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Nachricht vom 03.11.2017    

Tipps für Unternehmensgründer im Westerwald - ein Überblick

In ganz Deutschland erschaffen junge Gründer neue Unternehmen. Start-ups, aber auch neue Handwerksbetriebe oder Einzelhandelsgeschäfte werden gegründet - und von dieser Tatsache ist auch die Region des Westerwalds nicht ausgeschlossen. Auch hier trumpfen Gründer mit frischen Ideen auf oder besinnen sich auf die teils jahrhundertealten Fertigkeiten des Handwerks. Doch was für alle Regionen gilt, trifft ebenfalls auf den Westerwald zu. Auch hier müssen Unternehmensgründer darauf achtgeben, bei der Gründung möglichst keine Fehler zu machen.

Unternehmensgründer müssen ihr Vorhaben entsprechend planen. @ Alexas_Fotos (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Region. Es funktioniert nicht, einfach nur ein Unternehmen zu eröffnen. Jungunternehmer sollten sich vor dem ersten Schritt bereits etliche Gedanken gemacht haben, damit ihre Firma einen guten und sicheren Start hat. Zusätzlich zu diesen Überlegungen und Plänen kommt, dass der Staat ebenfalls Ansprüche hat und Unternehmer sie unbedingt bei der Gründung beachten müssen. Da wäre schon die Frage, ob es sich um ein Gewerbe handelt oder nicht. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Formalitäten:

Businessplan - sobald sich der Gründer genau darüber Gedanken gemacht hat, was sein Unternehmen eigentlich aussagen soll, geht es an den Businessplan. Hier gilt es, die Vision der Firma Schritt für Schritt zu präsentieren und einzubringen, welche Erfolge der Gründer bislang bereits mit seiner Idee hatte. Wie umfangreich der Geschäftsplan ausfällt, hängt von dem Unternehmen und dessen Idee ab. Wichtig sind immer Vergleiche mit Wettbewerbern und eine Marktbeobachtung. Der Businessplan dient nicht nur dem Gründer als Leitfaden, sondern ist insbesondere bei der Gewinnung von Förderern, Kreditgebern und anderen Investoren wichtig.

Rechtsform - ein Unternehmen hat eine Rechtsform, das ist unausweichlich. Doch kommen meist mehrere Formen infrage, zwischen denen sich der Gründer entscheiden muss. Gut ist eine Rechtsform, die das Privatvermögen des Gründers schützt - beispielsweise die GmbH. Wer sich für Personengesellschaften oder offene Handelsgesellschaften entscheidet, muss berücksichtigen, dass hier mit dem Privatvermögen im Fall der Insolvenz gehaftet wird.

Finanzplanung - das ist die wichtigste Säule eines jungen Unternehmens. Die Finanzierung muss vor der Gründung bereits soweit geklärt sein, dass keine Engpässe entstehen. Das Gründungsbudget muss alle Punkte abdecken, welche mit der unmittelbaren Gründung im Zusammenhang stehen: Büroräume und Büroeinrichtung, Materialien, Lager, Steuern, Energiekosten, Beraterkosten - und natürlich die persönlichen Lebenshaltungskosten des Gründers.
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Sind diese Punkte alle geklärt, geht es an die eigentliche Unternehmensgründung, die wiederum Formalitäten voraussetzt:
Eintragung - je nach Art des Unternehmens müssen Eintragungen in Verzeichnisse vorgenommen werden. Handwerksbetriebe müssen beispielsweise in die Handwerksrolle eingetragen werden. Auch Eintragungen beim Gewerbeamt, dem Finanzamt und in das Handelsregister sind, je nach Unternehmensform, notwendig.

Bewilligungen - handelt es sich um ein Unternehmen, welches eine Konzession benötigt, müssen Unternehmer diese beantragen.

Förderungen - wer Gründerkredite oder Gründerzuschüsse in Anspruch nimmt, muss hierfür ebenfalls Formalitäten erfüllen. Welche das sind, hängt mitunter vom Geldgeber ab.



Tipps zur Fokussierung
Das Unternehmen ist überall eingetragen, die Türen sind geöffnet und das Tagesgeschäft beginnt. Viele Gründer glauben nun, sich endlich komplett um den eigenen Traum kümmern zu können und sich mit aller Konzentration auf die Arbeit zu stürzen. Das Tagesgeschäft sieht für Unternehmensinhaber aber häufig ganz anders aus. Die Bürokratie stürmt mit Pauken und Trompeten in das Büro und ganz nebenbei gibt es Vorschriften an die Buchhaltung, die nicht zu vernachlässigen sind. Schon erkennen viele Gründer, dass sie sich neu orientieren und ihren Fokus verändern müssen, damit ihnen Zeit bleibt, ihrer eigentlichen Berufung nachzugehen. Aber wie gelingt es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, ohne andere Arbeiten zu vernachlässigen? Es gibt Möglichkeiten:

Buchhaltung - gerade für Unternehmensgründer, die bislang Buchhaltung nur im geringen Umfang gemacht haben, gilt, sich anfangs Hilfe zu holen. Das kann schon eine Aushilfe in der Firma sein, die über Hintergrundwissen verfügt. Zu Beginn ist jedoch auch ein Steuerberater sinnvoll, der einen Blick auf die Buchhaltung wirft und Fehler erkennt, bevor diese in Fleisch und Blut übergehen. Um den Aufwand gering zu halten, empfehlen sich spezielle Buchhaltungsprogramme. Die Software ist bereits so aufgebaut, dass automatisch eine Grundordnung entsteht und jegliche buchhalterische Vorgänge sauber und korrekt abgelegt werden können.

Lohnbuchhaltung - sobald Angestellte hinzukommen, ist auch die Lohnbuchhaltung wichtig. Hier dürfen keine Fehler passieren, da bei einer falschen Anmeldung oder der fehlerhaften Abgabe von Sozialabgaben Nachzahlungen und Strafen drohen. Wer keine Fachkraft beschäftigt, sollte sich zumindest einmal von einem Steuerberater beraten lassen, damit keine wichtigen Formalitäten untergehen. Mittels Programmen zur Lohnbuchhaltung, die übrigens schon oft in Buchhaltungsprogrammen inkludiert sind, lässt sich die Abrechnung schließlich einfach und korrekt erstellen. Wer gute Vorarbeit leistet, zahlt übrigens weniger, wenn die Gehaltsabrechnung letztendlich doch von einem Steuerberater erledigt wird.

Tagesplanung - jeder Unternehmenseigner sollte sich feste Zeiten schaffen. Der Tag wird aufgeteilt in Abschnitte, in denen mit Kunden und Lieferanten gesprochen wird, in denen Ideen weiterentwickelt werden und in denen die Büroarbeit abgearbeitet werden. Für jeden Abschnitt gibt es eine feste Zeitspanne - und während dieser Zeit wird ausschließlich diese Arbeit erledigt.

Weitere Tipps für Unternehmensgründer
Wissen ist das Wichtigste, das es gibt. Gründer sollten sich so viel Wissen wie nur möglich aneignen und sich keinesfalls scheuen, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Je nach Unternehmensbranche helfen die Handelskammern weiter, auch Handwerkskammern oder spezielle staatliche Stellen bieten Beratungen und Hilfestellungen an. Gleichfalls ist es sinnvoll, sich vor der Gründung mit einem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Dieser kann beispielsweise den Businessplan bewerten und Schwachstellen erkennen, die später zu Problemen führen können.

Fazit - in jeder Region stehen Gründer vor Hürden
Letztendlich spielt der Ort des zu gründeten Unternehmens nur eine untergeordnete Rolle. Natürlich verhält sich beispielsweise die Konkurrenzsituation im Westerwald anders, als in Berlin, doch die formellen Schwierigkeiten treffen auf jede Region zu. Dafür gibt es jedoch Hilfe und Beratungsangebote, die Gründern den Weg erleichtern. Dennoch muss sich jeder genau überlegen, welche Ziele das Unternehmen verfolgen soll und wie es sich von anderen Firmen abgrenzen lässt. Gerade zur Gewinnung von Investoren oder Fördermitteln ist dies unumgänglich.



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