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Nachricht vom 06.02.2018    

Wanderer erlebten Winterzauber im Nationalen Naturerbe Stegskopf

Die Landschaft rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf ist etwas Besonderes, deshalb wurde das Gelände Nationales Naturerbe und ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Eine fünfstündige Exkursion führte eine geführte Exkursion rund um das eigentliche Gelände. Leider wurde das Betreten des gesperrten Bereiches trotz fachkundiger Führung verweigert.

Winterzauber rund um den Stegskopf. Foto: Harry Neumann

Daaden/Emmerzhausen. Spannende und eindrucksvolle Stunden erlebten die Teilnehmenden der Exkursion „Winterzauber rund um das Nationale Naturerbe Stegskopf“ in der strukturreichen Landschaft des Nationalen Naturerbes Stegskopf, die von der Naturschutzinitiative (NI) veranstaltet wurde. Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, freute sich, neben den zahlreichen Teilnehmenden auch den Präsidenten der Pollichia, Dipl.-Biologen Dr. Jürgen Ott, begrüßen zu können.

Zu Beginn ging die Wanderung entlang des romantischen Daadebaches durch den märchenhaft verschneiten Bergahorn/Eschen/Buchenwald, in dem Dipl.-Biologe Konstantin Müller über die Biologie und die Lebensansprüche der hier vorkommenden Fledermäuse sowie die Bedeutung von Alt- und Totholz informierte. An der alten Bahnlinie der Westerwaldbahn, heute nördliche Platzrandstraße, die einst den Quarzitsteinbruch bei Emmerzhausen (Lipper Nürr) mit Friedewald verband, erhielten die Teilnehmer Informationen aus der Zeit des Rohstoffabbaus und der Verarbeitung in den dreißiger Jahren. Heute ist das 40 Hektar große Gebiet Naturschutzgebiet und dient unter anderem dem Erhalt der Feucht- und Nasswiesen sowie dem Erhalt der Trollblume.

Unterwegs machte die Wandergruppe immer wieder Halt an markanten Stationen. Eine davon war eine über 200 Jahre alte Buche, deren Wurzelwerk sich um einen Basaltkopf schlang und die mit ihrer weit ausladenden Krone Schattenspender für das Weidevieh war. Hier erläuterte Dipl.-Biologe Ralf Kubosch die Waldentwicklung in Deutschland und Europa. Ein Teilnehmer meinte fasziniert, alleine schon wegen dieses alten Baumes und seiner Schönheit habe sich diese Winterwanderung gelohnt.

Die ökologische Bedeutung eines aufgelassenen Basaltsteinbruches mit seinen Felsköpfen unterhalb des Höllenkopfes und kleinflächigen, aber international bedeutsamen Fels-, Kleingewässer-, Bergheide- und Magergrünland-Lebensräumen erläuterte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI. Ebenfalls wusste er Interessantes von der Wildkatze zu berichten, die im Nationalen Naturerbe lebt und sich auch fortpflanzt.

Kurz nach Mittag erreichte die Gruppe auf dem Höllenkopf mit 630 Meter die höchste Erhebung dieser Wanderung. Dort bot sich den begeisterten Wanderern ein einmaliger Rundblick, der über die bewaldeten und schneebedeckten Rücken bis ins Rothaargebirge, ins Bergische Land und ins Eggegebirge reichte. Dipl.-Ing. agr. Gerhard Bottenberg erläuterte die von der NI angeregten Pflegemaßnahmen auf dem Höllenkopf, die bereits zu einem ersten Erfolg geführt haben. Er erklärte die Bedeutung dieses Gebietes als europaweit bedeutsamer Wildtierkorridor und machte auf die einzigartige Landschaftsästhetik aufmerksam. „Wir sind stolz darauf“, so die Vertreter der NI, „dass wir dieses Gebiet vor seiner Industrialisierung durch Windindustrieanagen bewahren konnten.



Für die NI und die Pollichia sei es sehr wichtig, dass die Menschen sehr bald auf ausgewiesenen und frei gegebenen Wegen dieses ökologische Juwel auch erleben können, erklärten Harry Neumann und Dr. Jürgen Ott. Es sei unverständlich, dass sich hier zu wenig bewege und kein Fortkommen zu erkennen sei, obwohl NI und Pollichia bereits vor drei Jahren ein Konzept entwickelt hätten. Dass eine solche ursprünglich anmutende Landschaft auf der Westerwälder Basalthochfläche, die die Landschaft vor 100-200 Jahren widerspiegelt, den Betrachter mit allen Sinnen berührt, erlebten die Teilnehmenden auch bei einer kurzen Rast an alten Lesesteinhaufen. Hier wurden für eine kurze Weile die Gespräche eingestellt und die winterliche Abgeschiedenheit und Stille mit allen Sinnen wahrgenommen.

Nach fünf Stunden bei Minusgraden über tief verschneite alte Viehweiden zum Ausgangspunkt zurückgekehrt, verabschiedeten sich die begeisterten Teilnehmer in der Hoffnung, dass die NI bald wieder eine solche fachlich fundierte und erlebnisreiche Exkursion mit ihren Experten anbietet.

Einziger Kritikpunkt war, dass die DBU ihre Genehmigung verweigert hat, unter sachkundiger Führung auch in die gesperrten Bereiche des Nationalen Naturerbes gehen zu können. Und dies, obwohl die Genehmigung von ADD und BIMA vorlagen. (PM)


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