Werbung

Pressemitteilung vom 24.08.2024    

Mangel an Wohnungen: Politische Verlässlichkeit und finanzielle Unterstützung gefordert

Im Westerwaldkreis ist der Wohnungsbau eine Herausforderung, trotz leerstehender Wohnungen. Matthias Günther vom Pestel-Institut und Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), diskutieren Ursachen und Auswirkungen.

Wo wohnen? Der Westerwaldkreis braucht neue Wohnungen (Foto: Florian Göricke)

Westerwaldkreis. Die Aktivierung von langfristig leerstehenden Wohnungen bleibt schwierig, so Matthias Günther vom Pestel-Institut. Er argumentiert, dass ein gewisser Wohnungsleerstand notwendig sei, um Umzüge und Sanierungen reibungslos zu ermöglichen. Jedoch beobachtet das Pestel-Institut, dass viele Hauseigentümer sich aufgrund mangelnder politischer Verlässlichkeit und aus Geldmangel mit einer Sanierung zurückhalten. Günther führte weiter aus: "In ihren Augen ist eine Sanierung oft auch ein Wagnis. Sie sind verunsichert. Sie wissen nicht, welche Vorschriften, zum Beispiel bei Klimaschutz-Auflagen, wann kommen. Ein Hin und Her wie beim Heizungsgesetz darf es nicht mehr geben." Weitere Gründe für Leerstand sind laut Günther Erbstreitigkeiten und die Sorge der Hauseigentümer, Mieter im eigenen Haus zu haben, mit denen sie möglicherweise in Konflikt geraten könnten. Daher ist für ihn klar: "Am Neubau von Wohnungen führt daher auch im Westerwaldkreis kein Weg vorbei."

Die Diskussion um den Wohnungsmarkt wurde vom Pestel-Institut im Auftrag des BDB durchgeführt. Katharina Metzger, Präsidentin des BDB, betont: "Es ist eine Milchmädchenrechnung, die leerstehenden Wohnungen gegen den aktuellen Bedarf an Wohnungen gegenzurechnen. Das funktioniert so nicht. Politiker, die das gerade versuchen, betreiben Augenwischerei." Sie erteilt damit der Aufforderung von Klara Geywitz (SPD), Bundesbauministerin, wonach Menschen, die eine Wohnung suchen, aufs Land ziehen sollten, eine klare Absage.

Metzger fordert zudem eine Senkung der Baustandards: "Einfacher bauen und damit günstiger bauen. Das geht, ohne dass der Wohnkomfort darunter leidet. Andernfalls baut bald keiner mehr." Sie warnt vor überzogenen Förderkriterien, Normen und Auflagen, die den Neubau von Wohnungen stoppen könnten, und richtet scharfe Kritik an den Bund, es passiere zu wenig. Und was jetzt passiere, komme zu spät.



Forderung die Fördermittel zu erhöhen
Zudem kritisieren Metzger und das Pestel-Institut den geplanten Bundeshaushalt für 2025, in dem ihrer Meinung nach dringend benötigte Fördermittel für den Wohnungsneubau fehlen. Sie fordern mindestens 12 Milliarden Euro pro Jahr für den sozialen Wohnungsbau von Bund und Ländern, während der Bund für 2025 lediglich 3,5 Milliarden Euro bereitstellt. "Der soziale Wohnungsbau wird bei dieser Bundesregierung auch weiter auf der Strecke bleiben. Das müssen die Menschen den heimischen Bundestagsabgeordneten im Westerwaldkreis jetzt klarmachen. Nur wenn es massiven Druck vor Ort gibt, werden diese und die kommende Bundesregierung begreifen, wie ernst die Lage ist", warnt Katharina Metzger.

Zusätzlich erlebt die Wohnungsbau-Branche laut Metzger "einen regelrechten Absturz". Viele Unternehmen hätten bereits Kapazitäten abbauen müssen. Sie warnt vor einer "Absturz-Spirale beim Wohnungsneubau" und betont, dass Wohnungsmangel soziale Spannungen schafft: "Wenn sich Menschen wochen- und monatelang um eine neue Wohnung kümmern müssen, dann braut sich da etwas zusammen. Das ist Gift für das soziale Miteinander in der Gesellschaft." (PM/red)


Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Stromabschaltung in Nister, Nistertal und Unnau

Am Sonntag, 13. April, wird in den Orten Nister, Nistertal und Unnau im Ortsteil Korb das Stromnetz gewartet. ...

Waldbrand in Nauroth: Schnelles Eingreifen verhindert weitere Ausbreitung des Feuers

Am Freitagnachmittag (4. April) kam es am Ortsrand von Nauroth zu einem Bodenfeuer, das sich aufgrund ...

Geschicklichkeitsturnier der Kreisjugendfeuerwehr Westerwald begeistert Wallmerod

Am Samstag (29. März) und Sonntag (30. März) fand in Wallmerod ein beeindruckendes Geschicklichkeitsturnier ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Hachenburg plant klimaneutrale Zukunft bis 2040

Die Verbandsgemeinde Hachenburg hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Mit der Fortschreibung ihres ...

Musikalischer Frühling im Westerwald: Serenaden-Konzert in Rennerod

Am Sonntag, 6. April, wird die Westerwaldhalle in Rennerod zum Schauplatz eines besonderen musikalischen ...

Weitere Artikel


50 Jahre Caritas-Sozialstationen im Westerwald: Einblicke in ein halbes Jahrhundert ambulanter Pflege

Ein halbes Jahrhundert ambulante Caritas-Pflege: Anlässlich des Jubiläums seiner drei Westerwälder Sozialstationen ...

Gemeinsam stark: Musikverein und Kirmesgesellschaft spenden 1.300 Euro ans Hospiz St. Thomas

Der Musikverein und die Kirmesgesellschaft Sessenhausen haben mit großem Engagement eine Spende in Höhe ...

Musikalische Vielfalt im b-05 Kulturzentrum Montabaur

Am Freitagabend begrüßte das Café des "b-05 Kulturzentrums" in Montabaur seine Besucher mit einem beeindruckenden ...

Verbandsgemeinde Hachenburg ehrt langjährige kommunalpolitische Verdienste

Die Verbandsgemeinde Hachenburg würdigt das kommunale Ehrenamt und ehrt Klaus Krämer und Helmut Kempf ...

60 Jahre Städtepartnerschaft: Pagny-sur-Moselle und Bad Marienberg feiern ein besonderes Jubiläum

Die Städtepartnerschaft zwischen Pagny-sur-Moselle und Bad Marienberg besteht seit 60 Jahren und wird ...

Verleihung der Ehrennadel des Landes RLP an Hans-Peter Enders aus Hattert

Große Ehre für Hans-Peter Enders aus Hattert, dem gestern (22.August) Im Kreishaus des Westerwaldkreises ...

Werbung