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Nachricht vom 30.07.2017    

Westerwälder erobern das Ijsselmeer

Frauen und Männer ab 50 machten sich auf, um als Mannschaft auf dem Ijsselmeer unter Anleitung der niederländischen Kapitänin Jantine van Berkel mit Familie und ihrer Matrosin Anja aus der Schweiz gemeinsam die auffälligen braunen Segel des „Schwarzen Falken“ (Zwarte Valk) zu setzen und dabei zu spüren, welche Kraft Wind und Meer haben können.

Fotos: Privat

Bad Marienberg. In der siebentägigen Segelfreizeit des Evangelischen Dekanats Bad Marienberg wurden verschiedene Ziele am Ijsselmeer und im Wattenmeer angelaufen. Jedoch gab es bei den Häfen kein „Wunschkonzert“. Schnell begriff die 19-köpfige Crew, dass auch hier der Wind das Sagen hat. Je nach dem aus welcher Richtung dieser blies, wurde gemeinsam vor dem täglichen Ablegen besprochen, welches Ziel möglich war. So ging es am ersten Tag direkt vom Heimathafen Makkum übers Ijsselmeer quer rüber nach Enkhuizen, eines der schönsten Städtchen der Region. Wenn wundert es da, dass im Hafen der historischen Segler die Liegeplätze schon gut ausgebucht waren. Dann ist es üblich, an der Seeseite eines schon festgemachten Seglers festzumachen und dann über dessen Deck an Land zu gehen.

Bis zu drei Schiffe nebeneinander im Päckchen sind durchaus üblich. Die meisten Mitsegler nutzten die Gelegenheit nach einem „harten Seemannstag“ an Land zu gehen, die Gegend zu erkunden und einzukaufen. Am zweiten Tag ging es dann stramm an der Westküste entlang über eine der beiden Schleusen ins Wattenmeer. Dort sind die westfriesischen Inseln vorgelagert und unser Schiff musste hier durch vorgeschriebene Fahrrinnen segeln, um nicht irgendwo auf einer Sandbank aufzulaufen. Diese Gefahr besteht vor allem bei ablaufendem Wasser, das durch die Gezeiten verursacht wird. Am 2. Tag war dann die Insel Texel und am folgenden Tag die Insel Vlieland das Ziel. Vor allem das naturbelassene Vlieland wurde als erholsam erlebt: Ein kleines Dorf zum Bummeln und Dünen, die zum Innehalten einluden, bildeten den Charakter der Insel.

Ein Ruhepunkt der besonderen Art war es auch, als die Gruppe von Vlieland aus wieder in See stach. Für den Abend war „Trockenfallen“ angesagt. Das bedeutet bei ablaufendem Wasser über einer Sandbank ankern und warten bis der „Zwarte Valk“ dort aufgesetzt hat. So nutzten einige bei entsprechender Wassertiefe den Ausstieg über Bord zum Baden. Andere warteten bis der Wasserspiegel so weit unten war, dass man im dann freiliegenden Watt einen Abendspaziergang machen konnte. Als dieser dann langsam wieder stieg, kamen wieder alle an Bord. Belohnt wurde dieser schöne Abend zum Abschluss mit einem nicht zu beschreibenden langen Sonnenuntergang. Nach Übernachtung auf hoher See steuerte Kapitänin Jantine am nächsten Morgen mit ihrer Mannschaft wieder das Ijsselmeer an. Bei Superwindstärke 7 bis 8 gab es einen langen Segeltag bis nach Hoorn hinter Enkhuizen im Marker Meer. In Hoorn lagen nicht ganz so viele Segler, aber auch hier erwartete alle ein sehenswerter Ort, den es zu entdecken galt. Zurück ging es mit einem weiteren Stopp in Enkhuizen zurück zum Heimatliegeplatz des „Zwarte Valk“ in Makkum.



Außer dem Segeln, was im Mittelpunkt des gemeinsamen Miteinanders stand, kam die Gruppe täglich vor dem Frühstück zusammen, um mit einem geistlichen Impuls in den Tag zu gehen. Dabei ging es unter anderem um Sehnsüchte, die wir Menschen in uns tragen und wie man versucht, damit umzugehen. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansätzen und Perspektiven ließen dabei die Mannschaft menschlich näher zusammen rücken. Abends nach dem Landgang saß man meist noch zusammen, um bei Ziehharmonika Fahrten- und Seemannslieder zu singen oder in kleinen Gruppen Karten- und Gesellschaftsspiele zu spielen. Es war eine Kreuzfahrt der besonderen Art, wo alle aktiv mittun, um das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis werden zu lassen.

Es besteht die Möglichkeit, sich bereits jetzt bei Gemeinde-Pädagoge Matthias Kern in eine Adressenliste aufnehmen zu lassen, um für einen möglichen erneuten Segeltörn im kommenden Jahr die Informationen mittels eines Flyers zu erhalten. Telefon: 02663 / 968235, dienstags 9 bis 14.30 Uhr, oder E- Mail: matthiaskern.dek.badmarienberg@ekhn-net.de.



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