Werbung

Nachricht vom 12.10.2023    

Bahnverbindung zwischen Au und Betzdorf nimmt wieder Fahrt auf - Mit Verspätungen

Von Thomas Sonnenschein

Kommt der Zug oder kommt er nicht? Die Kuriere haben die Sachlage noch einmal ausführlich unter die Lupe genommen und haben mit vielen verärgerten Bahnkunden gesprochen, die nicht nur wegen der Situation in Au unzufrieden sind, sondern wegen permanenter Störungen und gefühltem Chaos bei der Westerwaldbahn. Die Streckenführung soll ja komplett modernisiert werden, aber es scheint so, als fehle Personal.

Fließender Verkehr sieht anders aus. (Symbolbild/Quelle: Pixabay)

Au/Region. Nach dem Hin und Her der Einsatzbereitschaft des Schienenverkehrs zwischen Au und Betzdorf haben sich die Kuriere der Sache noch einmal angenommen. Die betroffene Strecke gehört zu einem Zusammenschluss der sogenannten Dreiländerbahn (NRW, RLP, Hessen). Störungen und Ausfälle werden in der Regel auf derWebseite der Dreiländerbahn veröffentlicht. Allerdings werden dort nur konkrete und planbare Lagen gemeldet. Unwägbarkeiten bleiben außen vor.

So kam es unter anderem dazu, dass ursprünglich eine Streckenfreigabe zwischen Au und Betzdorf für den 10. Oktober um 5 Uhr gemeldet wurde. Dies war jedoch nicht der Fall. Tatsächlich startete der Schienenverkehr erst wieder um 12 Uhr. Immer wieder kam es zu Störungen, wodurch die Züge langsamer fuhren und es zu permanenten Verspätungen kam. Gegen 19.40 Uhr kam es auch wieder zu Ausfällen.

Immer noch Verspätungen
Laut Auskunft einer Pressesprecherin der Dreiländerbahn kommt es aktuell noch immer zu Verspätungen. Mehrere kleinere Störfälle beeinträchtigen zuweilen den dortigen Schienenverkehr. Sollten sich die Probleme nicht ausweiten, werde sich das aber schnell normalisieren. Ob die Maßnahmen vor Ort zur Zufriedenheit der Bahn verliefen, wurde bislang nicht bestätigt.

Schienenersatzverkehr auch bei der Westerwaldbahn
Laut Mitteilung der Bahn kann aufgrund eines hohen Krankenstands die DB Netz AG die Stellwerke in Ingelbach, Hachenburg und Nistertal seit dem 27. Mai bis voraussichtlich zum 31. Oktober nicht durchgehend mit Personal besetzen. Dadurch komme es von Montag bis Freitag ab 14 Uhr und Samstag und Sonntag ab 17 Uhr zu einem Ausfall der Züge zwischen Altenkirchen und Westerburg.

Weiter heißt es, die ausfallenden Züge würden durch einen Busnotverkehr mit Bussen ersetzt. Zwischen Unnau-Korb und Hachenburg sowie zwischen Unnau-Korb und Büdingen sei ein zusätzlicher Pendelverkehr mit Bussen eingerichtet.

Aber: Die Ersatzhaltestellen des Schienenersatzverkehrs befinden sich oft nicht in unmittelbarer Nähe der Bahnsteige. Pendler, die nicht ständig die Uhrzeit mit den unterschiedlichen Fahrzeiten von Bahn und Not-Bus im Gedächtnis haben oder gar nicht erst die entsprechende Meldung zur Kenntnis genommen haben, stehen deshalb immer wieder am falschen Einstiegspunkt.



So beschweren sich Jugendliche häufig darüber, dass Busse oder Züge nicht gekommen seien, Eltern beschweren sich, dass sie ihre Kinder abholen müssen, weil der Nahverkehr nicht rollt. Diese Verwirrung spitzt sich zu, wenn Fahrgäste von schlecht gelaunten Busfahrern erzählen, die offenbar selbst mit der Situation nicht zufrieden sind. In den Bussen ist zudem keine Mitnahme eines Fahrrades erlaubt.

Personalmangel auch zwischen Herdorf und Dillenburg
Ähnlich verhält es sich auf der Strecke zwischen Herdorf und Dillenburg, auch hier können aufgrund Personalmangels die Stellplätze zeitweise nicht alle besetzt werden, wodurch bis voraussichtlich zum 9. Dezember immer samstags, ab 17 Uhr, bis sonntags, 10 Uhr, die Züge durch Notbusse ersetzt werden.

Ohnehin waren Bahnreisende das ganze Jahr von Zugausfällen gebeutelt. Die umfangreiche Streckensanierung der Westerwaldbahn beeinträchtigte den Schienenverkehr massiv. Noch immer sorgen kleinere Baustellen an Bahnübergängen immer wieder für Ausfälle auch zwischen Hachenburg und Altenkirchen. Hier finden sich ebenso zahlreiche Berichte über mangelhaften Einsatz der Ersatzbusse.

Erst kürzlich wurde vom 7. bis 8. Oktober die Strecke von Altenkirchen nach Au gesperrt. Einige Haltepunkte waren an diesen Tagen nur mit dem Taxi erreichbar.

Nicht nur Berufspendler leiden unter den ständigen Ausfällen. Vor allem Berufsschüler in Westerburg und Wissen sind betroffen. Letztlich betrifft es sogar jüngere Schüler, die zum Beispiel zu einer der Schulen an der Glockenspitze in Altenkirchen gehen.

Wenn keine Züge rollen, nutzt das beste 49-Euro-Ticket nichts. Angesichts der politisch angestrebten Ausweitung des Bahnverkehrs und einer intensiven Nutzung durch die Anwohner sollte das Bahnmanagement vielleicht damit aufhören, das Augenmerk auf immer mehr digitale Datensysteme zu legen und endlich damit anfangen, die Bahnkunden wirklich zu begeistern.

Je nach Einstellung (Optimismus/Pessimismus) ist also alles möglich. Die Kuriere bitten daher ihre Leserschaft um Meldungen über eigene Erfahrungen, entweder per E-Mail an redaktion-ak-kurier.de oder per Kommentar auf Facebook.
(Thomas Sonnenschein)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Mehr dazu:   Reise  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Stromabschaltung in Nister, Nistertal und Unnau

Am Sonntag, 13. April, wird in den Orten Nister, Nistertal und Unnau im Ortsteil Korb das Stromnetz gewartet. ...

Waldbrand in Nauroth: Schnelles Eingreifen verhindert weitere Ausbreitung des Feuers

Am Freitagnachmittag (4. April) kam es am Ortsrand von Nauroth zu einem Bodenfeuer, das sich aufgrund ...

Geschicklichkeitsturnier der Kreisjugendfeuerwehr Westerwald begeistert Wallmerod

Am Samstag (29. März) und Sonntag (30. März) fand in Wallmerod ein beeindruckendes Geschicklichkeitsturnier ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Hachenburg plant klimaneutrale Zukunft bis 2040

Die Verbandsgemeinde Hachenburg hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Mit der Fortschreibung ihres ...

Musikalischer Frühling im Westerwald: Serenaden-Konzert in Rennerod

Am Sonntag, 6. April, wird die Westerwaldhalle in Rennerod zum Schauplatz eines besonderen musikalischen ...

Weitere Artikel


Warnung vor aktuell vermehrt auftauchender Betrugsmasche von angeblichen Gerichtsvollziehern

Aktuell wurden bei der Polizeiinspektion Altenkirchen vermehrt Betrugsdelikte angezeigt, bei welchen ...

Blick hinter die Krankenhaus-Kulissen des KHDS bei Pizza mit dem Pflegedirektor

Mit sechs verschiedenen Ausbildungsberufen bietet das Evang. Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS) vielfältige ...

Mit trio flex & friends musikalisch und "Fröhlich in den Herbst"

"Fröhlich in den Herbst": Unter diesem Motto stand der Musikalische Abendgottesdienst mit dem trio flex ...

Jugendfeuerwehren Staudt und Dernbach bauen gemeinsam eine Seilbahn

Am letzten Samstag im September trafen sich die Jugendfeuerwehren aus Staudt und Dernbach zu einer etwas ...

Montabaur: Verkehrsunfall mit hohem Sachschaden

Am späten Mittwochabend (11. Oktober) kam es in der Bahnhofstraße in Montabaur zu einem Verkehrsunfall ...

Streithausen: Verkehrsunfallflucht mit einer leicht verletzten Person - Zeugen gesucht

Am Mittwoch (11. Oktober) kam es gegen 20 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der L 288, Einmündung zur K21, ...

Werbung