team zum Nachdenken an. In die Fürbitten schlossen Pfarrer Axel Elsenbast und Maja Illig alles ein, was in diesen Tagen bewegt: "Unser Gott, hilflos stehen wir vor dir und rufen dich um deinen Beistand an".

Gisela Müller und Franz-Josef Pitton sprachen das Freiheitsgebet der UNO, das vom Sieg über die Tyrannen spricht. Nach einer Schweigeminute beteten alle gemeinsam das "Vater unser". Anschließend erteilten die beiden evangelischen Geistlichen sowie Pfarrer Achim Sahl den Segen über die Anwesenden.

Zwischen den Beiträgen standen musikalische Einspielungen von Daniel Beul:
"Wo Menschen sich vergessen, da berühren sich Himmel und Erde", ein
"Halleluja-Song für die Ukraine" sowie die "Europahymne", zu der Franz-Josef Pitton begleitende Worte sprach: "Die Europahymne ist symbolisch zu verstehen für das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Europäer".



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Gedenkengottesdienst für die Opfer des Zweiten Weltkriegs
Auch Pfarrer Achim Sahl wählte in seiner Begrüßung deutliche Worte: "Nach 77 Jahren herrscht wieder Krieg in Europa, der von langer Hand vorbereitet ist. Das geht zurück bis zum 30. Januar 1933, als in Deutschland die Nationalsozialisten durch Lüge, Propaganda und Einschüchterung die Macht ergriffen. Zehn Jahre später starben 200.000 Soldaten in der Schlacht um Stalingrad. 50 Millionen Tote gab es im
Zweiten Weltkrieg." Davon seien 39 Unbeteiligte (fünf Personen starben später an den Folgen des Bombenangriffs) in Rennerod dem Krieg zum Opfer gefallen. Diese Einzelschicksale bezeichnet der Pfarrer als "grausam".

Sahl zog damit Parallelen zu der russischen Invasion auf die Ukraine: "Wir nehmen die Zukunft mit ins Gebet. Wir wenden uns an Gott, wenn wir nicht mehr weiterwissen und bitten den Herrn um Beistand, Halt und Trost für alle, die in diesem Krieg in der Ukraine betroffen sind", mahnte Pfarrer Sahl.

Lektor Arnd Riebel las aus der Pfarrchronik von Friedrich Bellm, der von 1937 bis 1950 Pfarrer in Rennerod war. Bellm hatte wegen eines Versehganges in Neustadt den Bombenangriff nicht direkt miterlebt. Er berichtet von dem, was ihn bei seiner Rückkehr in Rennerod an Toten und Zerstörung erwartete und vom weiteren Ablauf der folgenden Tage. Selbst die Beisetzung der Toten in einem Massengrab wurde in Teilen noch zu einer Nazi-Propaganda.

Im rechten Winkel zum Altar waren zwei Kerzenständer aufgestellt. Pfarrer Sahl verlas die Namen der Opfer beim Bombenangriff, Ursula Jansen und Andrea Zammert steckten für jedes Opfer eine Kerze auf. Stille herrschte im Gotteshaus in Anbetracht dieser Aktion. Im Schlusslied kam das zum Ausdruck, was alle wünschen: "Herr, gib uns deinen Frieden". Diesem Verlangen schloss sich Pfarrer Sahl an: "Wir beten für alle, die sich für den Frieden einsetzen". (PM)


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