Werbung

Nachricht vom 16.12.2019    

Die Speer-Azurjungfer ist Libelle des Jahres 2020

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) zur Libelle des Jahres 2020 gekürt. „Die Speer-Azurjungfer ist eine in ganz Deutschland seltene Kleinlibelle, deren Bestände in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind und die in vielen Landesteilen auszusterben droht“, begründen BUND und GdO ihre Auswahlentscheidung.

Libelle des Jahres: Coenagrion hastulatum bei der Paarung. Foto: Michael Post, GdO e.V.

Mainz/Region. „Durch die Effekte der Klimakrise ist die ohnehin seltene Art noch stärker vom Aussterben bedroht. Einstige Lebensräume gehen durch die menschengemachten Klimaveränderungen verloren.“ So ist der Rückgang von Mooren einerseits als auch der hohe Eintrag von Nährstoffen in Gewässer infolge von Überdüngung andererseits hierfür verantwortlich.

Notwendig zum Schutz und zum Erhalt dieser nicht direkt durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützten Art sind eine konsequente Erfassung und ein Monitoring der noch vorhandenen Vorkommen. Klaus-Jürgen Conze, Biologe und Libellenkundler bei der GdO, erklärt: „Die bestehenden Populationen müssen wachsen, um so ein Aussterben der Art zu verhindern. Um die Libellenart langfristig zu schützen, ist eine extensive Bewirtschaftung besiedelter Teiche, die Neuanlage nährstoffarmer Flachgewässer und der Schutz der noch erhaltenen Moore vor Nährstoffeintrag von großer Priorität.“

Das blau-schwarz gemusterte Männchen und das grün-schwarz gemusterte Weibchen der Speer-Azurjungfer, ist nicht einfach zu bestimmen und vor allem das grüngefärbte Weibchen kann mit verwandten Kleinlibellenarten verwechselt werden. Arttypisch sind die grün gefärbten Augenunterseiten und ein namensgebendes speerförmiges Abzeichen auf der Oberseite des zweiten Hinterleibsegmentes beim Männchen beziehungsweise die typische Form des Vorderbrust-Hinterrandes beim Weibchen.

In Deutschland liegen Verbreitungsschwerpunkte dieser Kleinlibelle im norddeutschen Tiefland, dem Östlichen Mittelgebirge, dem Südwestdeutschen Stufenland und dem Alpenvorland. Besonders wohl fühlt sich die Art in Hoch- und Übergangsmooren, aber auch in Flachmooren oder flachen, nährstoffarmen Gewässern.



Der Lebenszyklus der Speer-Azurjungfer, die wie alle einheimischen Libellenarten einen beachtlichen Teil ihres Lebens als Larve im Wasser verbringt, beträgt ein Jahr. Im Flachland lassen sich die erwachsenen Tiere von Mai bis Juli, im Bergland von Juni bis August, beobachten. Wo Vorkommen bestehen, sollten die besiedelten lückigen Flachwasserzonen besonders geschützt und erhalten werden und wo möglich im Umfeld weitere Gewässer mit solchen Uferbereichen entwickelt werden.

Die Speer-Azurjungfer in Rheinland-Pfalz
Die Speer-Azurjungfer ist auch in Rheinland-Pfalz heimisch. Hauptsächlich im Pfälzerwald, im Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet und im Saar-Nahe-Bergland sind Bestände zu finden.

Die Speer-Azurjungfer wird zwar nicht in der Roten Liste Rheinland-Pfalz, jedoch seit 2013 in der Roten Liste Deutschland als stark gefährdet geführt. Auch in Rheinland-Pfalz wird sie durch die Zerstörung und Eutrophierung von Mooren und Gewässern beeinträchtigt.

Weitere Informationen und Bilder zur Speer-Azurjungfer in RLP: https://www.arteninfo.net/elearning/libellen/speciesportrait/257
Mehr Informationen zu Libellen unter: www.libellula.org



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Vereine


Männerchor aus dem Westerwald im Kölner Dom: Frohe Stunde aus Weroth gestalteten
Kapitelsamt mit

Die Sänger der "FROHEN STUNDE" aus Weroth erlebten ein besonderes Highlight ihres Jubiläumsjahres. Sie ...

Showtanzturnier in Wirges begeistert mit Vielfalt und Kreativität

In Wirges fand nach der Karnevalssaison ein besonderes Showtanzturnier statt, das zahlreiche Besucher ...

Delegiertenversammlung des Bezirksverbands Marienstatt e.V. in Zisterzienser Abtei

Am Samstag (22. März) versammelten sich die Schützenbruderschaften des Bezirksverbands Marienstatt e.V. ...

Auf den Spuren der Wildkatze - Vortrag in Selters

Am Freitag, 28. März, wird im Stadthaus in Selters ein spannender Vortrag über die Europäische Wildkatze ...

Verein Wäller Helfen startet mit "Junge Helden" in die Zukunft

Der Verein Wäller Helfen hat kürzlich eine neue Jugendabteilung ins Leben gerufen. Die Initiative zielt ...

"Karate Total": Erfolgreicher Lehrgang in Montabaur mit 130 Teilnehmern

130 Karateka konnten einen abwechslungsreichen Lehrgang beim Shotokan-Karate-Dojo Montabaur erleben - ...

Weitere Artikel


Horper: Statt Schuldzuweisungen sollte sich die Politik bewegen

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, forderte in einer aktuellen ...

Pfarrer Albert Keller feierte 60-jähriges Priesterjubiläum

Ein imaginärer Diamant funkelte in der Kirche St. Petrus in Ketten in Hellenhahn-Schellenberg. Pfarrer ...

Betrunkener LKW-Fahrer auf der A3 gestoppt

Einen stark alkoholisierten LKW-Fahrer zog die Autobahnpolizei Montabaur am Montag aus dem Verkehr. Am ...

Weihnachten in Wäller Kirchen feiern

Der weihnachtliche Gottesdienstbesuch ist für viele Menschen ein ganz besonderer Moment während der Festtage. ...

Spitzenhandwerk wählt: Koblenz auf Bundesebene stark vertreten

Kurt Krautscheid, seit 2014 Präsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, wurde auf dem Deutschen Handwerkstag ...

Filmreif – Kino! Für Menschen in den besten Jahren

Im Vormittagsprogramm der besonderen Filmreihe von Cinexx Hachenburg und der Westerwälder Kontakt- und ...

Werbung