Arbeitslosenquote in der Region bei 3,7 Prozent
November brachte kaum Veränderungen im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur gegenüber Vormonat und Vorjahr – Saison-Kurzarbeitergeld verhindert Entlassungen im Winter. Flüchtlinge sind großes Thema, zunächst müssen Qualifikationen und Fähigkeiten festgestellt werden, Sprachkompetenz ist Türöffner.
Westerwaldkreis. Die Arbeitslosenquote in der Region bleibt stabil bei 3,7 Prozent. Derselbe Wert wurde sowohl im Vormonat Oktober als auch im Vorjahresmonat November errechnet. Selbst bei den absoluten Zahlen gibt es kaum Veränderungen: Derzeit sind im Bezirk Montabaur 6.567 Menschen ohne Job gemeldet – 8 mehr als im Oktober und 43 mehr als im November 2014.
„Nach der Herbstbelebung nimmt die Dynamik nun allmählich ab“, beobachtet Madeleine Seidel, Leiterin der Agentur für Arbeit Montabaur, die für die beiden Landkreise Westerwald und Rhein-Lahn zuständig ist. Anders als konjunkturelle Schwankungen sind die saisonalen vorhersehbar. So werden die Arbeitslosenzahlen in der kalten Jahreszeit ansteigen, wobei das Ausmaß immer von der Strenge des Winters abhängt. Mit Blick auf die Entwicklung der zurückliegenden Monate stellt Seidel fest: „Die Arbeitslosigkeit ist erfreulich niedrig und wir erwarten, dass der Markt stabil bleibt.“
Auf dem Stellenmarkt geht es verhaltener zu, was die Agenturchefin als Zeichen des nahenden Winters wertet. Im November meldeten die Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der beiden Jobcenter Westerwald und Rhein-Lahn 671 Stellen; das ist ein Minus von 113 gegenüber Oktober. Dass es im Vergleich zum November 2014 einen Rückgang um 611 Stellen gibt, ist untypisch und einem „statistischen Ausreißer“ des Vorjahres geschuldet: Damals wurden er Agentur doppelt so viele Jobangebote gemeldet wie üblich. Sie stammten aus dem Bereich Personaldienstleistung und wurden im Westerwaldkreis aufgenommen, waren jedoch im gesamten Bundesgebiet zu besetzen.
Ein großes Thema sind auch im Agenturbezirk Montabaur die Flüchtlinge. „Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter stehen vor einer immensen Herausforderung, die es mit allen Kräften zu meistern gilt“, sagt Madeleine Seidel. „Um die Menschen, die hier Schutz suchen, in die Gesellschaft und in Arbeit zu integrieren, müssen zunächst ihre Qualifikationen und Fähigkeiten festgestellt werden. Ein Türöffner zum Arbeitsmarkt ist die Sprachkompetenz. Deshalb finanziert die Agentur für Arbeit Deutschkurse, die schon jetzt von vielen Flüchtlingen besucht werden. Im neuen Jahr werden sie dank ihrer erworbenen Sprachkenntnisse verstärkt auf Jobsuche gehen.“ Seidel betont, dass der Flüchtlingsstrom die Chance eröffne, dem Fachkräftemangel gegenzusteuern und appelliert an die Arbeitgeber: „Schauen Sie, ob Sie Flüchtlinge einstellen können. Die Erwartung sollte nicht unbedingt sein, eine fertige Fachkraft zu finden, sondern ein Potenzial, das sich erschließen lässt. Auch auf diesem Weg kann die Agentur für Arbeit unterstützen – durch Beratung und finanzielle Fördermöglichkeiten.“
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Der Blick auf die beiden Landkreise des Agenturbezirks zeigt, dass die Entwicklung am Arbeitsmarkt unterschiedlich verlief – ohne dass es große „Ausschläge“ gab: Während die Situation im Rhein-Lahn-Kreis sich leicht entspannte, nahm die Arbeitslosigkeit im Westerwaldkreis etwas zu.
So waren Ende November im Westerwaldkreis 4.055 Menschen ohne Job gemeldet. Das ist eine Zunahme von 32 Personen gegenüber dem Vormonat und 92 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat. Hier stieg die Quote jeweils um 0,1 Prozent an; sie liegt aktuell bei 3,7 Prozent.
Im Rhein-Lahn-Kreis werden 2.512 Arbeitslose gezählt – 24 weniger als im Oktober und 49 weniger als im November 2014. Hier veränderte sich die Quote in den vergangenen Wochen nicht. Sie bleibt bei 3,9 Prozent; vor einem Jahr waren es glatte 4 Prozent.
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