Werbung

Pressemitteilung vom 12.11.2024    

Rechtsextreme müssen raus aus der Fassfabrik - Runder Tisch Hachenburg erzielt Zwischenerfolg

Die im Zusammenhang mit rechtsextremen Veranstaltungen in die Schlagzeilen geratene Fassfabrik in Hachenburg bekommt einen neuen Besitzer - und die rechte Szene verliert einen ihrer wichtigsten Treffpunkte im Westerwald. Der Verein "Demos", der bereits vor drei Jahren den Runden Tisch in Hachenburg ins Leben gerufen hat, feiert diesen Meilenstein.

Demo vor der Fassfabrik im Jahr 2021 (Foto: Archiv/Thomas Sonnenschein)

Hachenburg. "Der lange Atem der Zivilgesellschaft zahlt sich aus: Die Fassfabrik als Vernetzungszentrum rechtsextremer Gruppierungen gehört der Vergangenheit an", verkündet "Demos" in einer Pressemitteilung. Der Verein klärt seit Jahren schon über die rechtsextreme Szene im Westerwald auf und hatte vor drei Jahren aus diesem Grund den Runden Tisch Hachenburg initiiert. "Die VertreterInnen des Runden Tisches Hachenburg atmen auf, wie auch alle BürgerInnen in der Verbandsgemeinde Hachenburg. Alle sind erleichtert, dass die ‚Hachenburger Erklärung‘ und die Kundgebungen, allesamt zurückzuführen auf den Runden Tisch, Wirkung gezeigt haben. Und sie fordern, auch weiterhin aufmerksam zu sein, damit sich die Neonazis nicht einen neuen Treffpunkt im Verborgenen suchen, weder in Hachenburg noch in der Umgebung", heißt es weiter in der Erklärung von "Demos". Der Verein hat mit jahrelanger Recherche-, Dokumentations- und Bildungsarbeit maßgeblich zur Aufdeckung der Machenschaften rund um die Fassfabrik beigetragen

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Hachenburg, Gabriele Greis, bezeichnet die Situation rund um die Fassfabrik der Erklärung zufolge als "untragbaren Zustand". Das Gedankengut, das in den Räumlichkeiten der Fassfabrik propagiert werde, betonte sie, stelle nicht nur eine Gefahr für demokratische Strukturen dar und wirke somit auf viele Einwohner der Verbandsgemeinde bedrohlich. Es spiegele zudem in keinster Weise den weltoffenen Charakter der hiesigen Bürgerschaft wider.



Fassfabrik ein "Schandfleck für die Stadt"
Die Fassfabrik soll Medienberichten zufolge an eine Investorengruppe verkauft werden. Dem bisherigen Besitzer hatte die Fassfabrik seit 2021 gehört. Bis zum 15. Dezember soll die rechtsextreme Szene das Gebäude verlassen müssen. Wie der SWR berichtet, sollen dort in Zukunft Wohnungen entstehen.

Anfang Oktober hatte die Polizei mit rund 200 Einsatzkräften in der Fassfabrik eine Razzia durchgeführt. Die rechtsextreme Kleinstpartei "Der III. Weg" hatte hier eine Kampfsportveranstaltung mit rechtsextremistischem Hintergrund organisiert. Der Bürgermeister der Stadt, Stefan Leukel, hatte die Fassfabrik daraufhin als "Schandfleck für die Stadt" bezeichnet. Sie war in den vergangenen Jahren bereits häufiger im Zusammenhang mit der rechtsextremen Szene in Erscheinung getreten und im rheinland-pfälzischen Verfassungsschutzbericht als "rechter Knotenpunkt im Westerwald" bezeichnet worden. (PM/red)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Neues Wohnprojekt in Montabaur: Barrierefreie Wohnungen entstehen

In der Hospitalstraße in Montabaur wird ein neues Bauprojekt realisiert, das dringend benötigten Wohnraum ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Niederelbert: Baugebiet "Im Herberg II" erfolgreich erschlossen

Die Erschließung des Neubaugebiets "Im Herberg II" in Niederelbert ist abgeschlossen. Auf 45 neuen Bauplätzen ...

Tafel Koblenz: Wefelscheid lobt Engagement und schlägt Integrationsprojekt vor

Bei einem Besuch der Tafel Koblenz informierte sich der Landtagsabgeordnete Stephan Wefelscheid über ...

Themenvorschläge, Hinweise, Wünsche: Was möchten Sie bei den Kurieren lesen?

In unserer Region - Ihrer Heimat! - passieren oft Dinge, von denen wir als Redaktion nicht zwangsläufig ...

Weitere Artikel


Auch Monate nach der Kommunalwahl: Viele Ortsbürgermeisterstellen unbesetzt

Die CDU-Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Ehrenamt, Anette Moesta, äußert sich kritisch im Hinblick ...

Union und SPD einigen sich auf Termin für Neuwahlen zum Bundestag

Nach dem Platzen der Ampelkoalition gab es tagelang Streit darüber, wann Bundeskanzler Olaf Scholz die ...

Unglück bei Baumfällarbeiten: Stromausfälle in Wirges und Siershahn

Ein unerwartetes Ereignis führte heute morgen (12. November) zu einem plötzlichen Stromausfall in den ...

Richtig handeln im Ernstfall - Fortbildung für Vorsorgebevollmächtigte in Westerburg

Niemand kann vorhersehen, was morgen passieren wird. Deshalb ist es wichtig, sich heute schon darüber ...

Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber: Herausforderungen für den regionalen Ausbildungsmarkt

Die Generation der Baby-Boomer verlässt den Arbeitsmarkt, zu wenige Berufsanfänger kommen nach. Weil ...

IHK bietet kostenfreies Seminar für gewerbliche Gründer an

Für alle, die ein eigenes Unternehmen gründen möchten, veranstaltet die IHK-Akademie Koblenz ein Seminar ...

Werbung