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Nachricht vom 03.06.2015    

Der neue Selterser Pfarrer freut sich auf die Wäller Wälder

Christian Elias ist ein Wanderer. Nicht nur, weil es ihn so oft wie möglich hinaus in die Natur zieht. Auch das Leben des 31-jährigen Pfarrers gleicht an manchen Stellen einer Wanderstrecke. Jetzt ist Elias erst einmal am Ziel: Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Selters und freut sich auf seine neue Heimat, auf die Menschen – und natürlich auf den Westerwaldsteig.

Christian Elias ist ein Naturmensch: Der neue Selterser Pfarrer genießt die Wäller Wälder - nicht nur die "Wacht" in Selters. Foto: privat.

Selters. Seit rund einer Woche lebt Elias mit seiner frisch angetrauten Frau Jennifer und seinem Hund Alfi in Selters. Hier verbringt er als Pfarrvikar die kommenden vier Jahre, danach steht seine Ernennung zum Pfarrer auf Lebenszeit an.

Vier Jahre im Westerwald – für Christian Elias ist das eine wichtige Etappe auf seinem Lebensweg, der schon ganz früh einen unerwarteten Haken schlägt: Als Achtjähriger zieht Elias von Siebenbürgen nach Rheinhessen. „Von dieser Zeit weiß ich aber so gut wie nichts mehr“, sagt er lächelnd. Von den folgenden Jahren in Freimersheim dafür umso mehr: Er schließt sich der evangelischen Jugendgruppe an und kommt so zum ersten Mal mit Kirche in Berührung. Eine entscheidende Wegmarke, die ihn 2003 nach Mainz zum Theologiestudium führt – wenn auch mit Umwegen: „Als Teenager habe ich mich mit anderen Dingen als mit dem Christentum beschäftigt. Damals hatte ich noch vor, Chemie zu studieren“, gibt er zu. „Aber als junger Erwachsener habe ich meinen Glauben nochmal ganz neu entdeckt und mich dann doch fürs Theologie- statt fürs Chemiestudium entschieden. Außerdem hapert’s bei mir mit Mathe.“

Wieder dieses strahlende Lächeln. Der neue Selterser Pfarrer lacht oft: „Ich bin eben ein fröhlicher Mensch, der sich gerne einladen lässt und der es mag, mit anderen zu feiern. Auch was den Glauben angeht. In diesem Punkt halte ich’s mit Luther und freue mich über Gott. Denn ein froher Glaube strahlt.“ Und Glaube, meint er, ist ein Thema, das jeden Menschen tief bewegt. Auch und gerade diejenigen, denen es dreckig geht; die Abhängigen, Perspektivlosen, mit denen Elias während einer weiteren wichtigen Etappe seines Lebens zu tun hat: Nach seinem Studium absolviert er sein Spezialvikariat bei der Diakonie in Limburg. Dort kümmerte er sich um Jugendliche, die mit Süchten zu kämpfen haben. „Das waren wertvolle Erlebnisse“, erinnert er sich. „Währenddessen habe ich das echte Leben kennengelernt und erlebt, wie Dinge ans Tageslicht kommen, die tief drinnen versteckt sind. Viele dieser Menschen haben sich während ihrer Zeit bei uns wie eine Blume geöffnet.“



In diesen Jahren lernt Christian Elias eine Menge über Seelsorge und sammelt viele Erfahrungen. Auch für die Zeit, die nun vor ihm liegt: „Ich wünsche mir, dass die Selterser Gemeinde ein Ort ist, an dem sich Menschen öffnen können und aufgehoben fühlen.“

Gelegenheiten dafür gibt’s schon heute: „Die Kinderkirche, den Frauenkreis, die Samstagabendgottesdienste – all diese Dinge zeigen mir, dass in Selters nicht der Pfarrer im Mittelpunkt steht, sondern die Gemeinde. Und das soll auch so bleiben.“

Christian Elias braucht eben nicht die große Bühne, um Kraft zu tanken. Eher die Zweisamkeit mit dem Schöpfer. „Ich tanke auf, wenn ich durch Gottes Natur wandere und sehe, wie wunderbar Er alles gemacht hat.“

Am Sonntag, 13. Juni, steht der „Neue“ dann allerdings doch im Mittelpunkt: Dann wird Pfarrer Christian Elias in der Evangelischen Kirche Selters um 16 Uhr offiziell in seinen Dienst eingeführt. (bon)


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