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Nachricht vom 21.07.2017    

Abendexkursion mit Gerd Frink führte ins Naturschutzgebiet

Der Westerwald-Verein wurde vor 130 Jahren auch gegründet, um den praktischen Naturschutz vor Ort zu unterstützten, um einen Beitrag zum Erhalt unserer vielfältigen heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu leisten. Diesem Ziel verbunden fühlt sich auch der mit 33 Jahren noch recht junge Zweigverein Buchfinkenland, der jetzt zu einer abendlichen Exkursion in das 20 Hektar große Naturschutzgebiet (NSG) Stelzenbachwiesen eingeladen hatte.

Naturschützer Gerd Frink führte eine Gruppe auf Einladung des Westerwald-Vereins durch das Naturschutzgebiet Stelzenbachwiesen. Foto: Privat

Horbach. Geleitet wurde sie von Gerd Frink (Montabaur), der schon seit fast 30 Jahren als aktives NABU-Mitglied im Auftrag der Unteren Landespflegebehörde dieses 1984 ausgewiesene ökologische Kleinod betreut. Als Vorsitzender des Westerwald-Vereins Buchfinkenland begrüßte Manfred Henkes, der auch Förster des gleichnamigen Forstreviers ist, die interessierten Naturliebhaber. Er wies darauf hin, dass der benachbarte Stelzenbachforst als Naturwaldzelle ausgewiesen ist, was zum angrenzenden NSG passe. „Dort findet ebenso wie im NSG keine forstliche Nutzung statt“, so der erfahrende Revierleiter.

„Das 1984 ausgewiesene NSG Stelzenbachwiesen ist weitgehend ein Feuchtgebiet, weshalb es auch heute Abend hier regnet“, meinte Gerd Frink mit einem Augenzwinkern bei seinen einleitenden Anmerkungen. Das führe auch dazu, dass das Gelände für Wildschweine ein wahres Paradies sei, wie leicht an der einen oder anderen Suhle festzustellen war.

Begleitet wurde die Gruppe teilweise vom Gesang der Mönchsgrasmücke und auch die Singdrossel war ab und zu deutlich zu hören. Im weiteren Verlauf der Wanderung konnten weitere Vögel beobachtet und gehört werden. Naturschützer Frink bedauerte, dass die Braunkehlchen verschwunden und der Graureiher seltener zu sehen sei. Unter einer Brücke über den Stelzenbach machte aber die Wasseramsel auf sich aufmerksam. Nicht blicken ließ sich der große Kolkrabe, der bei uns wieder heimisch geworden ist. „Sehr ärgerlich ist“, so Frink, „dass viele Flächen auch im Schutzgebiet durch eine Überdüngung für Bodenbrüter vergiftet und damit kaputt sind“. Kaputt - beispielsweise für seltene Orchideen - seien auch einige Fläche durch privaten Holzeinschlag.



Den teilnehmenden Naturfreunden und –Freundinnen wurde am Wegesrand seltene Pflanzen wie verschiedene Orchideenarten, Herbstzeitlose, Knabenkraut und Anika vorgestellt. Als ökologisch besonders wertvoll wurden Heckenbereiche beispielsweise mit Schwarz- und Weißdorn hervorgehoben.

Der NSG-Betreuer wies im Laufe des Abends auch auf verschiedene Ärgernisse hin, die die ökologische Funktion des Naturschutzgebietes negativ beeinträchtigen. „Es kommt immer wieder vor, dass Leute mit dem Traktor ins NSG fahren um ihre Gartenabfälle zu entsorgen“, schimpfte Frink. Dagegen seien Fegeschäden an Jungbäumen durch Wildtiere nicht ganz zu vermeiden. Frink wies auch auf eine Vielzahl von im NSG geltenden Einschränkungen hin: so dürften Hunde nicht frei laufen um beispielsweis keine Brutgebiete zu gefährden. Auch sei es verboten die Wege nicht verlassen. Gelobt wurde der gute Kontakt zum Jagdpächter.

Als Teilnehmer an der Exkursion dankte Kreistagsmitglied Uli Schmidt Frink für sein langjähriges Engagement in den Stelzenbachwiesen: „Du hast dich in drei Jahrzehnten unermüdlichem Einsatz für das NSG um die Region und unsere Landschaft verdient gemacht“.


Lokales: Montabaur & Umgebung
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