Werbung

Nachricht vom 13.09.2022    

Die Kirche wieder zum Strahlen bringen - neuer Pfarrer in Montabaur

Steffen Henrich ist neuer Pfarrer der Pfarrei St. Peter Montabaur-Stelzenbachgemeinden in der Pfarrkirche St. Peter in Ketten. In einem feierlichen Gottesdienst wurde der zurückgekehrte ehemalige Montabaurer Kaplan von Generalvikar Wolfgang Rösch in sein Amt eingeführt.

Generalvikar Wolfgang Rösch bei der Amtseinführung von Steffen Henrich. (Foto: privat)

Montabaur. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass man die Kirche mit einer Sandsteinfigur vergleichen könnte: sie hat draußen in der Witterung gestanden, viele Jahrzehnte, viele Jahrhunderte lang“, beschrieb Pfarrer Henrich den Gottesdienstteilnehmern in seiner Predigt sein persönliches Kirchenbild. „Immer mehr ist der Wind darüber gefahren, immer mehr hat diese Figur an Kanten und Ecken verloren. Man kann kaum erkennen, was das einmal war“, klagte Henrich.

Der Kirche wieder ein Gesicht geben
Die Frage sei: „Wie bringen wir diese Figur wieder zum Strahlen? Wie kriegen wir wieder die Ecken und Kanten herein? Wie kann man dort wieder ein Gesicht erkennen?“ Die Kirche solle wieder ihr Gesicht bekommen und wieder erkennbar werden. Hierfür habe er keine Pläne, sondern wolle erst einmal sehen, was überhaupt da ist, was überhaupt zu tun sei. Gott wolle vergeben, annehmen, wieder neu machen und heilen. „Aber wir müssen uns auch finden lassen wollen“, wünschte sich Henrich eine persönliche Umkehr. „Gott handelt nicht einfach über unsere Köpfe hinweg, sondern mit uns. Auch wir sind gefordert, hier mitzuwirken, damit er an uns handeln kann“.

In seinem priesterlichen Dienst will Pfarrer Henrich den Menschen den Blick auf Gott eröffnen. „Er ist es, der aus dieser Sandsteinfigur wieder eine schöne Figur machen wird, der uns das Gesicht gibt, sein Gesicht“. Die Kirche zu reformieren bedeute, auf Jesus Christus zurückzuschauen, auf ihn zu blicken und ihn bei uns handeln zu lassen.

Pfarrer Henrich würdigte am Ende seiner Predigt den langjährigen Dienst seines Vorgängers Heinz-Walter Barthenheier, der aufgrund einer Erkrankung längere Zeit den Gemeindegottesdienst nicht mitfeiern konnte und im Einführungsgottesdienst erstmals wieder als Konzelebrant mitwirkte. Pfarrer Henrich fasste den engagierten Dienst seines Vorgängers in folgende Worte: „Um ehrlich zu sein: deine Fußspuren sind wahrscheinlich zu groß und riesig. Wir freuen uns alle, dich zu sehen. Du zeigst eine Hoffnung und Freude, von der wir glaube ich alle etwas abbekommen können“. Dieser Dank wurde mit einem lang anhaltenden Applaus goutiert.

Neues Leitungsmodell
Generalvikar Wolfgang Rösch unterstrich in seinen Worten den Auftrag des Priesters, sich nicht selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Jesus Christus erfahrbar zu machen. „Christus ist nicht Vergangenheit oder Geschichte, sondern will lebendig in unserer Mitte wirken“. Im Rahmen der Amtseinführung wurde auch ein Modell geteilter Leitung vorgestellt, in dem Pastoralreferentin Inge Rocco die innere Leitung des Pastoralteams übernimmt. Neben dem Verwaltungsleiter ergänzt sie die Leitung durch ihren Blick aus weiblicher und familiärer Perspektive. Dieses neue Leitungsmodell wird im Bistum Limburg beispielhaft hier als Konsequenz der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals umgesetzt. Pastoralreferentin Inge Rocco erinnerte in ihren Begrüßungsworten an die Mahnung des Apostels Paulus, einander mit Achtung und Liebe zu begegnen. Pastoralausschussvorsitzende Theresia Schmidt ergänzte diesen Wunsch damit, als Kirche Jesu Christi mit der Kraft des Heiligen Geistes gemeinsam auf einen guten Weg in die Zukunft zu gehen.



WW-Kurier Newsletter: So sind Sie immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christa Windeck freute sich augenzwinkernd: „Bei uns hat es stellenmäßig gebrannt und Sie sind angerückt“. Dabei spielte sie auf Pfarrer Henrichs Hobby an, die Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, die mit einer Delegation während des Gottesdienstes sichtbar und zahlreich vertreten war.

Pfarrerin Anne Pollmächer: wünschte im Namen der evangelischen Kirchengemeinde menschliche Engel, die Henrich immer mal wieder von der Seite zurufen sollen: „Hab Zutrauen und hab Mut! Hab Spaß und hab Freude, sei nicht perfekt, aber sei gut!“ Aus eigener Erfahrung könne sie Henrich versichern: „Solche menschlichen Engel, die gibt es hier in Montabaur zuhauf!“ Verbandsgemeindebürgermeister Ulrich Richter-Hopprich erinnerte sich daran, dass vor drei Jahren zur Fastnachtszeit eine ältere Dame in Montabaur aufgetreten sei, Pfarrer Henrich wie aus dem Gesicht geschnitten. Henrichs Frohsinn beeindrucke ihn, der nicht oberflächlich sei, sondern sich aus einem tiefen Gottvertrauen speise. „Damit steckst du andere bei jeder Gelegenheit an. Das ist deine Superstärke! Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du dir die erhälst“. (PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Frühlingszeit, Zeckenzeit: Was Hunde, Katzen & Menschen jetzt wissen müssen

Nach einem milden Winter sind die Zecken wieder unterwegs und machen nicht nur uns Menschen, sondern ...

Das Raiffeisenmuseum in Hamm: Genossenschaftsidee zum Anfassen

Im kleinen Hamm an der Sieg steht das Geburtshaus des großen Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), ...

Montabaur feiert erfolgreiche Premiere der Lachnacht

Die "1. Montabaurer Lachnacht" lockte am 2. April zahlreiche Besucher in die Stadthalle Haus Mons Tabor. ...

Generationenwechsel im Berufsbildungsausschuss der HwK Koblenz

Der Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Koblenz hat sich neu formiert. Langjährige Mitglieder ...

Einführung von Pfarrer Michael Zopf in Rennerod: Ein neuer Abschnitt für die Gemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Rennerod hat Pfarrer Michael Zopf in einem festlichen Gottesdienst offiziell ...

Abiturfeier am Mons-Tabor-Gymnasium: Ein magischer Abschied

Am 31. März verabschiedete das Mons-Tabor-Gymnasium 95 Abiturientinnen und Abiturienten. Die Feierlichkeiten ...

Weitere Artikel


Vorfreude auf Heimspiel gegen Bergneustadt

Der Tischtennisclub (TTC) Zugbrücke Grenzau geht voller Vorfreude in das zweite Heimspiel. Nach dem überraschenden ...

Selters erhält fünf Millionen Euro aus Fördermitteln der Landesregierung

Bereits im Juni konnte sich die Stadt Selters über die Bewilligung von fünf Millionen Euro aus dem Topf ...

Stadt und Land bewerten – wo fährt es sich in Deutschland am besten mit dem Rad?

Ab sofort können Radfahrer wieder das Fahrradklima vor ihrer Haustür bewerten. Dabei wird dieses Mal ...

Auch in Siegen und Olpe Durchsuchungen: Schleuserbande von Polizei zerschlagen

Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Frankfurt am Main hat am 13. September im Auftrag ...

Großes Fest der Feuerwehren auf der Festung Ehrenbreitstein

Am Samstag, 17. September, sind nicht nur alle Feuerwehrangehörigen, sondern alle Bürger zum großen Fest ...

Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges probten den Ernstfall

Am vergangenen Samstag (10. September) herrschte auf den Schulhöfen der Theodor-Heuss-Schule in Wirges ...

Werbung