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Nachricht vom 20.04.2016    

Berufswahl und Erwerbsleben: Von Rollenbildern geprägt

Typisch weiblich, typisch männlich: Noch immer sind Berufswahl und Karriere vom traditionellen Rollenbild geprägt. Unsere Region mit den Landkreisen Westerwald und Rhein-Lahn bildet da keine Ausnahme. Interessante Einblicke gewährt ein Faltblatt, das die Agentur für Arbeit Montabaur und die Jobcenter jedes Jahr gemeinsam herausgeben: „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“. Jetzt liegt die neue Ausgabe vor.

Logo des Arbeitsamts.

Montabaur. Die Beschäftigung wächst seit Jahren und hat einen neuen Höchststand erreicht. „Nie zuvor waren so viele Menschen im Bezirk in sozialversicherungspflichtiger Arbeit“, erklärt Agenturleiterin Madeleine Seidel. Zum Stichtag 30. Juni 2015 waren dies 95.496 Personen – 42.909 Frauen und 52.587 Männer. Gegenüber dem Jahr 2010 ist ein Zuwachs von knapp 10 Prozent zu verzeichnen. „Erfreulich ist, dass die Frauen von dieser positiven Entwicklung stärker profitiert und somit aufgeholt haben“, beobachtet Madeleine Seidel. „Bezeichnend ist aber auch, dass jede zweite Frau mit einer sozialversicherungspflichtigen Stelle in Teilzeit arbeitet. Bei den Männern sind es gerade mal sieben Prozent. Darin spiegelt sich die klassische Arbeitsteilung in der Familie: Männer sorgen für das Haupteinkommen. Frauen unterbrechen für die Familienphase häufig ihre Erwerbsbiografie. Und vor allem sie sind es, die beruflich zurückstecken, um sich um die Kinder zu kümmern oder Angehörige zu pflegen.“

Die Statistik zur geringfügigen Beschäftigung rundet dieses Bild ab. 15.352 Frauen verdienten hauptberuflich monatlich nicht mehr als 450 Euro; hier gibt es im Fünfjahreszeitraum einen Rückgang um 335 Personen, der sich prozentual mit lediglich 2,1 Prozent niederschlägt. Demgegenüber stehen 8.155 Männer - das allerdings ist ein deutliches Plus von 1.173 Personen bzw. 16,8 Prozent. Bei der geringfügigen Beschäftigung als Nebenjob ist die Kluft zwischen den Geschlechtern nicht ganz so ausgeprägt: 6.173 Frauen und 5.418 Männer hatten Mitte 2015 einen solchen Zuverdienst. Die Zuwachsraten gegenüber 2010 sind beiderseits beträchtlich.

Schon bei der Berufswahl sind Jungen und Mädchen auf „eingetretenen Pfaden“ unterwegs. Im vergangenen Ausbildungsjahr (Oktober 2014 bis September 2015) haben sich bei der Agentur für Arbeit Montabaur 1.414 Bewerber und 1.052 Bewerberinnen für eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet. Die Priorität der Wünsche und die Konzentration auf wenige Berufe sind seit vielen Jahren nahezu unverändert. Unter den Top Ten finden sich bei den Mädchen – die übrigens häufiger als junge Männer einen mittleren oder höheren Schulabschluss vorweisen können - zuverlässig die Verkäuferin, die medizinische Fachangestellte und die Friseurin. Gemeinsam ist allen das Interesse an kaufmännischen Tätigkeiten – und hier gibt es bekanntlich ein breites Spektrum von (Fach)Verkäufern über Industriekaufleute bis hin zu Kaufleuten im Büromanagement. Typisch für Jungs ist, dass viele eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker, Fachlageristen, Industriemechaniker oder Metallbauer machen möchten.



Fast 40 Prozent der Mädchen und 56 Prozent der Jungen fixieren sich auf die jeweiligen Top-Ten-Berufe. Die Agenturchefin rät dazu, den Blick zu weiten und neue Felder zu erkunden: „Es gibt in Deutschland etwa 330 anerkannte Ausbildungsberufe und damit viele Perspektiven für ein spannendes und erfolgreiches Erwerbsleben.“

Was bei der Berufswahl beginnt, dokumentiert sich folgerichtig in der Beschäftigungsstruktur einzelner Branchen. Sehr viele Frauen sind in Büros und Sekretariaten, in Erziehung und sozialer Arbeit sowie in Arztpraxen tätig. Bei den Männern liegen Schwerpunkte bei der Maschinenbau- und Betriebstechnik, dem (Hoch)Bau, der Lagerwirtschaft und der Metallbearbeitung.


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