Werbung

Nachricht vom 08.04.2020    

Apollo Theater: „Prinzip Hoffnung“ im Siegener Stadtbild

Das öffentliche Leben steht seit Mitte März weitestgehend still. In ganz Deutschland mussten die Kulturstätten ihre Türen schließen und neue Wege finden, Menschen zu erreichen. Das Siegener Apollo-Theater hat sich bewusst gegen digitale Dienste wie Live-Streams entschieden und setzt auf eine „analoge Inszenierung im öffentlichen Raum“. Mit Zitaten von Friedrich Hölderlin und Ernst Bloch wird die leere Stadt plakatiert, um so in dieser Zeit der Not und Krise die Hoffnung bewusst zu halten.

Das Apollo Theater in Siegen (Foto: Morgenthal)

Siegen. Friedrich Hölderlin – deutscher Dichter und Denker und einer der bedeutendsten Lyriker seiner Zeit wäre diesen März 250 Jahre alt geworden. Doch sämtliche Gedenkfeiern anlässlich dieses Jubiläums mussten aufgrund der gegenwärtigen Situation abgesagt werden. Die Verse aus seiner 1803 veröffentlichten Hymne „Patmos“, mit dem biblischen Bezug zur Apokalypse, sind aber gerade jetzt in den Corona-geplagten Zeiten wieder aktuell. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Ein Zitat, das belegt, dass man selbst in der Krise hoffnungsvoll sein kann und das nun nicht nur von der Apollo-Fassade in die Stadt hinaus spricht, sondern auch auf Plakaten und Großflächen in ganz Siegen zu lesen sein wird. „Wir möchten die leere Stadt als Fläche für eine Botschaft nehmen, die hilft und Hoffnung gibt in dieser ungewissen Zeit“, sagt Intendant Magnus Reitschuster. „Die Hoffnung ist ins Gelingen verliebt“ steht auf dem zweiten Fassaden-Banner. Es ist ein Zitat des Philosophen Ernst Blochs aus seinem Hauptwerk „Prinzip Hoffnung“. Im Vorwort heißt es: „Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. (…) Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht. (…) Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“



Mit den Worten Bertolt Brechts betont Magnus Reitschuster: „Das Theater ist kein Luxusartikel und keine Deko, sondern Lebensmittel“. Man habe sich überlegt, welchen Beitrag man in dieser Zeit der Not und Krise leisten könne und sich für die analoge Inszenierung im öffentlichen Raum entschieden. Es sei insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage, die für alle in diesem Jahr anders als gewohnt stattfinden müssen, ein Herzensanliegen gewesen, die Banner noch in dieser Woche zu veröffentlichen. Das Apollo möchte mit diesen Botschaften nicht nur seinen Besuchern und treuen Abonnenten Hoffnung geben, sondern der gesamten Stadt. (PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Kultur


Premiere am Petermännchen-Theater: Ein Kriminalkomödien-Abend voller Wortwitz

Das Petermännchen-Theater in Rothenbach wagt mit "Schriftlich, in dreifacher Ausfertigung" von Dieter ...

"Over the Rainbow": Ein anspruchsvolles Konzert in Ransbach-Baumbach

In der Stadthalle von Ransbach-Baumbach erlebten die Zuschauer ein Konzert, das sie nicht so schnell ...

20. Monkey Jump Kneipenfestival Hachenburg: Party-Hochburg am 29. März

ANZEIGE | Am Samstag, den 29. März, verwandelt sich Hachenburg in eine Festival-Hochburg, wenn das 20. ...

Junge Künstlerin Kim Bender präsentiert ihre Werke in Dernbach

Im April haben Kunstliebhaber die Möglichkeit, die vielfältigen Werke der talentierten Malerin Kim Bender ...

Klezmers Techter bringen jiddische Musik nach Montabaur

Am 1. April erwartet die Besucher im Gewölbekeller von Montabaur ein besonderes musikalisches Erlebnis. ...

Jubiläumsfeier 20 Jahre Welterbe Limes in der Römerwelt Rheinbrohl

Seit zwei Jahrzehnten gehört der Obergermanisch-Raetische Limes zum UNESCO-Welterbe. Dieses Jubiläum ...

Weitere Artikel


Klara trotzt Corona, XI. Folge

Die Limburger Pfarrhausermittler lassen sich nicht unterkriegen, denn die Autoren Christiane Fuckert ...

Nassauer Land gemeinsam aktiv in Corona-Zeiten

Länderübergreifende Zusammenarbeit: Im St. Vincenz-Krankenhaus werden Beatmungskapazitäten für die Region ...

Der Kinderhort „Zweite Heimat“ ist inzwischen online

Der Höhr-Grenzhausener Kinderhort „Zweite Heimat“ hat die ersten Gehversuche bezüglich „digitaler Beziehung“ ...

A 48: Kleintransporter total überladen

Am Mittwoch, 8. April wurde der Polizeiautobahnstation Montabaur gegen 7:40 Uhr ein Kleintransporter ...

Rücksichtnahme in Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten

Wenn der Frühling beginnt und die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen in die Natur. Bedingt ...

Notfall-Kinderzuschlag in der Corona-Krise

Der Notfall-Kinderzuschlag ist für alle Familien mit Kindern interessant, die wegen der Corona-Krise ...

Werbung