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Nachricht vom 17.06.2018    

Bedarfsgemeinschaftscoaching: Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit

Mit dem Bedarfsgemeinschaftscoaching hilft die Diakonie Männern und Frauen ohne Job, den Teufelskreis Landzeitarbeitslosigkeit zu durchbrechen. Denn je länger ein Mensch ohne Job ist und je mehr Enttäuschungen er erlebt hat, desto schwieriger fällt es ihm oft, sich um eine Arbeit zu bemühen. Hier setzt das Coaching an.

Das Team des Bedarfsgemeinschaftscoachings hilft: (von links) Martina Schaar, Ruben Rhensius, Nicole Büchner sowie der Bereichsleiter des Integrationsfachdienstes, Martin Willuweit. (Foto: Evangelisches Dekanat Westerwald)

Westerburg. Teufelskreis Langzeitarbeitslosigkeit: Je länger ein Mensch ohne Job ist und je mehr Enttäuschungen er erlebt hat, desto schwieriger fällt es ihm oft, sich um eine Arbeit zu bemühen. Ein neues Projekt des Diakonischen Werks Westerwald möchte nun helfen, diesem Kreislauf zu entkommen: Das Bedarfsgemeinschaftscoaching begleitet betroffene Männer und Frauen mit ihren Kindern und Familien bei der Suche nach einem Beruf oder einer Ausbildung.

Gründe sind vielschichtig
Die Gründe für die lange Zeit ohne Beschäftigung sind vielschichtig. Oft sind die Betroffenen verschuldet, manchmal haben sie mit Süchten oder anderen gravierenden Probleme zu kämpfen. Probleme, die viel Kraft und Motivation kosten. Die Hilfe des Bedarfgemeinschaftscoachings setzt daher früh an: „Wenn uns das Jobcenter langzeitarbeitslose Klienten zuweist, hören wir zunächst bei ihnen nach, ob sie überhaupt offen für unsere Unterstützung sind“, erklärt die Mitarbeiterin Martina Schaar und betont, dass der weitere Kontakt und die Projektteilnahme absolut freiwillig sind.

Dass jemand die Hilfe ausschlägt, ist eher die Ausnahme. Ganz im Gegenteil: Viele Langzeitarbeitslose sind dankbar für die Unterstützung, die mit einem persönlichen Treffen beginnt. „Meine erste Frage ist meistens: ,Gibt es irgendetwas, bei dem ich Ihnen helfen kann?’“, sagt Teammitglied Ruben Rhensius. „Dann erzählen die Menschen oft von ihren Schulden, der prekären Wohnsituation oder anderen Problemen, die sie belasten. Ich versuche, ihnen möglichst konkrete Ratschläge zu geben – etwa dass sie bei der Tafel günstige Lebensmittel bekommen und so Geld sparen können.“



Es geht um ganzheitliche Betreuung
Nach diesem ersten Kennenlernen folgen weitere regelmäßige Treffen. Währenddessen vereinbaren Mitarbeiter und Klienten jedes Mal eine oder mehrere Aufgaben - etwa dass sich der Klient auf die Suche nach einem Therapeuten macht. Darüber hinaus unterstützt das Team die Männer und Frauen bei Behördengängen, wichtigen Anrufen oder bei Alltäglichem wie dem Lesen und Verstehen eines Busfahrplanes. „Es geht also nicht nur darum, Arbeit zu vermitteln“, erläutert Mitarbeiterin Nicole Büchner. „Es geht darum, den Menschen ganzheitlich zu betreuen und ihn zu stabilisieren. Denn erst dann ist er auch in der Lage, arbeiten zu gehen.“

Das Projekt ist noch recht jung. Trotzdem haben die vergangenen Monate gezeigt, dass das Bedarfsgemeinschaftscoaching vielen Menschen diese Stabilität zurückgegeben hat, sagt Ruben Rhensius: „Mehrere haben inzwischen einen Job oder eine Ausbildung; einer geht in eine Reha, andere haben eine Schuldnerberatung begonnen oder treten ein Praktikum an.“ Ein guter Start eines wichtigen Projektes.

• Das Bedarfsgemeinschaftscoaching ist ein kostenloses Angebot der Diakonie Westerwald und wird finanziert aus Mitteln des Sozialministeriums, des Jobcenters Westerwald und des Europäischen Sozialfonds. Weitere Informationen: Telefon 02663-9686537, E-Mail: info@diakonie-westerwald.de. (PM)



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