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Nachricht vom 08.09.2015    

Flüchtlingssituation in Höhr-Grenzhausen

Aktuell befinden sich 80 Flüchtlinge aus 16 verschiedenen Herkunftsländern in Höhr-Grenzhausen. Seit 2011 ist der Zustrom der Asylsuchenden in der Verbandsgemeinde stetig angestiegen. Im Januar 2011 waren 11 Asylbewerber gemeldet. Seit 2014 stieg die Anzahl der asylsuchenden Menschen kontinuierlich an.

Höhr-Grenzhausen. Das belegen die Zahlen: Stichtag: 1. 1. 2014 = 37; am 31. 12. 2014 = 51; am 1. 6. 2015 = 64; am 31. 8. 2015 = 77.

Die Verteilung der Menschen auf die einzelnen Kommunen erfolgt durch die Kreisverwaltung. In etwa 30 Prozent dieser Asylverfahren geht es um Antragsteller aus sogenannten „sicheren Staaten“, die -aller Voraussicht nach- nicht in Deutschland bleiben werden. Dennoch werden auch diese Menschen auf die Gemeinden verteilt, sie werden betreut, Wohnungen werden eingerichtet und erst dann folgt in begründeten Fällen die Ausweisung. Hier wird eine dringend notwendige Entscheidung für schnellere Verfahrensprüfungen durch den Bund benötigt.

Bereits zu Beginn dieses Jahres wurde von der Kreisverwaltung Montabaur prognostiziert, dass bis zum Jahresende 2015 etwa 100 Asylsuchende in der VG Höhr-Grenzhausen sein werden. Die aktuellen Ereignisse in Ungarn lassen ahnen, dass diese Vorhersage möglicherweise noch übertroffen wird und die Verbandsgemeindeverwaltung versucht, -soweit möglich- sich darauf einzustellen. So wurde vor kurzem zusätzlich eine Vollzeitkraft aus der Verwaltung für die in diesem Zusammenhang anfallenden Tätigkeiten abgestellt. Die aufzubringenden Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz werden zwar von der Kreisverwaltung erstattet, der finanzielle Aufwand für die Betreuung und Koordinierung im Rathaus (das heißt Personalkosten, Dolmetscher und so weiter) liegt jedoch bei der Verbandsgemeindeverwaltung.

In erster Linie liegt die Aufgabe der Mitarbeiter zwar in der direkten Abwicklung zur Aufnahme der Flüchtlinge und der damit verbundenen Betreuung. Natürlich ist es aber auch sehr wichtig, die vielen Fragen und Hilfsangebote der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten, weiterzuleiten oder entsprechende Hilfsaktionen zu koordinieren. Das alles benötigt Zeit und die Verwaltung bittet dafür an dieser Stelle um Verständnis. Die Sachbearbeiter entscheiden von Fall zu Fall und manche Vorgänge können dabei nicht immer so schnell umgesetzt werden, wie ursprünglich geplant.

Alle Flüchtlinge sind bislang in Wohnungen im Stadtgebiet von Höhr-Grenzhausen verteilt, es wird grundsätzlich sehr darauf geachtet, dass keine „Kasernierung“ stattfindet. Dringend wird zusätzlicher Wohnraum benötigt und die Verbandsgemeindeverwaltung
freut sich über weitere Wohnungsangebote. Bitte wenden Sie sich dafür an die Mitarbeiterinnen Judith Krüger (judith.krueger@hoehr-grenzhausen.de, Tel.: 02624-104133) oder Annkathrin Kämpfe (annkathrin.kaempfe@hoehr-grenzhausen, Tel.: 02624-104132).

Ganz besonders möchten die Mitarbeiter des Amtes für - Fachbereich Ordnung und Soziales -
an dieser Stelle für die große Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger danken, die Spenden und Hilfe in jeglicher Form anbieten. Es wurden unter anderem Möbel, Kleidung, Fahrräder, Lebensmittel, Medikamente und sogar kostenlose ärztlichen Versorgung angeboten. Um die damit verbundenen Fragen und Antworten zu koordinieren und für jedermann zugänglich zu machen, wurde eine Fach- und Koordinierungsstelle bei „P.a.u.L. e.V.“ eingerichtet. Für die obengenannten Spenden wenden Sie sich bitte an: Stefan Wolfram, Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Geschäftsführer Projekt Arbeit und Lernen e.V., Hermann-Geisen-Straße 44, 56203 Höhr-Grenzhausen, Telefon 02624 950 454, Fax 02624 945 863, E-Mail: info@paulev.de; www.paulev.de.



Außerdem wird in Kürze eine entsprechende Infoseite auf der Internetseite der Verbandsgemeinde (www.hoehr-grenzhausen.de) eingerichtet.

Einige sehr gute Projekte mit der Zielsetzung „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurden bereits in Trägerschaft von „P.a.u.L. e.V.“ im Rahmen des Bundesprogrammes Demokratie leben initiiert, wie zum Beispiel:
- Koordinierungsstelle für die ehrenamtlichen „Flüchtlingspaten“
- „Café-Welcome“
- Zur Vermittlung von Deutschkenntnissen bieten die Kreis-Volkshochschule Westerwald e.V. und das Diakonische Werk im Westerwaldkreis kostenlose Sprachkurse an.

Das persönliche Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern spielt dabei eine sehr große Rolle und ist für alle Betroffenen sehr wertvoll. Weiterhin werden helfende Hände in vielen Bereichen sowie auch Sach- und Möbelspenden benötigt. Bei Interesse oder Angeboten melden Sie sich bitte bei der Koordinierungsstelle P.a.u.L. e.V.

Auch wenn es in unserem Land immer wieder Zuwanderungswellen gab und gibt: Alle Betroffenen -Flüchtlinge, Verwaltungsmitarbeiter und natürlich Sie, die Bürgerinnen und Bürger - stehen hier vor besonderen Herausforderungen. Integration funktioniert nicht einfach selbstverständlich, entstehende Konflikte dürfen nicht ignoriert und Lösungsansätze müssen gefunden werden.

„Wir stellen fest, dass einerseits bei allen Beteiligten Skepsis, Unsicherheiten und Berührungsängste ebenso vorhanden sind wie andererseits Mitgefühl und Solidarität für die in Not geratenen Menschen; und nicht nur die Sprachbarriere stellt uns dabei vor enorme Schwierigkeiten. Dennoch: Wir wollen, soweit es in unserer Macht steht, dabei helfen, Vorbehalte abzubauen und ein Zeichen zu setzen für ein positives und tolerantes Miteinander der Menschen in unserer Verbandsgemeinde.“, sagen Verbandsbürgermeister Thilo Becker und Stadtbürgermeister Michael Thiesen.



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