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Nachricht vom 03.11.2015    

Bisheriger Ausbau der B 414 zulasten des Biotopverbundes

Der BUND setzt sich für Belange des Artenschutzes beim weiteren Ausbau ein. Die Lebensraumadern der Wildkatze wurden erheblich zerschnitten. Die mit dem Landesumweltamt erarbeiteten Korridorräume wurden beim Ausbau nicht berücksichtigt. Der LBM zeigt Bereitschaft, geeignete Naturschutzmaßnahmen auf dem Ausbau der noch verbliebenen Strecke einzupflegen.

BUND-Logo.

Kirburg. Vergangene Woche besichtigte Verkehrsminister Roger Lewentz mit dem Westerwälder Landtagsabgeordneten Hendrik Hering die Ortsumgehungen Nister-Möhrendorf und Kirburg. Lobend wurde bei diesem Termin der Ausbau besprochen, bezüglich des Verkehrswegeplanes habe man hier seine Hausaufgaben gemacht, sagte Verkehrsminister Roger Lewentz vor Ort.

Kirburg. Die Ausbaustrecke sei kein kleines Einzelprojekt weniger Ortschaften, sondern ein großräumiges Verkehrskonzept von landesweiter Bedeutung zwischen den Ballungsräumen Rhein/Sieg und Rhein/Main, so der Verkehrsminister.

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Landesverband Rheinland-Pfalz und die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg kritisierten in der Vergangenheit jedoch wiederholt den nicht naturverträglichen Ausbau der Strecke in der bisherigen Planung. Aus Sicht des BUND und der Stiftung hat man seine Hausaufgaben eben nur unzureichend erledigt, da wesentliche Belange des Arten- und Naturschutzes beim Ausbau nicht berücksichtigt wurden.

Das großräumige Verkehrskonzept besteht nämlich in diesem Raum nicht nur aus Blech und Asphalt, sondern hier verlaufen auch landesweit bedeutsame Lebensraum- und Wildtierkorridore durch den Westerwald, zum Beispiel für die Wildkatze. Diese Lebensraumadern werden erheblich vom Ausbau der B414 zerschnitten. Die Korridore wurden vom Bundesamt für Naturschutz, dem Landesumweltamt in Mainz und Wildtierexperten erarbeitet, liegen den Länderbehörden vor und sind planungsrelevant. Üblicherweise finden diese Korridorräume bei Eingriffsprojekten Berücksichtigung – nicht so in der ursprünglichen Planung zum Ausbau der B414.



Der BUND hat sich in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit dem LBM (Landesbetrieb für Mobilität) und den Naturschutzbehörden im Rahmen des landesweiten Projektes „Wildkatzensprung“ daran gesetzt, die Wirkungen dieser Zerschneidung, wo noch möglich, abzuschwächen, da bereits einige Teilabschnitte der B414 ausgebaut wurden, ohne den Artenschutz ausreichend zu berücksichtigen. In dieser Region stellt der Westerwald den bundesweit bedeutsamen Lebensraumverbund zwischen den Wäldern der Montabaurer Höhe, dem Siegerland und dem Rothaargebirge dar. Der bereits ausgebaute Teilabschnitt ist für die Wildkatze aufgrund der Betonwände und befestigten Bermen ( Berme ist ein horizontales Stück oder ein Absatz in der Böschung) sowie der hohen Fahrgeschwindigkeit nicht mehr passierbar. Erste tödlich verunfallte Wildkatzen auf der B414 wurden bekannt und belegen die Defizite des bisherigen Ausbaus.

Der LBM hat die Probleme inzwischen erkannt, die Anregungen der Naturschutzverbände aufgenommen und geeignete Maßnahmen der Konfliktminderung für die weitere Ausbauplanung ergriffen.

Diese Maßnahmen sind aus Sicht des Biotopverbundes unbedingt notwendig, damit der überregional bedeutsame Wildtierkorridor im Westerwald für die Zukunft gesichert ist.

Der BUND und die Stiftung freuen sich über die engagierte Bereitschaft des LBM, geeignete Naturschutzmaßnahmen auf dem Ausbau der noch verbliebenen Strecke einzupflegen und ist gerne zur weiteren Zusammenarbeit bereit.

Für Rückfragen steht Frieder Leuthold; Projektleiter „Wildkatzensprung“ BUND Rheinland-Pfalz; Telefon: 0151 / 12273866 zur Verfügung.



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