Krötenwanderung: Raser bringen Tiere und Menschen in Gefahr
Von Regina Morkramer
Es ist wieder die Zeit des Jahres, in denen die Kröten unterwegs sind - und dabei zum Teil auch viel befahrene Straßen überqueren. Damit die Tiere dabei nicht zu Schaden kommen, sind allerorten viele Freiwillige im Einsatz, um bei der Krötenwanderung zu helfen. Doch rücksichtslose Autofahrer sind nicht nur für die Tiere eine Gefahr.

Pracht. Wenn im Frühjahr die Kröten über einen längeren Zeitraum hinweg auf dem Weg zu ihren Laichgewässern sind, um dort ihre Eier abzulegen, schaffen sie dies oft nicht ohne menschliche Hilfe. Denn nicht selten müssen die Tiere dafür Straßen überqueren und viele Kilometer zurücklegen. Entsprechende Schilder sollen darauf aufmerksam machen und Autofahrer um Rücksichtnahme bitten. Doch ausreichend ist das in den seltensten Fällen.
Deswegen bemühen sich auch in Pracht seit mehr als 30 Jahren engagierte Freiwillige um die Rettung der Kröten während deren Wanderung aus den Mischwäldern heraus zu den nahe gelegenen Laichplätzen in Feucht- und Wasserflächen. Doch die Natur- und Tierschützer sehen ihre Arbeit in Gefahr, da sie sich selbst dabei nicht mehr sicher fühlen können. "Wir wünschen uns mehr Rücksicht und Aufmerksamkeit für die Amphibienwanderung und auch für alle Passanten und Anwohner." Denn das Problem sind nach Aussage der Helfer Autofahrer, die weder die Geschwindigkeitsbegrenzung noch die eigens aufgestellten Hinweise auf die Krötenwanderung beachten.
Rücksichtloses Fahrverhalten
Die Prachter Tierschützer sind zur Rettung der Tiere über mehrere Wochen hinweg täglich abends, mit Beginn der Dämmerung, insbesondere auf der Landesstraße 267 im Bereich der Einmündung zur Kreisstraße 57 unterwegs - in reflektierenden Jacken und mit hellen Taschenlampen, damit sie von allen Verkehrsteilnehmern gut wahrnehmbar sind. Auf diesem Stück der Landesstraße gilt ein Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde. Zudem werden jedes Jahr um diese Zeit Verkehrsschilder zur Krötenwanderung als Hinweis aufgestellt. "Trotz Beschilderung und der relativ engen Straßenführung sind alle Passanten und jetzt aktuell besonders die Helfer bei der Krötenwanderung einer völlig unnötigen Gefahr ausgesetzt", erklärt die Gruppe der freiwilligen Helfer. "Obwohl die Tierschützer angepasst unterwegs sind, fahren viel zu viele Verkehrsteilnehmer völlig rücksichtslos, ohne sich Gedanken über die Risiken zu machen." Damit bringen sie nicht nur die Kröten in Gefahr, da die Autofahrer "allein aufgrund ihres schnellen Tempos nicht darauf achten, ob und wo sich Tiere auf der Straße befinden, um diese möglichst zu umfahren." Auch als Helfer sieht man sich hier einer Gefahr durch Autofahrer ausgesetzt.
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Die engagierte Truppe aus Hamm hat sich bereits mit der Kreisverwaltung und der Polizei in Verbindung gesetzt, um eine Lösung zu finden. Vonseiten der Kreisverwaltung sei mitgeteilt worden, dass man eventuell für die Zeit der Krötenwanderung eine Straßenseite sperren könne, um den Verkehr einseitig vorbeizuleiten. Doch dies zu planen war letztendlich zu kompliziert, da weder der Startzeitpunkt noch die Dauer der Krötenwanderung vorausgesagt werden kann. Auch eine Baustelle auf dem Streckenabschnitt erschwert ein solches Vorhaben. Eine schriftliche Bitte an die Polizei, doch abends öfter in dem entsprechenden Gebiet vorbeizufahren und die Geschwindigkeit zu kontrollieren, blieb offenbar unbeantwortet.
Hinweisschilder zur Krötenwanderung: erhöhte Aufmerksamkeit
Abgesehen davon, dass Verkehrsteilnehmer in dem betroffenen Bereich das Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde ohnehin nicht überschreiten sollten, sind auch die Hinweisschilder zur Krötenwanderung mehr als Dekoration. Die von der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgesehenen Verkehrszeichen 101-14 "Amphibienwanderung" und das Zusatzzeichen 2535 "Krötenwanderung" weisen auf erhöhte Aufmerksamkeit für Amphibien auf der Straße hin. Die Geschwindigkeit soll reduziert, Tieren sollte auf der Straße ausgewichen werden. (rm)
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