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Nachricht vom 09.11.2018    

Gemeinsam Stärken aktivieren für mehr Lebensqualität

Im Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach stand das Thema „Sozialraumorientierung – Gemeinsam Stärken aktivieren für mehr Lebensqualität“ zur Diskussion. Aus ganz Deutschland reisten die Referenten für Quo Vadis nach Dernbach, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Bereich der Sozialraumorientierung zu vermitteln. Elisabeth Disteldorf, Geschäftsführerin der Katharina Kasper ViaSalus GmbH, begrüßte hierzu zahlreiche Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen Tag lang interessanten Fachvorträgen von fünf ausgewiesenen Experten lauschen konnten.

Akteure der Fachtagung: (von links) Elisabeth Disteldorf, Hans-Werner Hüwel, Ursula Kremer-Preiß, Gerhard Schiele, Monika Schneider und Dr. Holger Spiekermann. (Foto: privat)

Dernbach. Im Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach stand das Thema „Sozialraumorientierung – Gemeinsam Stärken aktivieren für mehr Lebensqualität“ zur Diskussion. Elisabeth Disteldorf, Geschäftsführerin der Katharina Kasper ViaSalus GmbH, begrüßte hierzu zahlreiche Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen Tag lang interessanten Fachvorträgen von fünf ausgewiesenen Experten lauschen konnten. Moderatorin Monika Schneider führte durch einen spannenden Tag mit interessanten Beiträgen und ermöglichte den Tagungsteilnehmern im Anschluss an jeden Vortrag einen lebendigen und direkten Austausch mit den Referenten.

Aus ganz Deutschland reisten die Referenten für Quo Vadis nach Dernbach, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Bereich der Sozialraumorientierung zu vermitteln. Alexander Künzel, Seniorvorstand der Bremer Heimstiftung, startete die Vortragsreihe und erläuterte den Teilnehmern, wie seine Stiftung durch die Vernetzung von ambulantem Pflegedienst, Tagespflege und Wohn-Pflegegemeinschaften sowie der Förderung von Nachbarschaftshilfe mehr Pflegeleistungen anbieten kann. Hierbei stellte er fest, dass Nachbarschaftshilfe keine Sozialromantik sei, sondern zur gelebten Realität werde, wenn man sie in sozialen Räumen gezielt fördere.

Dr. Holger Spiekermann von der TH Köln führte die Teilnehmer danach auf eine analytische Reise der besonderen Art. Netzwerke standen im Zentrum seiner Betrachtungen. Im Verlauf seines Vortrags erläuterte Spiekermann nicht nur, wie Netzwerke funktionieren und wie man sie sinnvoll strukturiert und fördert, sondern beantwortete auch zentrale Fragen, wie: „Warum soll ich überhaupt bei Netzwerken mitmachen?“ Ursula Kremer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe definierte in ihrem Vortrag den Begriff des Sozialraums, bzw. des Quartiers als einen „Lebensraum von Menschen, mit dem sie sich identifizieren“. Die Größe dieser Räume unterscheide sich je nach Region und zeige auch verschiedenartige Ausprägungen in städtischen und ländlichen Regionen. Die Entwicklung des Sozialraumes im Rahmen der Altenhilfe sei keineswegs eine neue oder punktuelle Erscheinung, stellte Ursula Kremer-Preiß fest. Vielmehr hätten nahezu alle Betreiber von stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen diese Möglichkeit inzwischen entdeckt und würden an eigenen Konzepten hierzu arbeiten. Wie bei allen neuen Ideen und Konzepten, sei allerdings auch der Bereich der Sozialraumentwicklung ein Vorgang, der sich langsam vollziehe und in dem es viele verschiedene Ansätze gebe, die es zu entdecken gelte. Schockierende Zahlen hatte sie den Zuhörern ebenfalls mitgebracht. So erläuterte sie, dass bis zum Jahr 2050 die Zahl der Hochaltrigen in der Bevölkerung von 4 Millionen auf 10 Millionen und entsprechend auch die Zahl Pflegebedürftiger und demenziell Erkrankter proportional ansteigen werde.



Diesen Gedanken griff dann auch Gerhard Schiele, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Liebenau, in seinem anschließenden Vortrag auf und stellte fest, dass sich der demografische Wandel nur bewältigen lasse, wenn man die natürliche Nachbarschaftshilfe wieder mehr in den Mittelpunkt stelle. Am Beispiel der Stiftung Liebenau konnte er hier auch schon Erfolge vermelden. Man habe in den Wohnanlagen der Stiftung die Erfahrung gemacht, dass Nachbarschaftshilfe ganz natürlich entstehe und auch eine positive Eigendynamik entwickle, wenn man die entsprechenden Rahmenbedingungen hierfür schaffe.

Den letzten Vortrag des Tages hielt Hans-Werner Hüwel vom Caritasverband Paderborn. Sein Vortrag zur „Gemeinsamen Verantwortung in klaren Zuständigkeiten“ zeigte den Anwesenden auf, wie die Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften oder privaten Investoren die Träger von Pflegeeinrichtungen und das Pflegepersonal entlasten können, wodurch mehr Zeit für die eigentliche Pflege gewonnen werde. Sein Plädoyer für die Verteilung von Zuständigkeiten auf vernetzte Akteure erhielt nicht zuletzt auch durch den humorvollen Vortragsstil Hüwels großen Zuspruch.

Am späten Nachmittag verabschiedete Elisabeth Disteldorf die Tagungsteilnehmer mit vielen neuen Ideen und Erkenntnissen und dankte den Referenten, deren Vorträge vom 7. November auch eine besondere und hochaktuelle Relevanz für das Engagement der Katharina Kasper Via Salus GmbH im Quartier Süd in Montabaur haben. Hier eröffnet der Träger in wenigen Tagen zwei Einrichtungen, die neben Service Wohnungen, Wohn-Pflegegemeinschaften und einer Tagespflege auch einen Quartierstreff anbieten werden. Die Sozialraumorientierung spielt auch bei diesen modernen Wohn- und Pflegeangeboten im Quartier Süd eine zentrale Rolle. (PM)


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