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Nachricht vom 18.05.2022    

Radeln für Europa und die deutsch-französische Freundschaft

Im letzten Jahr erkundeten die Radsportler der Equipe Eurodek bei einer Rundfahrt durch das Elsass und die Pfalz die Maginot-Linie und den Westwall. Beide gigantischen Verteidigungssysteme waren zwischen Deutschland und Frankreich mit Tausenden Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren gebaut worden. Grund war die damals begründete Angst vor dem Erzfeind auf der anderen Seite. Daraus ist heute eine enge Freundschaft beider Länder geworden! Mit einer Deutsch-Französischen Freundschaftstour vom 22. Juni bis 2. Juli will die Equipe dazu beitragen, dass das so bleibt.

Die deutschen Teilnehmer der Freundschaftstour mit Start am 22. Juni absolvierten im Rahmen der Kirmes in Daubach das traditionelle „Kirmesrennen“ und konnten danach den Flüssigkeitsverlust in geeigneter Form ausgleichen (es fehlen Thomas Kauth und Holger Kappler). Foto: Equipe

Montabaur. Grund zur Sorge, dass sich das freundschaftliche Verhältnis beider Länder abkühlen könnte, ist begründet. Nicht nur, weil mitten in Europa ein furchtbarer Krieg tobt, der leicht zu einem Flächenbrand werden kann. Auch, dass in Frankreich die Machtübernahme durch eine rechtsradikale und wenig europafreundliche Kandidatin gerade noch abgewendet werden konnte weckt neue Ängste. Unsere deutsch-französische Zukunft darf man nicht nur der Politik überlassen, dafür müssen alle was tun. Auch auf dem Rennrad! Nicht, dass Westwall und Maginot-Linie irgendwann mal von der historischen Anlage zu einer wieder wehrhaften ertüchtigt wird.

Seit 1977 waren die inzwischen in der RSG Montabaur und dem RSV Oranien Nassau vereinten Radsportler – die bis zum letzten Jahr noch als Equipe France firmiert haben - in bisher 51 deutsch-französischen Radsportbegegnungen gemeinsam unterwegs für die gute grenzüberschreitende Sache. Ein herausragender Beleg dafür war die „Friedensfahrt“ 2015, bei der die Schlachtfelder der Weltkriege wie Verdun und der Landungsstrand in der Normandie im stillen Gedenken besucht wurden.

Nun also die Deutsch-Französische Freundschaftstour, bei der 25 Radsportler aus dem Westerwald und von der Lahn sowie aus den Partnerstädten Tonnerre (Montabaur) und Pontchateau (Nassau) zwölf Tage gemeinsam unterwegs und überwiegend im Sattel sein werden. Auf fast allen der acht Etappen von je etwa 150 Kilometern werden weitere französische Radsportfreunde zu der Equipe stoßen. Ob die Radler wollen oder nicht: das wird ein einzigartiges Freundschafsfest mit und ohne Sattel. Aber klar ist: alle wollen!

Ankunft der beiden französischen Delegationen aus Burgund und der Bretagne ist am Vortag, 21. Juni: alle Tourteilnehmer aus beiden Ländern werden am Abend von der Stadt Nassau zu einem Französischen Abend in den Stein-Park an der Lahn eingeladen. Stadtbürgermeister Manuel Liguori und weitere Offizielle werden die Gäste begrüßen. Der Startschuss von Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland ist dann am 22. Juni um 10 Uhr am NASPA-Finanzcenter am Konrad-Adenauer-Platz in Montabaur zu hören. Mit dabei sind auch Vertreter der weiteren Förderer Radsportvertrieb Müsing, Kanzlei CaspersMock und Holzbau Kappler. Aus Anlass des 60. Jubiläums der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund kommt auch eine spürbare Unterstützung vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds



In vier Etappen über 600 Kilometern wird die Partnerstadt Tonnerre in Burgund erreicht. Dort warten etwa 40 Mitglieder der DFG und des Stadtrates Montabaur auf die Radler, um am Abend gemeinsam mit vielen Gastgebern mit zwei Jahren Verspätung das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern. Es folgt ein Ruhetag zur Erkundung der Region mit seinem tollen Weinen, bevor am nächsten Morgen am Hotel de Ville der Startschuss zum zweiten Teil der Tour fällt.

Nach weiteren vier Etappen kommt das Ziel Pontchateau in Sicht, wo zunächst ein Empfang im Rathaus wartet, bevor am Abend gemeinsam auf 45 Jahre Radsportfreundschaft zwischen beiden Partnerstädten zurückgeblickt wird. Da kommt der zweite Ruhetag mit Erkundung der bretonischen Küste und Genuss des heimischen Calvados gerade recht, bevor am 2. Juli der Heimweg zu bewältigen ist.

Wer mehr über die Equipe Eurodek und ihre Aktionen im Rennsattel für Europa, Demokratie und Klimaschutz erfahren oder diese sogar zu unterstützen will, kann sich melden unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.


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