Werbung

Nachricht vom 23.03.2022    

Kettenhausen: Fuchs machte sich an Kalb zu schaffen

Die Aufregung war groß: War ein Wolf für den Tod eines gerade erst geborenen Kalbes in Kettenhausen verantwortlich? Nunmehr ist die Frage beantwortet: Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz überführte einen Fuchs als Verantwortlichen für eine große Bisswunde.

Dieser Kadaver wurde in der Landesuntersuchungsanstalt in Koblenz begutachtet. (Foto: Archiv vh)

Kettenhausen. Samstag, 5. März, am frühen Nachmittag: Michael Kirchner von Landesforsten Rheinland-Pfalz und Moritz Schmitt (Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz) nehmen an einem eingezäunten Freilauf eines landwirtschaftlichen Betriebes in Kettenhausen DNA-Proben von einem toten Kalb. Das Tier ist nur wenige Stunden zuvor geboren worden und weist Bissverletzungen in der Anogenitalregion auf, die die beiden Fachleute sehr intensiv begutachten, ehe sie den Kadaver in einem Leichensack mitnehmen, damit Mitarbeiter im Koblenzer Landesuntersuchungsamt (LUA) dem „Täter“ auf die Spur kommen sollen, während parallel im Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik die DNA aus der großen Wunde ausgewertet wird.

Tier ist geschwächt
Eine erste Spekulation, ein Wolf komme für den Angriff auf das Neugeborene in Frage, erweist sich zweieinhalb Wochen später als falsch. Wie das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO) bei der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz in Trippstadt mitteilt, ergeben die DNA-Abstriche als Ergebnis „Fuchs". Darüber hinaus hatte „das Kalb Entzündungen in den Bronchien und den Lungenbläschen infolge der Einatmung von Fremdmaterial“. Ferner habe es keine Nahrung aufgenommen. Vermutlich sei das Tier, nach Sektionsbericht des LUA, zum Zeitpunkt des Übergriffs bereits geschwächt und festliegend gewesen. „Die Bissverletzungen der Anogenitalregion erfolgten, während das Tier noch lebte“, heißt es weiter. Die Sektion des Tierkörpers habe keinen Hinweis auf Wolf erbracht, und „die Beteiligung eines Wolfes an dem Fall wird vom Landesuntersuchungsamt als unwahrscheinlich bewertet“, wird weiter in der Darstellung ausgeführt.



Fuchs tappt in Fotofalle
In der Nacht nach dem Übergriff sei unmittelbar an der Fundstelle des getöteten Kalbes und im Stalltrakt, wo das Kalb ursprünglich gehältert worden war, ein Fuchs mittels Fotofallen nachgewiesen worden. „Durch die eingesetzten Fotofallen konnten nach dem Rissereignis keine Nachweise oder Hinweise auf einen Wolf erbracht werden. In der abschließenden Gesamtbetrachtung dieses Falls konnten keine Hinweise auf die Beteiligung eines Wolfes festgestellt werden“, lautet das Fazit des KLUWO. (vh)

Lesen Sie auch:
Kettenhausen: Tod eines Kalbes gibt zunächst einmal Rätsel auf


Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Neues Wohnprojekt in Montabaur: Barrierefreie Wohnungen entstehen

In der Hospitalstraße in Montabaur wird ein neues Bauprojekt realisiert, das dringend benötigten Wohnraum ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Niederelbert: Baugebiet "Im Herberg II" erfolgreich erschlossen

Die Erschließung des Neubaugebiets "Im Herberg II" in Niederelbert ist abgeschlossen. Auf 45 neuen Bauplätzen ...

Tafel Koblenz: Wefelscheid lobt Engagement und schlägt Integrationsprojekt vor

Bei einem Besuch der Tafel Koblenz informierte sich der Landtagsabgeordnete Stephan Wefelscheid über ...

Themenvorschläge, Hinweise, Wünsche: Was möchten Sie bei den Kurieren lesen?

In unserer Region - Ihrer Heimat! - passieren oft Dinge, von denen wir als Redaktion nicht zwangsläufig ...

Weitere Artikel


Westerwälder Rezepte: Omas echte und falsche Markklößchen

Die traditionelle Vorspeise für ein Festtagsmahl ist eine Suppe mit Markklößchen, mal als Einlage in ...

Forderung der "DSTG Rheinland-Pfalz": Schneller finanzieller Ausgleich bei Dienstfahrten

Die "DSTG Rheinland-Pfalz" fordert aufgrund der derzeit hohen Kraftstoffpreise die im Außendienst der ...

Westerwaldkreis: Bundeswehr beendet Dienst im Gesundheitsamt

Seit Ende 2020 waren die Bundeswehrkräfte im Westerwaldkreis im Einsatz und unterstützten die Arbeit ...

Feuerwehr Nistertal übte für den Ernstfall: Brand eines Elektrofahrzeugs nachgestellt

Feuerwehrkräfte müssen auf vieles vorbereitet sein - auch auf nicht unbedingt alltägliche Ereignisse ...

VG Höhr-Grenzhausen: Weiterer Verhandlungstermin wegen sexuellen Missbrauchs am Landgericht

Angeklagt ist ein 28-jähriger Mann mit somalischer Staatsbürgerschaft, der sich im August 2021 in der ...

Verein Wäller Helfen startet Aktion "Wir Forsten Auf"

Zwar spät, aber noch pünktlich zum Tag des Waldes startet der Verein "Wäller Helfen" erneut die Aktion ...

Werbung