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Nachricht vom 01.07.2015    

Jugendfeuerwehren trainierten gemeinsam den Ernstfall

Einmal im Jahr rücken die Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren aus, wenn es wie in diesem Fall heißt: „Landwirtschaftliches Gebäude zwischen Holler und Niederelbert brennt, Menschenleben in Gefahr.“

Mit großem Interesse sahen viele Besucher die abschließende Vorführung der DRK-Hundestaffel aus Limburg, die es bei einer gemeinsamen Stärkung auf dem Hollerer Feuerwehrfest gab. Fotos: privat.

Montabaur. Die 14 Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Montabaur standen in Alarmbereitschaft: Eine Großübung, an der auch die Jugendabteilungen des Technischen Hilfswerkes (THW) Montabaur und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Montabaur sowie die DLRG-Rettungshundestaffel aus Limburg beteiligt waren, soll die Routine und die koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Verbänden im Ernstfall vertiefen.

Das erdachte Szenario ist gespenstisch: Eine Schulklasse mit Lehrkräften befindet sich zu einer landwirtschaftlichen Betriebsbesichtigung in dem Gebäude, als aus ungeklärter Ursache Feuer ausbricht. Panik entsteht – die Kinder laufen weg oder verstecken sich vor dem Feuer. Ein Kind stürzt dabei in ein Silo, der herbei geeilte Landwirt überrollt mit seinem Traktor einen am Boden liegenden Verletzten. Er erleidet einen Schock.

Das achtköpfige Organisationsteam unter der Gesamtleitung von Olaf Höbelt, Jugendfeuerwehrwart in Holler und Niederelbert, hat ganze Arbeit geleistet, die insgesamt 238 beteiligten Jugendliche haben alle Hände voll zu tun: Mit der Erstalarmierung kommt die Jugendfeuerwehr aus Holler–Niederelbert vor Ort . Die Nachalarmierungen der anderen Feuerwehren sowie der anderen Hilfsverbände muss koordiniert werden, Erstmaßnahmen zur Rettung der Menschenleben und Brandbekämpfung sowie die Sicherung der Umgebung in die Wege geleitet. Schnell wird klar: 15 Menschen befinden sich in dem „brennenden“ Gebäude, das mittlerweile durch Nebelmaschinen komplett „verraucht“ ist – die Sichtweite beträgt lediglich noch 30 Zentimeter. Plötzlich schlägt das Feuer auf einen, mit Dieseltreibstoff gefüllten, Anhänger über: Jetzt müssen nicht nur die Brände schnellstens gelöscht werden, sondern auch das Erdreich abgedichtet, damit kein Treibstoff versickern kann.

Von Panik ist bei den Rettungskräften keine Spur zu erkennen: Routiniert begeben sich die Mädchen und Jungen in ihren „Einsatz“: Rollen Schläuche auf, schließen Pumpen an, bergen „Verletzte“, leisten „erste Hilfe“ bei den sechs „Schwerverletzten“ (die durch Dummys simuliert wurden). Die Rettungshunde nehmen Spur von den in Panik entlaufenen, Kindern auf – suchen und finden sie. Nach komprimierten Handlungsabläufen war der „Einsatz“ nach knapp drei Stunden beendet – und Andree Stein, Brandschutzdezernent der Verbandsgemeinde Montabaur, fand bei einer gemeinsamen, wohlverdienten Stärkung, die es während des Feuerwehrfestes anlässlich den 90-jährigen Bestehens der Feuerwehr in Holler gab, nicht nur den Jugendlichen gegenüber lobende Worte, sondern dankte auch dem Organisationsteam und den vielen Helfern, die die Übung mit Rat und Tat unterstützt hatten. Sein besonderer Dank galt dem Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Daubach, welches im Falle eines Realeinsatzes (zu dem es glücklicherweise nicht kam) die Einsatzbereitschaft übernommen hätte.



Das Staunen bei den beteiligten erwachsenen Feuerwehrleuten war groß: Die Jungfeuerwehrleute haben sich bis auf wenige kleine Koordinationsschwierigkeiten vorbildlich verhalten. „Besser hätten wir es auch nicht machen können“ lautet das einhellige Resümee.

Philipp Nauroth, 12 Jahre, von der Jugendfeuerwehr Holler-Niederelbert war erstmals Gruppenführer und begeistert: „Das war eine tolle Erfahrung.“ Die dreizehnjährige Lea Minnig bedauerte gar das schnelle Ende: „Die Übung hätte ruhig länger dauern können“. Eine gemeinsame Lagebesprechung aller Jugendwarte steht noch aus, doch das Fazit ist bereits jetzt klar: Den Fortbestand der freiwilligen und ehrenamtlichen Feuerwehren zu sichern und auf spielerische Weise behutsam zu lernen, wo im Ernstfall Hand in Hand gearbeitet werden muss, um lauernden Gefahren möglichst schnell begegnen zu können. Die Übungsteilnehmer stammten aus den Jugendfeuerwehren Holler-Niederelbert, Oberelbert, Hübingen, Görgeshausen, Nentershausen, Nomborn, Heilberscheid, Girod, Heiligenroth, Großholbach, Eschelbach, Neuhäusel, Eitelborn, Simmern.



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