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Pressemitteilung vom 01.06.2022    

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt wird gebremst

Im Mai wurde im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur die gewohnte Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt gebremst, und das nicht unerwartet: Die Probleme der Wirtschaft – Teuerung, gestörte Lieferketten und akute Materialnot – schlagen jetzt zu Buche. Hinzu kommt, dass immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine sich arbeitslos melden.

(Symbolfoto)

Westerwaldkreis. Die Zahl der Arbeitslosen ist regional nahezu konstant geblieben: Ende Mai sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur, der den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis umfasst, 4.892 Menschen ohne Job gemeldet – lediglich 9 Personen weniger als im April. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 2,7 Prozent. Der Vorjahresvergleich spiegelt die Erholung nach der Corona-Krise: Im Mai 2021 gab es 1.106 Erwerbslose mehr als heute und die Quote lag bei 3,3 Prozent.

„Im Mai setzt sich normalerweise die Frühjahrsbelebung mit deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen fort“, sagt Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur. „Diesmal aber wird die positive Entwicklung gebremst, und das nicht unerwartet: Die Wirtschaft leidet unter der Teuerung, gestörten Lieferketten und akuter Materialnot. Das schlägt nun auch auf dem Arbeitsmarkt zu Buche. Hinzu kommt, dass immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine sich arbeitslos melden.“

Große Fluktuation am Arbeitsmarkt
Dieser Effekt beginnt sich auch statistisch auszuwirken: Während die Arbeitslosigkeit aller anderen Personengruppen im Mai leicht zurückging, ist bei den Ausländern ein Anstieg zu beobachten. Im Rhein-Lahn-Kreis ist er schon jetzt ausgeprägt, im Westerwaldkreis wird er demnächst erwartet. Elmar Wagner betont: „Die Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten ist keine Arbeitsmigration, die vorrangig dazu beitragen könnte, dem Fachkräftemangel gegenzusteuern. Die meisten Menschen, die ihr Land verlassen müssen, wollen baldmöglichst zurückkehren. Wir unterstützen jedoch alle, die jetzt schon einen Job suchen, um hierzulande für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.“

Obwohl die Gesamtzahl der Erwerbslosen sich kaum verändert hat, herrscht am Arbeitsmarkt eine große Fluktuation. So wurden im Mai 1.586 Zugänge in und 1.588 Abgänge aus Arbeitslosigkeit registriert. Die Betriebe meldeten 622 freie Stellen; das sind 36 mehr als im Vormonat und 98 mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand von 4.043 Stellen zeugt vom branchenübergreifenden Bedarf an qualifiziertem Personal, der oft erst nach längerer Zeit und oder gar nicht gedeckt werden kann. Besonders betroffen sind das verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Gesundheitswesen und die Gastronomie.



Der Ausbildungsmarkt zeigt, dass sich bei der Agentur für Arbeit Montabaur seit Oktober 2021 (Beginn des Berichtsjahres) 1.531 Bewerber für Lehrstellen gemeldet haben; das sind 91 Personen weniger (minus 5,6 Prozent) als im Vergleichszeitraum Oktober 2020 bis Mai 2021. Zugleich haben die Betriebe 1.876 Ausbildungsstellen angeboten; hier steht ein Plus von 136 Stellen oder 7,8 Prozent. Derzeit sind noch 734 junge Leute auf der Suche nach dem passenden Platz (101 Personen weniger als vor einem Jahr). Ihre Zahl wird in den nächsten Wochen und Monaten erfahrungsgemäß weiter schmelzen, weil viele ihre Entscheidung zum Berufsstart treffen und mancher Betrieb doch noch die Fachkraft von morgen findet.

Und so sieht es in den beiden Landkreisen aus, die der Agenturbezirk Montabaur umfasst. Im Westerwaldkreis sind zurzeit 3.028 Menschen arbeitslos gemeldet - 46 weniger als im April und 711 weniger als im Mai 2021. Die Quote ist in den vergangenen Wochen um 0,1 Prozentpunkte auf nun 2,6 Prozent gesunken. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt 0,7 Prozentpunkte.

Im Rhein-Lahn-Kreis werden 1.864 Arbeitslose gezählt. Das sind 37 Personen mehr als im April und 395 weniger als im Mai 2021. Die Quote ist im Monatsverlauf um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent gestiegen und liegt einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert.

(Pressemitteilung Agentur für Arbeit Montabaur)


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