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Nachricht vom 21.10.2013    

Mittelständler zum „BVMW Meeting Mittelstand“ im Lyz

„Denkfallen vermeiden – keine Frage von Intelligenz oder Bildung!“, zu diesem Thema hatte der Regionalverband des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW am 15. Oktober in den Siegener Kleinkunsttempel LYZ eingeladen.

v. l. n. r.: Rainer Jung, BVMW, Klaus Kaiser, Kaiser Training, Bochum. Foto: BVMW

Siegen. Rainer Jung, regionaler Geschäftsführer des Verbandes erinnerte an allzu viele Vorbehalte gegenüber neuen Ideen. Gegen Totschlagsargumenten seien Querdenker gefragt, denn „Geht nicht ist der kleine Bruder von will nicht“. Schließlich zwinge der permanente Wandel in der Wirtschaft die Unternehmer, immer wieder neue Wege zu gehen.

Klaus Kaiser, Dipl.-Psychologe und Referent des Abends machte deutlich, jeder in Denkfallen gerate, unabhängig von Bildung und Intelligenz. Viele wissenschaftliche Untersuchungen hätten dies nachgewiesen. Gleich sechs Denkfallen aus dem Wirtschaftsleben präsentierte er und wies sie spielerisch mit den Teilnehmern nach.

Erste Denkfalle: Der Dispositionseffekt = die Angst des Verlierers vor dem Verlust. Interessanter Weise gehen Menschen erhöhte Risiken ein, wenn sie bereits Verluste erlitten hätten, sind aber vorsichtig, wenn es um Gewinne geht, diese zu verlieren. Dies ist vor allem an der Wertpapierbörse ständig zu beobachten. Ergebnis: verschenkte Gewinne. Auch haben die Menschen Angst, zuzugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben. Die Lösung: nüchterne und emotionslose Abwägung der Fakten.

Zweite Denkfalle: „Die Ankerfalle“. Anhand eines Spiels mit den Teilnehmern weist Kaiser nach, dass – wenn zum Beispiel ein erster Wert für eine Ware geschätzt/genannt wurde, dieser dann als Marker (Anker) gesetzt ist. Jede weitere Wertnennung orientiert sich daran, obwohl er objektiv falsch sein kann. Die Lösung: objektiv bewerten, sich selbst sicher werden und dann entscheiden.
Denkfalle drei: Die Zeitkonsistenz-Denkfalle. Man setzt sich (zeitlich) unter Druck, obwohl keine Eile gegeben ist und größere Chancen bestehen. Diese Falle lässt sich mit dem alten Sprichwort beschreiben: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Auch hier wieder die Lösung: nüchtern bleiben, Vernunft walten lassen und Chancen abschätzen.



Die Denkfalle vier nennt der Psychologe „Der Fluch des Gewinners“, eine Reaktion, die bei vielen Auktionen zu beobachten ist. Anhand eines Experiments mit den Besuchern macht Kaiser deutlich, dass der Mensch sich mitreisen lässt, der Gewinner sein will und dabei zum Verlierer wird, denn: „Wer meint, gewinnen zu müssen, sitzt schon in der Falle“, so Kaiser.

Denkfalle fünf: die Überlebensfalle – Denkfalle. Die These des Referenten: Schauen Sie mehr auf die Fehler, als dahin, wo scheinbar alles gut läuft. Damit meint er, dass die Gefahr einer falschen Chance/Risiko-Relation besteht, wenn der Blick nur auch die Gewinner fällt. Als Alternative kann man auch aus den Fehlern anderer lernen.

Den „Bestätigungsirrtum“ nennt Kaiser die „gefährlichste“(und sechste) Denkfalle. Menschen sehen nur das, was sie glauben sowie blenden alles aus, was ihnen nicht ins Bild passt und interpretieren in einen Information das hinein, was sie wissen wollen. Sie glauben, dass sie Recht haben. Das lässt sie in einer Scheinwelt leben, die sie blind macht für die Realität. Als Abhilfe dazu empfiehlt er, gezielt Kritikern zuzuhören, Meinungen von anderen zu erfragen.

„Körperliche Fitness trainieren mittlerweile viele Menschen. Wie wäre es, Denkfallen zu vermeiden trainieren um bessere geistige Ergebnisse zu erzielen?“ fragt Klaus Kaiser.

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PM BVMW


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