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Pressemitteilung vom 02.03.2023    

IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaft in der Region Koblenz wieder optimistischer

Die wirtschaftliche Situation im nördlichen Rheinland-Pfalz hat sich im Vergleich zum vergangenen Herbst etwas verbessert. Das geht aus der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der als Stimmungswert sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der regionalen Wirtschaft abbildet, steigt an und erreicht 97 Punkte (Herbst 2022: 72 Punkte).

Der befürchtete Absturz in eine Rezession ist ausgeblieben. (Foto: Pixabay)

Koblenz. Damit liegt der Indikator aber nach wie vor unter der 100-Punkte-Marke, die die Grenze zwischen positiver und negativer Gesamtstimmung darstellt. "Der befürchtete Absturz in eine Rezession ist ausgeblieben und die konjunkturelle Entwicklung in der Region geht aufwärts. Insbesondere die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich verbessert“, so Fabian Göttlich, Geschäftsführer Interessenvertretung der IHK Koblenz. "Dennoch bleibt die Lage vieler Betriebe im Vergleich zum Vorjahr bestenfalls durchschnittlich. Denn die Wirtschaft war und ist nach wie vor mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert – angefangen von den Energiekosten über Störungen der weltweiten Lieferverkehre bis hin zu den hohen Inflationsraten und dem Mangel an Arbeits- und Fachkräften."

Aussichten der Betriebe besser – aber weiterhin negativ
Die aktuelle Geschäftslage wird von 81 Prozent der Unternehmen mit gut oder befriedigend bewertet, wobei die Anzahl der Betriebe, die nur von einer befriedigenden Lage sprechen, weiterhin überwiegen. 19 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht, dieser Wert ist im Vergleich zum Herbst um drei Prozentpunkte leicht gesunken. Insgesamt liegt die Geschäftslage mit plus 14 Prozentpunkten im positiven Bereich. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate werden von 32 Prozent der Unternehmen schlecht bewertet, 55 Prozent haben gleichbleibende Erwartungen und nur 13 Prozent erwarten eine bessere Geschäftslage. Somit sind die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen mit minus 19 Punkten weiterhin pessimistisch. Im Vergleich zur Vorumfrage (Herbst 2022: minus 52 Punkte) hat sich der Wert jedoch um 33 Punkte deutlich verbessert.

"Die im Herbst geäußerten Befürchtungen der Unternehmen haben sich nur teilweise bewahrheitet, die konjunkturelle Entwicklung hat sich gefangen. Trotzdem ist es noch zu früh, um Entwarnung zu geben“, ordnet Göttlich ein, dennoch: "Unabhängig davon, ob in der Industrie, im Baugewerbe oder im Handel – die Geschäftserwartungen fallen immer noch klar negativ aus.“

Kaum Investitionen
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist insgesamt wieder leicht gestiegen (im Vergleich zur Vorumfrage von null auf plus elf Prozentpunkte). Ebenso haben sich die Beschäftigungsabsichten von minus sieben Prozentpunkte auf plus zwei Prozentpunkte erhöht. Beherrschendes Motiv für Investitionen bleiben jedoch Ersatzbeschaffungen, wohingegen Investitionen in expansive Produktinnovationen, Kapazitätserweiterungen und Umweltschutz dahinter zurückbleiben. Darüber hinaus macht sich eine Verschiebung bei den Motiven zu Auslandsinvestitionen bemerkbar. "Aktuell wird bei Auslandsinvestitionen das Motiv Kostenersparnis deutlich häufiger genannt als noch zum Jahreswechsel 21/22. Hier spielen die bereits gestiegenen Energiekosten verbunden mit immer noch teils unklaren Rahmenbedingungen und der ungewissen praktischen Wirkung der Strom- und Gaspreisbremsen eine gewichtige Rolle“, so Göttlich.



Energiekrise beschäftigt Wirtschaft weiter
Die Energiepreise bleiben mit 69 Prozent (Herbst 2022: 84 Prozent) das dominante Geschäftsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen. Der Fachkräftemangel mit 57 Prozent belegt den zweiten Platz der Konjunkturrisiken und gewinnt wieder größere Bedeutung. Dem folgen die Rohstoffpreise mit 53 Prozent sowie der Inlandsabsatz und der Fortgang des russischen Krieges in der Ukraine mit jeweils 50 Prozent.

Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise ergreifen die Unternehmer Energiesparmaßnahmen (69 Prozent), geben einen Großteil der Kosten an Kunden weiter (52 Prozent) und investieren in Energieeffizienz (35 Prozent). Mit Blick auf die noch nicht ausgestandene Energiekrise richtet Göttlich vor diesem Hintergrund klare Forderungen an die Politik: "Wettbewerbsfähige Energiepreise und Versorgungssicherheit müssen oberstes Ziel für die Energiepolitik sein. Unklarheiten bei den Strom- und Gaspreisbremsen müssen deshalb beseitigt und in Aussicht gestellte Härtefallhilfen schnell etabliert werden. Darüber hinaus sind Technologieoffenheit sowie beschleunigte und schlanke Genehmigungsverfahren für die energetische Transformation in den Unternehmen erfolgsentscheidend. Es darf keine Denkverbote geben. Wichtig ist schließlich auch ein Belastungsmoratorium für Unternehmen, denn die Wirtschaft benötigt mehr denn je stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für die kommenden Jahre“.

Durchgeführt wurde die Umfrage vom 3. Januar bis 20. Januar 2023. An der Umfrage der IHK Koblenz haben 399 Unternehmen mit rund 47.000 Beschäftigten teilgenommen. (PM)


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