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Nachricht vom 26.04.2012    

Sozial- und Pflegeberufe mehr in den Fokus rücken

Auf Tour im Westerwaldkreis und darüber hinaus war der Sprecher des Forums für Soziale Gerechtigkeit Uli Schmidt. Stationen waren unter anderem das Schulzentrum Höhr-Grenzhausen aber auch das Berufsförderungswerk (BFW) in Vallendar. Eine zentrale Forderung: Jugendliche sollen mehr für Pflege und Sozialberufe begeistert werden.

BFW-Geschäftsführer Hans Werner Meurer (rechts) und Uli Schmidt im Gespräch in Vallendar, wo junge Menschen mit Handicaps aus dem Westerwald eine berufliche Perspektive erhalten. Foto: pr.

Westerwaldkreis. Armut, Arbeitslosigkeit, unsichere Familienstrukturen oder Suchtprobleme: Kommunale Sozialpolitik ist auch im Westerwald in vielen Lebensbereichen gefragt. Die Verantwortlichen in Einrichtungen, Verbänden und Verwaltungen müssen flexibel und ideenreich auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Dazu, dass dies auch geschieht, will das Forum Soziale Gerechtigkeit beitragen. Dessen Sprecher Uli Schmidt – der auch sozialpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion ist - ist deshalb regelmäßig im Gespräch mit vielen Akteuren im Kreis. Jetzt war er wieder einen ganzen Tag in der Region unterwegs zwischen Jugendberufshilfe und Pflege.

Wichtige Eindrücke erhielt er bereits am frühen Morgen beim Job-Fux im Schulzentrum Höhr-Grenzhausen. Eng verzahnt mit dem Lehrerkollegium und der Arbeitsagentur betreut Michael Fischer schwächere Schüler auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben. Ohne ihn wären sicher nicht wenige Jugendliche längst in der beruflichen Sackgasse gelandet. Keine Frage: das Projekt muss unbedingt zukunftssicher gestaltet werden und dient als Modell für andere Regionen! Das Forum Soziale Gerechtigkeit will sich angesichts unklarer Finanzierung für einen Fortbestand einsetzen.

Anlass des Besuches beim Pflegedienst Roos in Nordhofen war das bevorstehende 10-jährige Firmenjubiläum in wenigen Tagen. Ein wichtiger Gesprächspunkt war die Betreuung demenzkranker Patienten in den Westerwälder Krankenhäusern. „Es fehlen dort geschulte Fachkräfte für diesen Personenkreis“, stellte Geschäftsführerin Angela Roos fest. Ein weiteres Thema war die Neuorientierung der Pflegestützpunkte im Kreis nach der erfolgten Neuausschreibung der Trägerschaft.

Im Berufsförderungswerk (BFW) in Vallendar mit über 500 Plätzen wird auch vielen gehandicapten jungen Leuten aus dem Westerwald eine berufliche Neuorientierung ermöglicht. Geschäftsführer Heinz Werner Meurer wies Uli Schmidt auf die Notwendigkeit hin, dass die für den Westerwaldkreis zuständige Arbeitsagentur und das Jobcenter als Kostenträger geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten eine Chance geben. Neuerdings wird dort mit dem „Sozialbetreuer in der Behindertenarbeit“ auch für den Bedarf im Sozialbereich ausgebildet – leider mit bisher zu wenig Teilnehmern.



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Die stationäre Altenpflege war danach Thema im voll belegten Seniorenzentrum St. Josef der gemeinnützigen Maria Hilf Kranken- und Pflegegesellschaft mbH in Dernbach. Einrichtungsleiterin Sandra Krautscheid führte den Gast durch den wohnlich gestalteten Wohnbereich Laurentius, der sich durch einen hohen Männeranteil mit entsprechend angepasster Betreuung auszeichnet. Es wurde darüber gesprochen, wie mehr Jugendliche aus der Region motiviert werden können eine Pflegeausbildung zu beginnen. „Wir brauchen im Kreis mehr Schülerinnen und Schüler, die sich für eine Ausbildung in der Pflege interessieren“, so Schmidt. Anderes sei der Fachkräftebedarf mittelfristig nicht zu decken.

Um die Beschäftigung behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ging es im Garten- und Landschaftsbauunternehmen Deimling in Astert. Das Unternehmen beschäftigt einen hohen Anteil von Menschen mit unterschiedlichen Handicaps. Und dies mit großem Erfolg, wie Gärtnermeister Jörg Deimling berichtete. Nebenbei wurde der innovative Betrieb auch kürzlich noch zum besten Ausbildungsbetrieb in Rheinland-Pfalz im Sektor der grünen Berufe gekürt. „Ein gelungenes Beispiel dafür, dass man als Unternehmer sozial engagiert und trotzdem wirtschaftlich erfolgreich sein kann“, so Uli Schmidt.

Immer wichtiger wird auch im Westerwald das Thema Wohnen im Alter. Dies stand am Abend bei der Jahreshauptversammlung des AWO-Ortsvereins Montabaur im Mittelpunkt. Vorsitzender Lothar Elsner stellte fest, dass zunehmend auch in der Kreisstadt ältere Menschen im Alter selbstbestimmt leben und selbst entscheiden
wollen, wie und wo sie wohnen. In Zukunft werde folglich der Bedarf an Ideen und Initiativen für neue Formen des Zusammenlebens wachsen, beispielsweise für barrierefreien Wohnraum oder gemeinschaftliche Wohnformen. Elsner verwies auf Unterstützungs- und Beratungsprogramme der Landesregierung. Überlegt werde in der AWO eine Beteiligung an der landesweiten Aktionswoche „Wohnen im Alter“ vom 21.September bis zum 1.Oktober 2012.

Anlage Foto: Geschäftsführer Hans Werner Meurer (rechts) und Uli Schmidt im Gespräch im BFW in Vallendar


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