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Nachricht vom 11.11.2019    

Lions Club Bad Marienberg unterstützt Kinderhaus und Schule in Kathmandu

Mitte September reiste eine kleine Delegation des Lions Club Bad Marienberg nach Kathmandu (Nepal), um die dort mit Unterstützung des Clubs errichtete Schule zu besichtigen. Bereits am Flughafen wurde sie von Sher Bahadur Pariyan, einem Mitglied des Lions Club Kathmandu, durch Umhängen eines kleinen Schals willkommen geheißen. Für die nächsten acht Tage nahm er die kleine Gruppe in seine freundliche Obhut.

Delegation des Lions Clubs in Nepal. Fotos: privat

Bad Marienberg. Am folgenden Tag ging es in einem Kleinbus zum Kinderhaus Kathmandu. Über holprige Straßen mit großen Schlaglöchern und nur partieller Asphaltdecke quälte sich das Fahrzeug durch die laute, turbulente, staubige und von Menschen und Motorrädern überquellende Stadt, deren Bevölkerung längst die Millionengrenze überschritten hat.

Das durch mehrere Gebäudekomplexe gegliederte Gelände des Kinderhaus Kathmandu e.V. liegt in einem hügeligen Randbezirk zwischen Reisfeldern und Bäumen. Es wurde 1995 von der Deutschen Lydia Schmidt gegründet mit dem Ziel, bedürftigen oder elternlosen Kindern ein Zuhause zu geben. In einem Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, sollte vor allem auch den hier besonders benachteiligten Mädchen eine Schulausbildung ermöglicht werden.

Was seinerzeit mit 17 Kindern in einem bescheidenen, gemieteten Haus in der Stadt begann, ist inzwischen zu einer Anlage mit Wohn- und Schulkomplex, Stallungen und einem Verwalterhaus gewachsen. 39 Kinder gibt das Wohnhaus mit daneben liegendem Stall, Garten, Reisfeldern, Hühnern, Ziegen und Kühen zurzeit ein dauerhaftes Zuhause. Sie bilden eine sich selbst versorgende, große Familiengemeinschaft, zu der auch die inzwischen auf eigenen Füßen stehenden Kinder der ersten Generation gerne zu Besuch zurückkehren.

In der zum Kinderhaus gehörenden Schul-Modell Akademie erhielten bislang rund 500 Kinder vom Kindergarten bis einschließlich Klassenstufe 9 eine Ausbildung. Sie kommen aus den umliegenden Bezirken der Stadt, zahlen nur dann etwas Schulgeld, wenn die Familien es sich leisten können.

Um den Jugendlichen darüber hinaus eine berufsbasierte Ausbildung bis einschließlich der zwölften Klasse zu ermöglichen, ist in der monsunfreien Periode 2018/19 ein erster Gebäudetrakt mit acht Klassenzimmern entstanden, der durch zwei Raten zu je 10.000 Euro des Lions Clubs Bad Marienberg mitfinanziert wurde.

Über den in Deutschland ansässigen Trägerverein Kinderhaus Kathmandu flossen die Gelder ohne Verwaltungsaufwand oder Abzüge nach Nepal. Davon konnte unter die Innenausstattung der neuen Klassenräume im Erweiterungsschulbau finanziert werden: Tische und Bänke, Wandschränke und Wandtafeln, die Einrichtung eines Computerraums einschließlich Bildschirme und Computer. Darüber hinaus sind auch ein Fachraum für elektrotechnischen Unterricht sowie eine kleine Bibliothek entstanden.

Neben dem üblichen Schulunterricht werden hier praxisbezogene, berufliche Lerneinheiten zum Beispiel für den Beruf des/ Malers/in, des/r Elektrikers/in, des/r Kochs/Köchin des/r Schneiders/in, des/ Klempners/in unterrichtet. Ziel ist es, insbesondere die Mädchen, aber natürlich auch die Jungen, zu einem berufsbefähigenden Abschluss zu führen, aus dem heraus sie dann selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Es ist beeindruckend, zu beobachten, mit welch einfachen Mitteln hier Großes erreicht werden kann und mit welcher Freude und mit welchem Eifer die Kinder und jungen Menschen bei der Sache sind.



Strahlende Kinderaugen begrüßten die Delegation, fragten in perfektem Englisch nach ihren Namen und ihrer Herkunft. Besonders beeindruckend war ein junger Mann, der dem Bus schon auf der Fahrt als eine Art Begleitung mit seinem Motorrad vorausgefahren war. Zusammen mit seiner Schwester gehörte er zu der ersten Generation der Kinderhaus-Kinder. Inzwischen hat er eine Arbeitsstelle im Tourismusbereich, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes gefunden. Anlässlich einer Tourismusmesse besuchte er auch Deutschland. Mit Stolz begleitete er die Delegation auf ihrem Rundgang durch die neuen Klassenräume. Dabei konnte man ihm anmerken, dass er sich mit dem Kinderhaus als „seinem Zuhause“ identifiziert. Einen schöneren Beweis für den Erfolg des von ihr ins Leben gerufenen Projekts konnte Lydia Schmidt nicht präsentieren.

Ebenso beeindruckt war die kleine Gruppe aber auch von dem Engagement, mit dem die Mitglieder des dortigen Lions Clubs sich für die Bildung und Entwicklung in ihrem eigenen Land einsetzen, in dem es letztlich an allem fehlt.

Sie pflanzen Bäume in der Innerstadt Kathmandus um der Luftverschmutzung entgegen zu treten, sie haben den Bau einer Augenklinik in Chitwan initiiert, in der in regelmäßigen Abständen Staroperationen durchgeführt werden. Dafür werden die älteren Patienten von den Mitgliedern der Clubs in den Bergdörfern abgeholt und auch wieder nachhause gebracht. Viele weitere Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe ließen sich aufzählen.

Bei allen Projekten, ob Schul- oder Klinikbau haben die Initiatoren zudem mit Korruption und Bestechung zu kämpfen, Begleiterscheinungen der jeweils zu beantragenden Baugenehmigungen. Dass sie dennoch nicht müde werden einen bewundernswerten Beitrag zu Aufbau und Bildung in ihrem Land zu leisten, verdient jede Unterstützung.

Denn Hilfe zur Selbsthilfe kann hier auch darin bestehen, gut ausgebildete Menschen im Land zu halten und ihrem auf Frustration basierenden Auswanderungsbestreben in andere, wirtschaftlich starke Länder entgegen zu wirken.

Auch die landschaftlichen Schönheiten und bemerkenswerten Kulturdenkmäler des Kathmandu Tals mit seinen Königsstädten, Pagoden und Tempeln, mit seinen grünen Bergrücken und majestätischen Gebirgszügen kamen bei der Reise nicht zu kurz und waren immer begleitet von der Freundlichkeit der Menschen.

Das Fazit einer Mitreisenden: „Die Reise nach Nepal war für uns alle ein prägendes Erlebnis. Sowohl die Kultur als auch die Landschaft haben sehr beeindruckt. Am eindrucksvollsten aber waren die Menschen, die mit wenig zufrieden scheinen. Sie begegnen jedem mit einer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sodass man gerne wieder dieses Land besucht.“ (PM)


Lokales: Bad Marienberg & Umgebung
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