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Nachricht vom 05.03.2016    

Walter Ambrosch, eine Legende lebt in seinen Bildern weiter

Hachenburger Naturtalent und Genie in einer Person wurde nur 48 Jahre alt. Viele seiner Bilder blühen im Verborgenen und sprechen noch heute deren stolze Besitzer an. Eine Vernissage würde sich bestimmt lohnen.

Alte Ölsardinendose am Strand - vom Künstler im Urlaub gemalt. Fotos: Reinhard Panthel

Hachenburg. Walter Ambrosch war ein richtiger Künstlertyp. Eher etwas verschroben, ruhig, ja fast still und zurückhaltend, aber wenn er den Pinsel oder andere Malerutensilien in die Hand bekam, dann explodierte in ihm ungebremst das Genie. Viele Bilder, Collagen und andere künstlerisch wertvolle Relikte seines leider nur zu kurzen Schaffens, befinden sich im Privatbesitz. Insgesamt ein Schatz, der sich für eine öffentliche Ausstellung eignen würde.

Walter Ambrosch erlernte nach der Schulzeit das Handwerk des Anstreichers und Malers. Aber das Naturtalent entdeckte doch relativ rechtzeitig seine eigentliche Begabung und fand nach kurzer Zeit eine Anstellung als Grafiker bei der Druckerei Hachenburg. Sein verstorbener Vorgänger, Fritz Schwab, hatte einen eigenen Stil. Eher die Schrift als Gestaltungssymbol wirkte bei seinen Arbeiten. Schon von Weitem erkannte man die plakative Handschrift des Könners aus dem Süden.

Mit Walter Ambrosch kam ein frischer Wind und damit verbunden eine farbige neue Welt in die Werbeszene. Leuchtende Farben und harmonische Gestaltungselemente faszinierten den agilen Druckereichef Heiner Zydeck und die aufmerksam gewordenen Druckkunden in der Druckerei Hachenburg, in der auch die „Westerwälder Zeitung““ gedruckt wurde. Auch die Redakteure besannen sich auf Walter Ambroschs Geschick und beschäftigten ihn als genialen Karikaturisten.

Nicht die Masse, sondern die Klasse der Zeichnungen entscheidet – auch heute noch - über die Fähigkeit und den Zuspruch durch Leser und Betrachter. Walter Ambrosch war auch der Wegbegleiter des Autors, als „repa“ das tägliche Leben in der WZ begleitete. Ein Tipp zur Szene und eine grobe Darstellungsidee genügte, bis Walter Ambrosch mit einer überzeugenden Karikatur „ohne Text“ mehr zu sagen hatte, als viele Worte. So manchem Politiker war die Zornesröte im Gesicht anzumerken, wenn Walter mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Er machte nicht viel Aufheben um seine künstlerischen Fähigkeiten. Nur ein bescheidenes „Amb“ mit Jahreszahl rechts unten, genügte ihm als Signatur für jedes kleine Kunstwerk, das alles andere in den Schatten stellte.



Doch auch seine wertvolle Malerei und die Experimentierfreudigkeit mit Farben und allen erdenklichen Werkstoffen sind bis heute vielschichtig erhalten geblieben und geben Auskunft über sein unermüdliches Wirken. Walter Ambrosch, 1940 geboren, konnte nicht als „Dauerbrenner“ Kunst produzieren. Wie viele seiner Malerkollegen gab es auch bei ihm regelrechte „Phasen“, Zeiten der Ruhe, der Besinnung und dann plötzlich wie aus heiterem Himmel Abschnitte in seine Leben, in denen er ruhelos und unermüdlich arbeitete. „Walter“ hat kein Vermögen hinterlassen, als mit 48 Jahren viel zu früh verstarb, aber er hinterlässt eine große Fangemeinde, die sein Wirken anerkennt und sein Andenken als begnadeten Künstler in Ehren hält.

Zu gegebener Zeit, wenn sich genügend Sammler von „Amb-Kunstwerken“ gefunden haben, könnte man mal eine lohnende Ausstellung ins Auge fassen. Reinhard Panthel



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