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Nachricht vom 11.11.2019    

Verbandsgemeindewerke testen Verfahren zur Kanalschachtsanierung

1,5 Stunden statt 1,5 Wochen Arbeitszeit. Diese Ersparnis wird das neue Verfahren zur Sanierung von Kanalschächten bringen, das künftig in der Verbandsgemeinde Montabaur angewendet werden soll. Wo bisher die Straße aufgegraben und ein neuer Schacht eingesetzt werden musste, was im Schnitt 1,5 Wochen dauerte, wird mit der innovativen Technik in nur 1,5 Stunden der Schacht mit einem passgenauen GFK-Rohr ausgekleidet und abgedichtet.

Ein innovatives Verfahren zur Sanierung von Kanalschächten wurde in Montabaur getestet – und für gut befunden. Beim Test dabei waren (v.l.) Rainer Schuster für die Firma Kuchem, Michael Maurer und Florian Benten von den Verbandsgemeindewerken sowie Wendelin Böhme vom GFK-Hersteller Brandenburger. Foto: VG Montabaur

Montabaur. GFK steht für eine spezielle Glasfaser-Kunststoffverbindung. Das Material kennt man in Montabaur von den Mon-Stilettos her, aber auch Kanus, Streugutbehälter und Mülleimer werden daraus gefertigt. Das Verfahren ist erst seit wenigen Monaten auf dem Markt und wurde in Montabaur an vier Schächten auf der Alberthöhe getestet.

Unter (fast) jedem Gully-Deckel befindet sich ein mehrere Meter tiefer senkrechter Schacht, der einen Meter Durchmesser hat und zum eigentlichen Abwasserkanal tief unter der Erde führt. Ist ein solcher Schacht undicht, wenn also Wasser ein- oder austritt, konnte er bisher kaum saniert werden und wurde deshalb in der Regel ausgetauscht. Das bedeutete jedes Mal eine Baustelle mit Straßensperre, die rund 1,5 Wochen in Anspruch nahm. Mit der neuen GFK-Lösung kann der Schacht in nur 1,5 Stunden ausgekleidet werden. Das Ausgangsmaterial hat eine zähe, aber flexible Konsistenz. Es wird als Meterware „von der Rolle“ in den Schacht eingebracht, mit Luftdruck an die Schachtwände gepresst und in einem Arbeitsgang mit UV-Licht ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein standfestes, wasserdichtes Rohr, das den Schacht passgenau auskleidet und dabei eine Wandstärke von 0,6 bis 0,9 Millimeter aufweist. „Die Zeit- und Kostenersparnis ist enorm. Deshalb haben wir auch gleich zugestimmt, als wir gefragt wurden, ob wir das mal testen wollen. Das Ergebnis ist vielversprechend“, so Werkleiter Florian Benten auf der Testbaustelle an der Siegstraße. Zu dem Test kam es durch eine Anfrage von Rainer Schuster und der Firma Kuchem (Neunkirchen), die schon häufig im Auftrag der Verbandsgemeindewerke Montabaur tätig waren. Bei der Vorführung war auch ein Team der Firma Brandenburger vor Ort, die Material und Verfahren entwickelt hat.



Der Einsatz von GFK-Technik in der Kanalsanierung ist indes nicht neu. „Seit rund zehn Jahren kleiden wir im so genannten Inliner-Verfahren die sanierungsbedürftigen Kanalrohre mit GFK aus. Die Erfahrungen sind gut“, erklärt Projektleiter Michael Maurer von den Verbandsgemeindewerken. „Allerdings liegen diese Rohre waagrecht im Boden und haben meist geringere Durchmesser. Neu ist, dass man das Material nun senkrecht in den Schacht einbringt und dabei Durchmesser von einem Meter erreicht“, so der Experte. Zu den drei Testvorführungen hatte er Kollegen der benachbarten Verbandsgemeinden sowie von Ingenieurbüros eingeladen, so dass den ganzen Tag über interessierte Gäste das unter- und überirdische Geschehen verfolgten. (PM)



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