Werbung

Nachricht vom 27.08.2013    

Auch in Hachenburg Stolpersteine verlegt

Der Kölner Künstler Gunter Demnig kam unlängst nach Hachenburg, um bei der zweiten Verlegeaktion weitere 25 Stolpersteine in die Bürgersteige der Stadt einzubetten.

Gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig verlegten die Hachenburger in ihrer Innenstadt weitere 25 Stolpersteine. Foto: Michael Söhngen


Hachenburg. „Mit der Aktion erinnern wir an 42 jüdische Mitbürger Hachenburgs, die Opfer des Holocaust wurden“, erläuterte Bruno Struif von der Geschichtswerkstatt Hachenburg. „Auch in Hachenburg herrschte der Terror“, führte er weiter aus und brachte Beispiele, wie in Hachenburg zur Nazi-Zeit mit jüdischen Mitbürgern um-gegangen wurde. Es sei daher immer wieder notwendig, für Demokratie und Menschenrechte einzutreten. Dazu gehöre auch die Erinnerung an die Menschen, die Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden.
Anschließend sprach der 1. Beigeordnete Charly Röttig zu den bei der Verlegung anwesenden Personen und Schulklassen. Er konnte berichten, dass 1896 in der Zeitschrift „Der Israelit“ geschrieben stand, dass „in Hachenburg Christen und Juden in völliger Eintracht zusammen leben würden und das der Antisemitismus hier keinen Eingang fände“. Dass diese Zustände nicht bestehen blieben, sei allen bekannt.
Er dankte den Herren Güth und Kempf, dass sie die Geschichte der Hachenburger Juden und die damaligen Vorgänge in dem Zachor-Buch festgehalten hätten. Weiterhin dankte er der Geschichts-Werkstatt. Sie habe dafür gesorgt, dass die Idee des Künstlers Gunter Demnig aufgegriffen und mit Hilfe der Stadt die Stolpersteine in Hachenburg verlegt wurden. „Die Stadt nimmt gerne an der Aktion „Stolpersteine“ teil, weil wir zu der Vergangenheit stehen und wir verhindern wollen, dass irgendwann in der Neuzeit wieder Stolpersteine verlegt werden müssen“, stellte Charly Röttig abschließend fest. Wie schon bei der ersten Verlegung gab Johannes Kempf zu jedem Gedenkstein einen Kurzbericht über Leben und Schicksal der ermordeten Juden und ihrer Familien.
Stolpersteine wurden diesmal in der Borngasse, Leipzigerstraße, Wilhelmstraße, Judengasse, Rheinstraße, Koblenzerstraße und am Johann-August-Ring verlegt. An einigen Orten boten die amerikanische Sängerin Nancy Fox zusammen mit dem in New York lebenden Kenneth Young jüdische Lieder dar. Schüler der Grundschule Altstadt unter Leitung von Thomas Hrdina sangen ein Lied bei der Verlegung in der Koblenzerstraße. Alle 25 Steine wurden von der Geschichts-Werkstatt mit einer weißen Rose und roten Blütenblättern geschmückt. Die 17 Gedenksteine vom vergangenen Jahr wurden zur Erinnerung mit roten Rosen bedacht.



Die 42 Stolpersteine in Hachenburg sind ein kleiner Bestandteil des Gesamtkunstwerks von Gunter Demnig, das die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig halten soll. Es umfasst mittlerweile 42.500 Stolpersteine in 15 Ländern Europas. Der Künstler schilderte in seinem Vortrag im Ausstellungsraum der Geschichts-Werkstatt eindrucksvoll seinen Werdegang und die Entstehung dieses dezentralen Denkmals.

Geschichts-Werkstatt Hachenburg e.V., Hindenburgstr. 7, 57627 Hachenburg. Telefon: 02662/94 99 90 www.geschichtswerkstatt-hachenburg.de info@geschichtswerkstatt-hachenburg.de




Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Das Raiffeisenmuseum in Hamm: Genossenschaftsidee zum Anfassen

Im kleinen Hamm an der Sieg steht das Geburtshaus des großen Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), ...

Montabaur feiert erfolgreiche Premiere der Lachnacht

Die "1. Montabaurer Lachnacht" lockte am 2. April zahlreiche Besucher in die Stadthalle Haus Mons Tabor. ...

Generationenwechsel im Berufsbildungsausschuss der HwK Koblenz

Der Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Koblenz hat sich neu formiert. Langjährige Mitglieder ...

Einführung von Pfarrer Michael Zopf in Rennerod: Ein neuer Abschnitt für die Gemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Rennerod hat Pfarrer Michael Zopf in einem festlichen Gottesdienst offiziell ...

Abiturfeier am Mons-Tabor-Gymnasium: Ein magischer Abschied

Am 31. März verabschiedete das Mons-Tabor-Gymnasium 95 Abiturientinnen und Abiturienten. Die Feierlichkeiten ...

Schock auf dem Brüse-Hof: Schafe durch Wolfsriss in Selters getötet

Hannah Becker ist eine von vielen Hobbyzüchterinnen einer Schafsherde im Westerwald. Sie hatte die Debatte ...

Weitere Artikel


Die Verdrängung des Themas Armut funktioniert gut

Gelocht und abgeheftet: Dieses triste Schicksal droht nach Meinung des Forums Soziale Gerechtigkeit dem ...

Bergfest in Limbach lockt mit Unterhaltung und Geschichte

"Glück auf und herzlich willkommen!" heißt es am Sonntag, 1. September, von 11 bis 18 Uhr am mittelalterlichen ...

Wanderung mit kleinem Abstecher

Ins Kannenbäckerland zog es eine kleine Schar Wäller Wanderfreunde, die unter der fachkundigen Führung ...

Einen Tag lang alles "rund um den Apfel"

Die NABU Ortsgruppe Hundsangen veranstaltet am Donnerstag, 3. Oktober, im Rahmen Ihres 25-jährigen Jubiläums ...

Krimidinner in Dierdorf

Das Seniorenzentrum „Uhrturm“ in Dierdorf lädt am Donnerstag, den 12.09.2013 um 18:00 Uhr zu einem Krimidinner ...

Vortrag „Zappelhans + Hampelliese“ in Neuwied

Elisabeth Bröskamp, MdL, lädt zu einer besonderen, öffentlichen Veranstaltung in das Food Hotel nach ...

Werbung