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Nachricht vom 12.06.2018    

Ein Lebensretter in der Verwaltung

Die Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg verfügt jetzt über einen „Automatischen Externen Defibrillator“ oder kurz „AED“. Die Bedienung ist kinderleicht — und wird unterstützend mit Bildern erläutert. Wird das Gerät eingeschaltet, beginnt es zu reden, erklärt jeden Schritt. Der Defibrillator analysiert automatisch den Herzrhythmus und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei positivem Ergebnis wird die Funktion frei geschaltet und fordert zum Drücken der blinkenden Defibrillationstaste auf.

Der neue AED in der Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg. Bürgermeister Gerhard Loos (rechts) und René Schultheis, der Sachbearbeiter für Arbeitssicherheit- und Gesundheitsschutz, nehmen das Gerät der Firma Zoll entgegen und freuen sich darüber, einen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit in Westerburg leisten zu können. (Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg)

Westerburg. Kreislaufprobleme. Ein Stechen in der Brust. Bewusstlosigkeit. Ein Herz-Kreislauf-Stillstand! Nun heißt es zügig und besonnen handeln. Ein Defibrillator kann das Leben des Betroffenen retten, jedoch nur, wenn er schnell und zügig zum Einsatz kommt. Die Verbandsgemeinde Westerburg hat nun einen AED (Automatisierter Externer Defibrillator) in ihren Räumen der Verwaltung installiert.

Mitarbeiter im Umgang geschult
Die Idee, die ursprünglich professionellen Rettern vorbehaltenen Geräte in der Verwaltung öffentlich zugänglich zu machen, kam vor geraumer Zeit auf, als es leider in Kreisen der Mandatsträger zu einem tragischen Vorfall kam, welcher jedoch durch eben einen solchen AED eine glückliche Wendung nahm. Bürgermeister Gerhard Loos entschied sich, einen solchen AED im Verwaltungsgebäude zu installieren und vorzuhalten.

Wichtig ist aber, die Geräte nicht nur öffentlich zugänglich zu positionieren – man muss sie natürlich auch bedienen können. Aus diesem Grund schulte die Verbandsgemeinde Westerburg ihre eigenen Mitarbeiter, Betriebliche Ersthelfer und Brandschutzhelfer, um das Gerät im Notfall schnell und sicher zum Einsatz bringen zu können. Entsprechende Lehrgänge bieten im Westerwald zum Beispiel auch das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst an. „Ein Kurs besteht aus vier Einheiten und dauert etwa sechs Stunden", sagt René Schultheis, Sachbearbeiter im Arbeits- und Gesundheitsschutz der Verbandsgemeinde Westerburg und Rettungsassistent bei den Maltesern.

Eingesetzt werden die „Automatischen Externen Defibrillatoren“ oder kurz „AED“, wie ihn die Profis nennen, beim sogenannten Kammerflimmern. Kammerflimmern bedeutet rasend schnelle, chaotische Kontraktionen des Herzmuskels, die innerhalb kürzester Zeit zum plötzlichen Herztod führen – sofern nicht rechtzeitig die elektrische Notbremse gezogen wird. Diese besteht aus einem Stromstoß mit dem AED. „Je kleiner das Zeitfenster zwischen dem Beginn des Kammerflimmerns und der Schockabgabe ist, desto besser sind die Chancen für den Betroffenen, das Ereignis zu überleben und dies vor allem auch ohne Folgeschäden“, ergänzt Schultheis. Mit der Anschaffung eines der neuesten Geräte auf dem Markt ist es aber auch möglich, einen Herzinfarkt bei einem Patienten zu diagnostiziert und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicher zu überbrücken.



Auf „Neustart“ drücken
„Denn nicht jeder Herzinfarkt zeigt sich mit einer Bewusstlosigkeit und nicht jeder Herzinfarkt muss einen Herzkreislaufstillstand mit sich bringen. Auch bei einer bewusstseinseingetrübten Person, die zu Beispiel auf dem Boden liegt, sollte man frühzeitig an den AED denken und diesen zum Einsatz bringen!", erklärt Schultheis.

Die Wirkung des Gerätes ist vergleichbar mit dem Drücken einer „Neustart-Taste“ am Computer. Der Defibrillator hilft, den Herzschlag wieder zu normalisieren. Fehlbedienungen sind ausgeschlossen, da das Gerät einen entsprechenden Schock erst dann empfiehlt und freigibt, wenn das Gerät einen schockbaren Herzrhythmus erkannt hat. „Hier kann niemand etwas falsch machen, das Gerät kümmert sich um alles.“ Man muss lediglich das Gerät einschalten und eine Sprachansage erläutert dem Anwender die nächsten Schritte. „Der größte Fehler ist es daher, überhaupt nichts zu machen, einfach wegzusehen und weiterzugehen“, so Bürgermeister Gerhard Loos. In der Verwaltung wurden Schilder angebracht, die auf den Standort des AED hinweisen. Loos betont: „Wir hoffen, dass diese Aktion nicht nur in Westerburg Nachahmer findet.“

Neben der Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg werden auch schon an einigen weiteren Punkten in Westerburg AEDs vorgehalten. So leisten beispielsweise auch die NASPA Filiale, das Vermessungs- und Katasteramt oder das Westerwaldbad mit Ihrem Defibrillator einen großen Beitrag, die Stadt Westerburg herzsicher zu machen.

„Wir sind überzeugt davon, dass wir hiermit einen großen Beitrag für die Sicherheit unserer Bürger in Westerburg, aber auch für unsere Mitarbeiter in der Verwaltung beitragen“, so Bürgermeister Loos. (PM)


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