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Nachricht vom 04.10.2023    

Die dunkle Seite der menschlichen Psyche: Joe Bausch liest im Schloss Arenfels

Von Helmi Tischler-Venter

Für das Finale der Westerwälder Krimifestivals "Mordsregion Westerwald" konnten die veranstaltende Regional-Initiative "Wir Westerwälder" und die Rumkugeln den bekannten Gefängnisarzt, Autor, Schauspieler und Hörbuchsprecher Joe Bausch gewinnen.

Titelseite des neuen Buches von Joe Bausch, aus dem er im Schloss lesen wird.

Dierdorf. Eröffnet wurde das Krimifestival von Micha Krämer in Hachenburg mit großem Erfolg. Krämer Freund Joe Bausch wird das Finale gestalten. Berühmt wurde Bausch durch seine Rolle als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner Tatort und die SAT.1-Serie "Im Kopf des Verbrechers". Über seine Erfahrung auf der dunklen Seite der menschlichen Psyche hat Bausch schon drei Bücher geschrieben, sein neuestes "Maxima Culpa" (Schwerste Schuld) bildet die Grundlage der Veranstaltung am Samstag, 14. Oktober um 19.30 Uhr im Schloss Arenfels, Bad Hönningen.

Wir sprachen mit dem Künstler über sein Leben und seine Erfahrungen.

Verbindung zum Westerwald
Joe Bausch bezeichnet sich als Westerwälder, weil er 1953 als Hermann Joseph Bausch-Hölterhoff in Ellar, heute Gemeinde Waldbrunn, geboren wurde. Als Jugendlicher war er viel unterwegs -zunächst per Fahrrad, dann mit dem Auto - Richtung Dreifelder Weiher, Montabaur, Westerburg und Hachenburg. In der Region kennt er sich aus. Sein Vater hatte Weiden gepachtet bis Nistertal. Bausch besitzt noch den Bauernhof der Eltern, zu dem der in Hessen lebende Künstler noch gern fährt, denn alles ist voller Erinnerungen für ihn. Beim Studium im Köln nutzte er die Bahnverbindung durch den Westerwald. In Köln und Marburg studierte Bausch Theaterwissenschaft, Politikwissenschaft, Germanistik und Rechtswissenschaften. Es folgte ein Studium der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum. Genauso vielseitig wie sein Studium gestaltete er sein Berufsleben.

Das Buch "Maxima Culpa. Jedes Verbrechen beginnt im Kopf!"
In diesem Buch geht es um schwerste Verbrechen, die besprochen werden, Fälle, an denen man Tätertypologien erkennen kann. Die beschriebenen Fälle sind heftig, aber das Werk ist ein Sachbuch, kein Thriller. Joe Bausch interessiert die Fragen: Was macht den Menschen böse? Bleiben Psychopathen sich selber treu? Wie schafft der Mensch die Diskrepanz zwischen täglichem Auftritt, zum Beispiel als treusorgender Familienvater und dem ungeheuerlichen Verbrechen? Welches Potential steckt dahinter?



Schwerbrecher: Menschen und ihre Taten
Als Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl kam Joe Bausch mit vielen Insassen ins Gespräch. Dafür musste er in der Lage sein, den Menschen und seine Taten mental zu trennen. Als Schauspieler hat er eher Interesse am Abgründigen, weil sich das besser darstellen lässt. Es war aber auch schwer, nah der Rolle den Gewalttäter wieder loszuwerden.

Der Arzt fragt: Was macht den Mann böse? Was geht in ihm vor? Ist es schwerer, den Schalter umzulegen hin zum Bösen oder umgekehrt? Welche Performance ist schwieriger: Wenn du aus dem Haus gehst oder wenn du deinem Gewaltrieb nachgibst?

Die Gefängnisinsassen können natürlich nicht zu Gesprächen gezwungen werden, sie müssen sich freiwillig öffnen. Allerdings kannten etliche den Arzt schon über Jahre, wussten von dessen Schweigepflicht und dass es ihm nicht um juristische Überführung ging. Es kam auch vor, dass jemand sagte: "Sie machen den "Tatort", aber wenn Sie etwas Krasses hören wollen, kommen Sie zu mir."

Joe Bausch: Arzt, Autor und Schauspieler
Joe Bausch ist seit etwa vier Jahren nicht mehr als Arzt aktiv. Er genießt sein Leben als Autor, Vorleser und Schauspieler. Besonderen Spaß macht es ihm, auf der Bühne zu stehen und allein die Leute zu unterhalten. Filme drehen ist sehr schön und macht Laune, aber das unmittelbare Erleben des Publikums ist durch nichts zu toppen.

Er freut sich bereits auf die Lesung im schönen Ambiente von Schloss Arenfels, das er noch nicht von innen kennt. Bausch möchte auch, dass das Westerwälder Krimi-Festival funktioniert und weitergeführt wird. Tickets gibt es hier. Weiter Informationen über die Festivalreihe "Mordsregion Westerwald" hier. (htv)




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