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Nachricht vom 29.07.2011    

Greenpeace Westerwald setzt sich für Waldschutz ein

Im Internationalen Jahr der Wälder informierte die Greenpece Ortsgruppe Westerwald mit einem Infostand in Hachenburg zum Thema Waldschutz und Einrichtung eines Nationalparks in Rheinland-Pfalz.

Die Ortsgruppe Greenpaece Westerwald informierte zum Thema Waldschutz und Nationalparks in Rheinland-Pfalz.

Hachenburg. Die neue Greenpeace Ortsgruppe Westerwald hatte kürzlich einen Informationsstand in der Fußgängerzone in Hachenburg durchgeführt, um über Waldschutz und Nationalparks zu informieren. Hintergrund dazu ist das Internationale Jahr der Wälder und die aktuelle Planung der Landesregierung zur Einrichtung eines Nationalparks in Rheinland-Pfalz. Es ist geplant, diesen Infostand in nächster Zeit noch an anderen Orten im Westerwaldkreis und im Kreis Altenkirchen zu wiederholen.
Die Greenpeace-Aktivisten haben in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Studie
"Deutschlands internationale Verantwortung – Rotbuchenwälder im Verbund schützen"
vorgestellt, die Greenpeace in Auftrag gegeben und veröffentlicht hat. Was der Amazonas für Brasilien ist, sind die Rotbuchenwälder für Deutschland und Europa. Diese faszinierenden und äußerst wichtigen Ökosysteme bildeten einst das Rückgrat für Tiere und Pflanzen sowie den Wasser- und Kohlenstoffkreislauf in Europa. Mit der Verabschiedung einer Nationalen Biodiversitätsstrategie ist es Deutschland 2007 gelungen, die zentralen Handlungsfelder zum Schutz der Biodiversität zu adressieren und klare Ziele bis 2020 zu setzen. Der Buchenwaldschutz (ohne forstliche Nutzung) bildet dafür einen Kern.
Trotz international getroffener Vereinbarung im Rahmen der UN-Konvention
über die biologische Vielfalt gehört Deutschland zu den Ländern, die für den
Schutz des "Amazonas Europas" am wenigsten tun. Hier tragen die Bundesländer neben
der Bundesregierung einen Großteil der Verantwortung. Derzeit sind weniger als ein Prozent der Wälder Deutschlands holznutzungsfrei, das heißt, werden in ihrer Entwicklung komplett sich selbst überlassen und nicht durch Holzentnahme beeinträchtigt. Die Nationale Biodiversitätsstrategie, die 2010 durch alle
Fraktionen des Deutschen Bundestages bestätigt wurde, sieht vor, auf zehn Prozent der Waldfläche der öffentlichen Hand bis 2020 der natürlichen Entwicklung Vorrang zu geben.
Insgesamt sollen laut Strategie zwei Prozent der Fläche Deutschlands wieder Wildnis werden. Ebenso sollen fünf Prozent der Waldfläche rechtlich verbindlich aus der forstlichen Nutzung genommen und prioritär dem Wald-Naturschutz gewidmet werden.
Auf der Grundlage einer "Kulissen-Analyse" wurden für den Aufbau eines Buchenwald-
Verbundsystems abschließend insgesamt 75 Handlungsräume identifiziert, die eine
Gesamtfläche von 4,5 Mio. ha (= 12,3 % der Bundesfläche) umfassen. In diesen
Handlungsräumen beträgt der Anteil der Laubwälder (überwiegend Buchenwälder und
andere Laubwaldtypen) nach Auswertung der CORINE Land Cover-Daten rund 816.000
ha. Unterstellt man, dass 75 % dieser Laubwaldflächen aus Buchenwäldern bestehen,
wären knapp 40 % des deutschen Buchenwaldbestands im vorgeschlagenen
Verbundsystem erfasst. Etwa zwei Drittel der Fläche, die die Handlungsräume einnehmen,liegen in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Diese vier Länder bilden die tragenden Säulen des nationalen Buchenwald-Verbundsystems.
Für das Grundgerüst eines nationalen Buchenwald-Verbundsystems und zur
Bestandsgrundsicherung spielen große nutzungsfreie Waldflächen als Schlüsselgebiete eine zentrale Rolle. Insgesamt wurden in 34 Waldlandschaftseinheiten (Handlungsräumen) derartige, national bedeutende Schlüsselgebiete identifiziert. In zehn Handlungsräumen wird die Ausweisung von großen nutzungsfreien Waldflächen empfohlen (Mindestgrößen: 5.000 ha). In weiteren 16 Handlungsräumen sollten Buchenwälder in Naturschutzgebieten mit großflächigen nutzungsfreien Kernzonen (jeweils 1.000 – 5.000 ha) unter Schutz gestellt werden. Zusammengenommen resultiert daraus ein Potenzial für neue große nutzungsfreie Schutzgebiete in der Größenordnung von rund 254.000 Hektar, die vorzugsweise auf öffentlichen Waldflächen zu realisieren wären. Im Verbundsystem erlangen außerdem die als „Korridor“ und als „Trittstein“ ausgewiesenen Handlungsräume große Bedeutung. Sie stellen wichtige Verbindungselemente sowie Einwanderungswege für Großsäuger zwischen den national bedeutenden Kernflächen dar und schaffen den „Kontakt“ über die deutsche Staatsgrenze
hinaus zu einem möglichen europaweiten Wald-Verbund. 35 Handlungsräume sind
funktional als Korridore und 26 als Trittsteine geplant. In 21 Waldlandschaftsräumen müssten im größeren Umfang Waldumbaumaßnahmen durchgeführt werden (Umwandlung von Nadelholzbeständen in laubwalddominierte Mischwälder mit hohen Buchenanteilen). Dieser Waldumbau schafft zugleich die Voraussetzung für die Einführung einer ökologisch angepassten Waldbewirtschaftung. Hierbei spielt die Buche wegen ihrer großen „ökologischen Elastizität“ bzw. als hochgradig klimatolerante Baumart eine bedeutende Rolle.
Zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Hessen bilden die Buchenwälder des
Bundeslandes Rheinland-Pfalz das Herzstück des deutschen Buchen-Verbreitungsareals. Dominant sind Hainsimsen- Buchenwälder. Der Buchenwaldanteil des Landes umfasst insgesamt 168.839 ha (= 20,9 % der Gesamtwaldfläche des Landes). Im größten zusammenhängenden Waldkomplex „Pfälzer Wald“ wird die Einrichtung eines Nationalparks vorgeschlagen. Potenziale für große nutzungsfreie Schutzflächen befinden sich außerdem im „Montabaurer (Rhein-)Westerwald“ sowie
im „Soonwald“.
Die komplette Studie kann kostenlos unter http://www.greenpeace.de/themen/waelder/
heruntergeladen werden.


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