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Nachricht vom 24.06.2014    

Naturkundliche Wanderung führte rund um Horbach

Zu einer morgendlichen Naturerkundung rund um Horbach hatte der Westerwald-Verein Buchfinkenland gemeinsam mit dem Naturpark Nassau eingeladen. Beobachtet wurde dabei alles was wächst, blüht und gedeiht, aber auch was fliegt oder sich auf leisen Sohlen in Wald und Wiese bewegt.

Naturschutzreferent Manfred Braun stellt den „Naturerkundlern“ im Horbacher Wald eine heimische Pflanze vor. Foto:privat

Horbach. Alle Teilnehmenden waren sich einig: selten so viel an einem Sonntagmorgen über die heimische Natur gelernt! Und Spaß gemacht hat es bei herrlichem Sonnenschein auch.

In zweieinhalb Stunden lernten die Teilnehmenden die Natur rund um die ruhig gelegene Buchfinkenlandgemeinde Horbach kennen. So 28 verschiedene heimische Sing- und Geifvögel, bei denen natürlich der für die Kleinregion namensgebende „Buchfink“ im Mittelpunkt stand. Nach dem majestätischen Rotmilan mussten die mit Ferngläsern ausgestatteten “Naturerkundler“ am Himmel schon etwas länger suchen.

Unter Leitung von Naturschutzreferent Manfred Braun von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) in Koblenz und Naturparkreferentin Ursula Braun aus Nassau wurden viele Pflanzen, Baumarten, Insekten und Heilkräuter vorgestellt. Darunter auch das an einer Feldscheune entdeckte Schöllkraut mit seiner heilenden Wirkung gegen Warzen. Gefunden wurden auch vier heimische Labkräuter wie das Klettenlabkraut und das Harzer Labkraut. Der Name Labkraut geht auf seine Verwendung als Säuerungsmittel bei der Käseherstellung zurück.

Auch kontroverse Sachverhalte wurden erörtert. Beispielsweise, dass Deutschland in der Natur durchaus ein Einwanderungsland ist, was zumindest für das von einigen gefürchtete Indische Springkraut gilt. Dieses hat sich in den letzten Jahren auch in unserer Region zunehmend verbreitet. Doch die Fachleute gaben Entwarnung: „Breit angelegte Bekämpfungsmaßnahmen sind weder sinnvoll noch geboten“, meinte dazu Manfred Braun mit Zustimmung von Helmut Stadtfeld als zuständigem Dezernenten der Kreisverwaltung. Es gebe für Naturschützer keinen Grund als wild gewordene Sensenrambos oder Rächer der Verdrängten durch die Westerwälder Wiesen zu ziehen.



An einem sichtbar geschädigten jungen Eschentrieb berichtete Revierförster Manfred Henkes über eine Pilzerkrankung der Eschen, die diesen beliebten heimischen Wald- und Parkbaum gefährdet. „Wir pflanzen keine neuen Eschen mehr, da die Triebe bald absterben würden“, so Henkes.

Auch die Heimat- und Naturgeschichte der Kleinregion am südlichsten Zipfel des Westerwaldes floss in die Erkundung ein. Hans-Jürgen Merfels (Gackenbach) und Uli Schmidt (Horbach) berichteten als Vorstandsmitglieder des örtlichen Westerwald-Vereins über die Geschichte der Wüstung Willgenhausen. Dort wurde im dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen die bestehende Siedlung zerstört. „Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass die heute so friedfertigen Nordländer mal Angst und Schrecken in unserer Gegend verbreitet haben“, meinte eine Teilnehmerin. Sie war mit Ihrem Mann aus dem Rheingau angereist um die eindrucksvolle Natur des Buchfinkenlandes kennenlernen zu dürfen.


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