Werbung

Nachricht vom 29.12.2015    

Kreisjugendamt muss große Herausforderung meistern

Rund 140 jugendliche Flüchtlinge müssen demnächst untergebracht und betreut werden. Die Belastungen und Anforderungen an alle Jugendämter für die Bewältigung dieser zusätzlichen Aufgaben sind bereits jetzt schon außerordentlich hoch. Der Personalstamm im Kreisjugendamt in Montabaur wurde bereits aufgestockt.

Montabaur. Zum 1. November war das Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher (UMA) in Kraft getreten. Vor allem soll durch die neuen gesetzlichen Regelungen die Verteilung der jungen Flüchtlinge, die ohne Erziehungsberechtigten einreisen, gerechter werden. Die Kommunen in Grenznähe und die zentralen Orte (Einreiseknotenpunkte), die bisher in hohem Maße für die Unterbringung und Betreuung beansprucht wurden, sollen entlastet und die Anforderungen bei der Unterbringung der jungen Menschen auf die „Schultern“ aller Länder verteilt werden. Die Verteilung der UMA soll sich demnach mehr nach dem Königsteiner Schlüssel, entsprechend der Verteilung der erwachsenen Flüchtlinge, richten.

Derzeit ist der Westerwaldkreis verantwortlich für knapp über 40 UMA. Das Land Rheinland-Pfalz muss nach dem Königsteiner Schlüssel 4,8 Prozent der unbegleitet minder-jährigen ausländischen Kinder und Jugendlichen aufnehmen. Der Westerwaldkreis wird hiervon fünf Prozent, das sind nach derzeitigem Stand circa 140 Jugendliche, überwiegend männlich, aufnehmen müssen.
Die Jugendlichen sind in Einrichtungen der Jugendhilfe aufzunehmen, können und sollen aber auch bei Verwandten unterkommen. Die Unterbringung bei Westerwälder Gastfamilien wird ebenfalls in Betracht gezogen. Hierzu hatte bereits Anfang November eine Info-Veranstaltung im Kreishaus in Montabaur stattgefunden. Von den über 100 Anwesenden hat eine große Zahl an Familien ihr Interesse bekundet, den Westerwaldkreis bei der Betreuung und Versorgung der Jugendlichen zu unterstützen. Die Überprüfung der Familien, ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme erfüllt werden, läuft derzeit. Darüber hinaus sind mehrere freie Träger, unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, der Caritasverband und auch die Katharina-Kaspar-Gruppe Dernbach, damit befasst, Plätze in Einrichtungen zu schaffen. Mit den Trägern sind Leistungsvereinbarungen und Entgelte zu verhandeln und abzustimmen. Die Kosten für die Unterbringung eines UMA in einer Einrichtung der Jugendhilfe sind nicht unerheblich, weichen aber auch nicht von den Tagessätzen für die bisher vorhandenen Einrichtungen ab.



Plätze werden benötigt für die Inobhutnahme sowie Regelplätze für die Folgehilfen. Während einer Inobhutnahme (vorläufige Aufnahme und Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen in einer Notsituation durch das Jugendamt) erfolgt ein Clearing: es werden unter anderem die Identität und die Nationalität geprüft, es erfolgt eine Sozialanamnese, eine Gesundheitsuntersuchung wird veranlasst und man versucht festzustellen, ob sich Familienangehörige oder Verwandte in Deutschland aufhalten, um eine Zusammenführung zu ermöglichen.

Das Kreisjugendamt klärt und muss in Abstimmung mit dem Betroffenen darüber entscheiden, welche Art der Unterbringung und Versorgung die richtige und geeignete ist.

Die Betreuung der UMA liegt grundsätzlich in der Verantwortung des Kreisjugendamtes. Die Belastungen und Anforderungen an alle Jugendämter für die Bewältigung dieser zusätzlichen Aufgaben sind bereits jetzt schon außerordentlich hoch. Der Personalstamm im Kreisjugendamt in Montabaur wurde bereits aufgestockt. Bedingt durch den weiteren Zustrom von Flüchtlingen ist zu erwarten, dass darüber hinaus zusätzliches Personal im Sozialen Dienst, im Pflegekinderdienst, in der ambulanten Familienhilfe sowie Vormünder einzusetzen sein wird. Dies teilt die Kreisverwaltung mit.


Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Aktualisiert: Kienle tot – Händler aus Mülheim-Kärlich deckte Skandal auf

Die aktuelle Episode des Podcasts „Verbrechen von nebenan“ rückt einen der spektakulärsten Oldtimer-Skandale ...

Neues Wohnprojekt in Montabaur: Barrierefreie Wohnungen entstehen

In der Hospitalstraße in Montabaur wird ein neues Bauprojekt realisiert, das dringend benötigten Wohnraum ...

Erneut Weltkriegsbombe an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz entdeckt

Bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wurde erneut eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ...

Niederelbert: Baugebiet "Im Herberg II" erfolgreich erschlossen

Die Erschließung des Neubaugebiets "Im Herberg II" in Niederelbert ist abgeschlossen. Auf 45 neuen Bauplätzen ...

Tafel Koblenz: Wefelscheid lobt Engagement und schlägt Integrationsprojekt vor

Bei einem Besuch der Tafel Koblenz informierte sich der Landtagsabgeordnete Stephan Wefelscheid über ...

Themenvorschläge, Hinweise, Wünsche: Was möchten Sie bei den Kurieren lesen?

In unserer Region - Ihrer Heimat! - passieren oft Dinge, von denen wir als Redaktion nicht zwangsläufig ...

Weitere Artikel


Landschaftsmuseum verzeichnet Nachfrage-Boom

„Wir sind da leider ausgebucht!“ heißt es immer öfter am Telefon des Landschaftsmuseums Westerwald in ...

Westerwaldkreis hält Schullandschaft fit für Zukunft

Rund 3,53 Millionen Euro sieht der Kreishaushalt 2016 für die Modernisierung und Erhaltung der kreiseigenen ...

Olaf Scholz kommt zum Bürgerempfang nach Rennerod

„Olaf Scholz hat immer wieder eindrucksvoll bestätigt, dass ein ergebnisorientiertes Regierungshandeln ...

Vor 25 Jahren wurde Nihat Yusufoglu ermordet

Hachenburg gedenkt an den kurdischen Jugendlichen, der von einem fremdenfeindlichen Jugendlichen erstochen ...

Bilanz der Hachenburger KulturZeit

Kabarett auf hohem Niveau, Konzerte in neuem Ambiente, die Jugendtheatertage in Hachenburg und vieles ...

Faszination Modelleisenbahn lockte die Besucher

Modelleisenbahnen unterliegen auch dem technischen Wandel. So fahren heute die Miniaturzüge mit digitaler ...

Werbung