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Nachricht vom 10.11.2015    

Die ersten Flüchtlinge sind auf dem Stegskopf gut aufgehoben

Die Versorgung und die Unterkünfte verdienten viel Lob und Anerkennung von Politikern des Landes Rheinland-Pfalz und der Kreise Altenkirchen und des Westerwaldkreises. Aktuell haben 516 Menschen bislang Einzug gehalten. Alles läuft nach Plan. Für polemische und fremdenfeindliche Vorurteile, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, gibt es keine Beweise.

Die Ministerinnen Irene Alt und Sabine Bätzing-Lichtenthäler beim Rundgang durch das AfA Stegskopf. Fotos: Reinhard Panthel

Emmerzhausen/Stegskopf. All das, was die vielen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Helfer bis jetzt auf die Beine gestellt haben, verdient Lob und Anerkennung. Und davon konnten sich zahlreiche Vertreter der Presse und der Fernsehanstalten beim Rundgang durch das in Betrieb genommene Flüchtlingsaufnahmelager (AfA) aus dem Stegskopf überzeugen. 516 Flüchtlinge sind bisher aufgenommen worden. Den größten Anteil stellen die mehr als 300 Syrer, gefolgt von etwa 107 Afghanen und Andersstämmigen aus dem Iran, Armenien und Eritrea.

Ein ehrenamtlicher Arzt aus der Kreisärzteschaft Kreis Altenkirchen erläuterte den Tagesablauf und die Behandlungen der Hilfesuchenden, die zwischen 9 und 13 Uhr Rat und medizinische Hilfe finden. „Wenn erst einmal 3000 Flüchtlinge hier sind, ist eine medizinische Präsenz unbedingt erforderlich. Sonst wird es sehr teuer!“ Ehrenamtliche und Ärzte auf Honorarbasis kümmern sich derzeit um die Flüchtlinge im Gebäude 05/II.

Nächste Station der Besuchergruppe, die von AfA-Leiter Winfried Conrad angeführt wurde, führte in das Aufnahmezentrum, in dem jeder Flüchtling entsprechende Ausweise und ein Starterpaket für die persönlichen Belange ausgehändigt bekommt. Mit Plakaten haben die Jung-Rotkreuzler die Flüchtlinge willkommen geheißen. Nur 70 Minuten dauert es, wenn ein Bus voller Flüchtlinge vorfährt, bis alle registriert werden. „Alle Flüchtlinge, die bisher aufgenommen wurden, fielen positiv durch ihre Freundlichkeit auf!“, sagte Conrad. Nach der Besichtigung der Kleiderkammer – „es fehlen Schuhe Größe 42“ – und einem Blick in den Speisesaal, stellen die Presseleute ihre gezielten und teils kritischen Fragen.

Der Leiter der Flüchtlingsstelle Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek stand ebenso Rede und Antwort wie die beiden Ministerinnen Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Irene Alt. Sie nutzte noch einmal die Gelegenheit ein Wort des Lobes und Dankes an die Helfer auszusprechen, die bisher viel geleistet haben. Dem schloss sich Kerstin Ginsberg an, die für den Flüchtlingsrat der Flüchtlingshilfe der evangelischen Allianz Daaden Ziele und Planungen für gezielte Hilfe umriss. Darin enthalten sind auch Freizeitangebote und sinnvolle Jugendarbeit. Künftig sollen die Einkaufsmöglichkeiten der Flüchtlinge verbessert werden, die derzeit mit Omnibussen nach Daaden und Bad Marienberg zum Einkauf gefahren werden.



Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Jugend und Frauen, zeigte sich überrascht von der guten Flüchtlingseinrichtung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf. Sie hob hervor, dass auch das weitläufige Außengelände gerade den Kindern zugute komme. Anerkennende Worte in diesem Sinne auch von Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Sie sprach von zweisprachigen (deutsch und arabisch) Vorbereitungsgesprächen die auch bei der späteren Jobvermittung dienlich seien. Parallel zu alledem läuft eine wissenschaftliche Studie – einmalig in der Bundesrepublik - mit der Erfahrungen für die Zukunft in der Flüchtlingsfrage und deren Behandlung ausgewertet werden sollen. Sozialpädagogen aus Mainz betreuen diese wissenschaftliche Studie, die das neutrale Institut erarbeiten soll.

Auf die Fragen der Journalisten gab es klare Antworten: Derzeit stehen 700 Betten-Schlafplätze zur Verfügung. 1500 sollen es bis 15. Dezember sein. Als Obergrenze sind zunächst 3000 Flüchtlinge vorgesehen. Für 2400 bis 2600 Flüchtlinge ist in den vorhandenen Gebäuden Platz. Die weitere Planung sieht das Aufstellen von zusätzlichen Wohncontainern vor. Bis dahin sind auch alle Wasser- und Abwasserleitungen einsatzbereit. Mit der Gemeinde Emmerzhausen gibt es noch Verhandlungsbedarf.

Auf die Frage nach dem erforderlichen Personalbedarf antworteten die Offiziellen, dass das DRK etwa 50 Mitarbeiter einstellen muss und jetzt bereits 15 neue Kräfte im Einsatz hat. Zwei Ärzte stehen derzeit zur Verfügung, ehrenamtlich und auf Honorarbasis. Die finanzielle Personal-Ausstattung stellt das Land Rheinland-Pfalz sicher. 40-50 Personen sind beim Wachdienst aktiv. Später ist auch eine eigene Feuerwehr nötig. Landrat Michael Lieber (Kreis Altenkirchen) ergänzte: Vier Stellen werden vom Gesundheitsamt Altenkirchen besetzt. Ab 10. November steht das Gesundheitsamt zur Verfügung.

Auf eine gezielte Frage antwortete Leiter Detlef Placzek: „Ein Drittel aller Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz sind weiblich!“ (repa)




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