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Pressemitteilung vom 16.10.2023    

All-Inclusive-Einsatz im Wald: Bergwaldprojekt e. V. arbeitet in Hachenburg

Voll verpflegt und hochmotiviert: 18 Freiwillige arbeiten mit dem Bergwaldprojekt e. V. eine Woche im Oktober in den Wäldern rund um Hachenburg an verschiedenen Projekten für Natur und Gesellschaft. Die Kooperation zwischen Bergwaldprojekt e. V., Westerwald Bank eG und Waldbildungszentrum Rheinland-Pfalz geht bereits in die dritte Runde.

Tiefe Erosionsrinnen führen bergab durch den Nauberg in Richtung des Ortes Nister. Die Freiwilligen bremsen den Wasserfluss mit Staustufen aus heimischem Holz. Ziel ist es, Hochwasser abzumildern und das Wasser im Wald zu halten. (Foto: Bergwaldprojekt e. V.)

Hachenburg. Seit seiner Gründung im Jahr 1987 hat der Bergwaldprojekt e. V. einen enormen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Die Organisation arbeitet deutschlandweit mit jährlich 5.000 engagierten Freiwilligen zusammen und widmet sich dem Schutz, dem Erhalt und der Pflege des Waldes und der Kulturlandschaften. Wichtige Ziele sind zudem die Förderung des Verständnisses für die Zusammenhänge in der Natur, die Belange des Waldes und die Abhängigkeit des Menschen von diesen Lebensgrundlagen.

In diesem Jahr steht erneut das Thema Wasser und Wald im Mittelpunkt: Auf einer Freifläche, vormals mit Fichten bewachsen, räumen die Teilnehmenden Reste von alten Fichtenkronen aus einem Bachbett, um der aufkommenden typischen Bachvegetation Platz zu machen. Sie soll üppig wachsen können und ihren Teil dazu beitragen, dass sich das kleine Gewässer bestmöglich entwickeln kann.

Damit das Wasser bei Starkregenereignissen nicht sturzflutartig den Hang hinunter Richtung Alpenrod in den Hirzbach schießt, werden zudem kleine Staustufen aus Erlenholz eingesetzt, das zuvor im angrenzenden Wald zu diesem Zweck geerntet wurde. Sie halten das Wasser für den Wald zurück und versickern in der Nähe im Waldboden. Sie tragen auch dazu bei, Hochwasserspitzen zu brechen.

Auch im Nauberg bei Nister fließt Wasser - und das nicht zu knapp. Über die Jahre haben sich hier bis 1,80 Meter tiefe Erosionsrinnen gebildet, die das Wasser bergab in Richtung des Ortes Nister führen. Auch hier können bei Starkregenereignissen beträchtliche Mengen transportiert werden. Im Winter 2005 kam es hier bereits zur Überflutung der damals frisch sanierten Nauberghalle. Der Schock sitzt noch immer tief. Um Hochwasser abzumildern und das Wasser im Wald zu halten, bauen die Freiwilligen hier ebenfalls Staustufen ein. Dieses Projekt wird aus den vergangenen Jahren fortgeführt. Staustufen müssen immer wieder erneuert werden.

Darüber hinaus bauen die Teilnehmenden eine Wanderhütte in der sogenannten Lützelau zwischen Astert und Heimborn. Aus dem Holz, das vor Ort gewonnen wurde, wird unter Anleitung des Forstwirtschafts- und Zimmerermeisters Christian Röttgen eine gemütliche und schöne Möglichkeit zur Erholung geschaffen. Neben der Hütte werden zudem Bänke errichtet, die dazu einladen, sich auszuruhen und die Aussicht zu genießen.

Auch die Ränder des Waldes im Übergang zum Feld sind besonders wichtige Lebensräume. Hier können seltene Arten, zum Beispiel Haselmaus und Siebenschläfer, Vögel und Insekten ein begehrtes Zuhause finden. Dazu fördern die Freiwilligen die Strukturvielfalt in den Waldrändern durch die Förderung von Sträuchern und krautigen Pflanzen, die andernfalls von den stark beschattenden größeren Bäumen nach und nach verdrängt werden würden. Die Blüten und Früchte dieser Pflanzen bieten dann künftig Nahrung und der dichte Wuchs der Sträucher und Kräuter einen sicheren Unterschlupf.



Im Schweiße ihres Angesichts helfen die Teilnehmenden, von der Schülerin bis zur Rentnerin, der Natur, damit sie unter anderem auch ihre Ökosystem-Leistungen erfüllen kann. Der Wald ist wesentlicher Teil der Hochwasservorsorge und sorgt nicht nur im Westerwald für eine hervorragende Qualität unseres Trinkwassers. Auch die Artenvielfalt wird durch eine Vielfalt der Lebensräume getragen. Diese versuchen die Teilnehmenden zu fördern und zu sichern. Sie lernen viel über das Ökosystem Wald und sind auch nach der Projektwoche Botschafter für gesellschaftliches Engagement und die Bedeutung gesunder Landschaften. So mag der eine oder die andere sich einen Anstoß für einen künftig ressourcenschonenderen Lebensstil mit nach Hause nehmen.

Die Projektwoche ist eine dreiseitige Kooperation aus Gemeinnützigkeit, Verwaltung und Privatwirtschaft: der Bergwaldprojekt e. V. führt unter fachkundiger Anleitung der Bergwaldprojekt-Förster mit Freiwilligen die Arbeiten durch, das Forstamt Hachenburg / Waldbildungszentrum Rheinland-Pfalz stellt Projekte und Flächen zusammen und die Westerwald Bank eG trägt den Löwen-Anteil der Kosten und engagiert sich so für die heimischen Wälder und unterstützt deren Funktionen für eine zukunftsfähige Region Westerwald. Markus Kurtseifer, Vorstandsmitglied der Westerwald Bank, betont, dass hier tatsächliche Projekte vor Ort zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt in unseren Wäldern angegangen werden. Und mit dem Bergwaldprojekt e. V. und dem Forstamt Hachenburg habe man tatkräftige und fachlich kompetente Partner an der Hand. Er dankte allen Beteiligten für ihr beeindruckendes Engagement für die Natur.

Ziele des Bergwaldprojekts sind der Schutz und der Erhalt des Waldes, unter anderem auch zur Sicherung seiner Ökosystemleistungen. Dazu gehören neben der Versorgung mit Trinkwasser, Holz und sauberer Luft auch die Artenvielfalt, die CO2-Speicherfunktion und die Hochwasservorsorge. Das Bergwaldprojekt macht stetig auf die Bedeutung und Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen aufmerksam und sensibilisiert quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen für einen verträglichen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Weitere Informationen sind unter www.bergwaldprojekt.de und www.waldbildungszentrum.wald.rlp.de zu finden. (PM)



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