Werbung

Nachricht vom 13.09.2022    

Quicklebendiger Denkmaltag: Backes in Gershasen öffnete sich

Der Denkmaltag am vergangenen Sonntag (11. September) ist in der Verbandsgemeinde Westerburg zwanglos verlaufen und war mit viel Austausch und Miteinander geprägt. Der Backes in Gershasen öffnete sich Pforten und es konnte das Museum besichtigt werden, es gab eine Exkursion zu den Ofenkauten und natürlich wurde auch Brot gebacken.

Teilnehmer bei der Exkursion zu den „Ofenkauten“ präsentieren ihre Trachyt-Tuff-Funde. (Foto: Tatjana Steindorf)

Westerburg-Gershasen. Die Öffnung des Backes zum Denkmaltag veranschaulichte den Besuchern, wie früher das tägliche Brot auf den Tisch kam. Das frisch gebackene Brot wurde mit Marmelade, Honig oder Wurst genossen. Zudem gab es auch noch Kaffee und Kuchen zur Stärkung der Besucher.

Viele Menschen waren dafür im Einsatz, wie das Backesteam, allen voran Caro Kreckel sowie Holli und Alex Kolb. Das waren viele Stunden Arbeit: Anheizen, Temperatur prüfen, Glut nach unten schieben, Ofen auswischen, Brot einschießen. Aber sie durften sich nicht beschweren: Eine stolze Gruppe von Kindern wirkte eifrig an ihrer Seite mit und war sehr interessiert an der alten Tradition.

Das Dorf der Ofenbauer
Backhäuser waren früher natürlich überall ein Muss. Doch in Gershasen waren überdies viele Ofenbauer ansässig. Bis in die 1950er-Jahre hinein haben sie in den nahegelegenen „Ofenkauten“ Trachyt-Tuff abgebaut, den empfindlichen Stein verladen und Öfen gebaut. Der Tuff besteht aus verfestigter, vulkanischer Asche, die vor Millionen von Jahren durch einen Vulkanausbruch in der Eifel, wie Martin Rudolph erklärte, hergetragen wurde. Die „Ofenkaulen“ bei Königswinter sind noch bekannt und Bell in der Eifel als Ofenbauerdorf. Aber viele weitere dieser Trachyt-Tuff-Stätten dürfte es in unserer Region nicht geben, ist zu erfahren. Der Drachenfels bei Bonn besteht übrigens aus Trachyt und weist auch Tuff auf.
Zu den Ofenkauten, die im Gebiet Gershasen/Sainscheid liegen, führte Marion Allmacher (VG-Verwaltung) eine kleine Gruppe Interessierter, die viel Freude an dem Ausflug hatten. Es fehlte unterwegs nicht an Gesprächsstoffen. Und der Ortskundige Paul Appel (84) war eine Quelle des Wissens, die gerne angezapft wurde. Selbstsicher kletterte er sogar noch in die alte Abbaugrube im Wald hinein, auf deren Boden noch Trachyt-Tuff zu finden ist.



Ein Denkmal zum Verkosten
Drei Kilometer später, zurück im Backes, ging es dort schon munter zu. Leckere Brote hatte eine Gruppe von Frauen zubereitet, es wurde kräftig zugelangt und lebhaft geplaudert. Gaby Held-Habermann war mit ihrem Spinnrad gekommen, freute sich über Austausch und Fragen, und zeigte nebenbei, wie leicht das Spinnen sein kann. Momentan erfreut sich die Spinngruppe, die sie mit organisiert, einer großen Nachfrage, wie sie mitteilte.

Martin Rudolph (WällerLand-Touristik und Nachbar) hatte viele nötige Materialen herbeigeschafft – und auch einen Umtrunk für die fleißigen Helfer nicht vergessen. Er dankte ihnen herzlich – und „warnte“ bereits vor: „Im Jahr 2023 am Denkmaltag machen wir das wieder!“ Ein Widerspruch war nicht zu hören.

Hinweis: Wer sich für das Backes und sein Museum im Obergeschoss interessiert, kann sich an Bärbel Rudolph wenden: Telefon 0151/12382910. Für kleinere Gruppen oder Schulklassen ist ebenfalls ein Besuch empfehlenswert – gerade in Verbindung mit dem Fußweg zu den Ofenkauten.
Weitere Kontakte: Rosemarie Jung, Telefon 02663/3145 und Martin Rudolph, Telefon 0174/9425457. (PM)


Lokales: Westerburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Neues Wohnprojekt in Montabaur: Barrierefreie Wohnungen entstehen

In der Hospitalstraße in Montabaur wird ein neues Bauprojekt realisiert, das dringend benötigten Wohnraum ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Niederelbert: Baugebiet "Im Herberg II" erfolgreich erschlossen

Die Erschließung des Neubaugebiets "Im Herberg II" in Niederelbert ist abgeschlossen. Auf 45 neuen Bauplätzen ...

Tafel Koblenz: Wefelscheid lobt Engagement und schlägt Integrationsprojekt vor

Bei einem Besuch der Tafel Koblenz informierte sich der Landtagsabgeordnete Stephan Wefelscheid über ...

Themenvorschläge, Hinweise, Wünsche: Was möchten Sie bei den Kurieren lesen?

In unserer Region - Ihrer Heimat! - passieren oft Dinge, von denen wir als Redaktion nicht zwangsläufig ...

Weitere Artikel


Erste Bilanz nach einem Jahr als Gemeindeschwester plus in der VG Montabaur

Viele Menschen brauchen auch im hohen Alter noch keine Pflege, haben aber ab und an mal Schwierigkeiten, ...

26-Jähriger in Selters mit 0,52 Promille unterwegs

Am Dienstagvormittag (13. September) wurde gegen 11.40 Uhr ein PKW-Fahrer in der Bahnhofstraße in Selters ...

Gesprächskreis "Ländlicher Raum" für Stärkung vom Land

Die SPD-Fraktion will Themen des ländlichen Raumes gezielt diskutieren und voranbringen. Dazu hat Dr. ...

Kulturfrühstück im Reginlinden-Park Wirges

Die Stadt Wirges lädt alle Bürger zum Kulturfrühstück im Reginlinden-Park am Sonntag, 25. September, ...

"Impulse Digital": Umgang mit Ängsten und Sorgen während der Inflation

Zuversicht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Westerwald sowie den Umgang mit der Inflation ...

Marktbrunnen am Großen Markt in Montabaur in neuem Glanz

Der Marktbrunnen am Großen Markt erfreut täglich die Besucher der Innenstadt, besonders die Gäste der ...

Werbung