Werbung

Pressemitteilung vom 13.04.2022    

Forum Soziale Gerechtigkeit: Soziale Lage wird in Krisenzeiten schwieriger

Als Auswirkung des Ukraine-Kriegs zeichnen sich schon jetzt weitreichende soziale Folgen ab - die auch im Westerwald spürbar sein und zu Veränderungen führen werden. Dazu kommen die nicht enden wollende Pandemie und die Auswirkungen des dramatischen Klimawandels

Auch Menschen mit Behinderungen sollen weiterhin bei den Aktivitäten für soziale Gerechtigkeit im Westerwald nicht zu kurz kommen – hier bei einem Besuch der Zweigstelle Rotenhain der Caritaswerkstätten mit dem Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch. (Foto: Forum Soziale Gerechtigkeit)

Westerwaldkreis. Nach zwei Jahren Pandemiepause will das “Forum Soziale Gerechtigkeit“ deshalb jetzt wieder aktiv werden und sich mit dem Thema beschäftigen. Auftakt ist am Donnerstag, dem 21. Juli, um 18 Uhr mit einer Veranstaltung zum Thema “Forum Soziale Gerechtigkeit 2.0 – wie kann es nach Krieg und Corona im Westerwald weitergehen?“ Das Treffen findet im Pfarrheim in Niederelbert (neben der Kirche, Kirchstrasse 3, 56412 Niederelbert, Parkplätze am Friedhof) statt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Mitveranstalter ist die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Westerwald – Rhein-Lahn.

An dem Abend wird zunächst Dr. Georg Poell als Leiter der KEB darstellen, was die Katholische Soziallehre zum Thema soziale Gerechtigkeit meint. Über die Planungen der Berliner Ampelkoalition berichtet dann das heimische Mitglied im Bundestag (MdB) Dr. Tanja Machalet, die auch dem “Sozialausschuss“ des Bundestages angehört. Einen Rückblick über die vielfältigen Aktivitäten des Forums Soziale Gerechtigkeit bis zum Beginn der Pandemie gibt dessen Sprecher Uli Schmidt. Gemeinsam soll dann überlegt werden, wie der Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit in der Region künftig gestaltet werden kann. Auch ein Folgetreffen soll vereinbart werden.

Durch Kriegsfolgen spitzt sich die soziale Lage im Westerwald weiter zu
Bereits vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine war die Preissituation auf den Energiemärkten angespannt. Seitdem hat sie sich noch einmal deutlich zugespitzt. Auch die Lebensmittelpreise waren bereits vor Ausbruch des Krieges auf einem hohen Niveau und steigen weiter. Die Verteuerung von Energie (insbesondere für Strom, Mobilität und zum Heizen) und von Konsumgütern (beispielsweise auch Nahrungsmittel) wird aufseiten der privaten Haushalte zu einer Verringerung der Kaufkraft und sozialen Problemlagen führen. Besonders betroffen dürften vor allem Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen sein, die eine hohe Konsumquote aufweisen. Einkommensschwächere Haushalte sind sozial am stärksten belastet, da bei diesen unter anderem der Anteil der Wohn-, Energie- und Nahrungsmittelkosten am verfügbaren Einkommen am höchsten ist.



Neben der Preiserhöhung in unterschiedlichen elementaren Bereichen wird die weiter steigende Anzahl an Geflüchteten aus der Ukraine Einfluss auf die soziale Situation im Westerwald haben. Obwohl viele Ukrainer angeben, möglichst schnell wieder in ihr Land zurückkehren zu wollen, ist davon auszugehen, dass sie zumindest kurzfristig nicht in ihre Heimat zurückgehen können. Vor diesem Hintergrund muss bereits jetzt über eine möglichst gute Integration und soziale Versorgung nachgedacht werden. Dazu gehört die Integration in den Arbeitsmarkt, genauso wie in Schulen, Kindergärten und in ein soziales Umfeld (Wohnung, Sportvereine und vieles mehr). Auch medizinische Versorgungsstrukturen sind elementar für die Geflüchteten. Die Lage auf dem aktuell bereits angespannten Wohnungsmarkt wird sich durch die wachsende Zahl von Geflüchteten weiter verschärfen. Um die Herausforderungen der Beratung, Versorgung und Unterstützung der Geflüchteten zu gewährleisten, muss auch die sogenannte soziale Infrastruktur im Westerwald gestärkt werden.

Ein starkes soziales Netzwerk ist jetzt wichtig – dazu braucht es Engagierte
Im Ergebnis stehen wir in unserer Region bei den sozialen Entwicklungen vor vielfältigen Herausforderungen. Dabei droht die Spaltung der Gesellschaft weiter zuzunehmen und als Folge bleibt die soziale Gerechtigkeit immer mehr auf der Strecke. Da ist für die vielen sozial engagierten Menschen, Einrichtungen, Vereine und Wohlfahrtsverbände bei uns im Westerwald ein starkes Netzwerk wie das “Forum Soziale Gerechtigkeit“ sehr nützlich. Nach der durch die Coronapandemie erzwungenen Pause ist das Treffen am 14. Juli eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll und wie eine Organisation wie das Forum auch in dieser schwierigen Zeit zu mehr soziale Gerechtigkeit in der Region beitragen kann. Vorschläge und Kooperationsangebote dafür sind willkommen. Wer das Forum soziale Gerechtigkeit stärken und sich eventuell engagieren will, ist herzlich eingeladen.

Weitere Infos und Anmeldung (bis zum 11. Juli) bei Dr. Georg Poell (g.poell@bistumlimburg.de) oder Uli Schmidt (uli@kleinkunst-mons-tabor.de). (PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Mehr dazu:   Veranstaltungen heute im Westerwald  
Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Jugendbildungsfahrt: Berlin ruft die Jugend

Die Kreisjugendpflegen Neuwied und Altenkirchen laden Jugendliche ab 14 Jahren zu einer besonderen Reise ...

Frühjahrsputz im Westerwald: Aktion "Saubere Landschaft" startet

Am 12. April wird die jährliche Umweltaktion "Saubere Landschaft" im Westerwaldkreis wieder aufgenommen. ...

Steven Wink wird neuer Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion

Die FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz hat Steven Wink am 2. April einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden ...

Startschuss für die 24. Westerwälder Literaturtage mit Maxim Leo

Am 23. April beginnt im Kino Cinexx in Hachenburg eine neue Saison der Westerwälder Literaturtage. Unter ...

Saisonstart beim b-05 Kunst-Kultur-Natur e.V.: Ein vielfältiges Programm

Der b-05 Kunst-Kultur-Natur e.V. hat trotz der kürzlich erfolgten Vorstandsneuwahl ein spannendes Programm ...

Krötenwanderung: Raser bringen Tiere und Menschen in Gefahr

Es ist wieder die Zeit des Jahres, in denen die Kröten unterwegs sind - und dabei zum Teil auch viel ...

Weitere Artikel


Westerwälder Rezepte: Einfache Brennnessel-Suppe mit Knoblauch-Croûtons

Fast kostenlos ist die Brennnessel-Suppe, weil man die jungen Nesselblätter selbst sammelt, natürlich ...

Hof Scheffen in Hattert lädt zur Eselwanderung in die Feldflur

Der Landwirt Axel Scheffen lädt gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Westerwald für Sonntag, den 24. ...

Neue Bezirksschornsteinfeger im Amt

Wie die Ordnungsbehörde der Kreisverwaltung mitteilt, hat es zum Beginn des Jahres im Bereich der Schornsteinfegerinnung ...

Aktualisiert: Schwerer Unfall auf L 307 bei Ransbach-Baumbach (Video)

Am frühen Morgen kam es auf der L 307 zu einem schweren Verkehrsunfall auf Höhe der Gewerbegebiete Rohr ...

Urteil wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes: Fünf Jahre Freiheitsstrafe

Am Dienstag, 12. April sprach die erste Strafkammer des Landgerichts Koblenz in der siebten Hauptverhandlung ...

Jazz-Gottesdienst: Wenn Musik aus dem Nichts entsteht

In einem beeindruckenden Jazz-Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Selters haben sich René Rösler, ...

Werbung