Werbung

Nachricht vom 18.05.2020    

Chöre in der Region brauchen jetzt Perspektiven

Der Chorverband Rheinland-Pfalz fordert verbindliche Regelungen für die Chormusik in Rheinland-Pfalz. Das Präsidium des größten Verbandes der Amateurmusik im Land bestätigt: „Haben bereits Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt.“

Symbolfoto Archiv Chorverband

Neuwied. Ansteckung alleine über das Singen „höchst unwahrscheinlich“. Studien zweier voneinander unabhängiger Institute belegen, dass eine Ansteckung mit dem Corona-Virus alleine über das Singen „höchst unwahrscheinlich“ ist. Die Forschenden der Bundeswehr-Universität München und an der Musikhochschule Freiburg bewerteten in ihren Risikoeinschätzungen, dass Singen in Gemeinschaft, unter Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien, durchaus möglich ist.

Der Leiter der Münchner Forschungsstudie, Christian Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik, äußerte in einem Interview mit BR-Klassik: „Das Singen ist weniger ansteckend als das Spielen von Blasinstrumenten oder das Sprechen. Hier wird häufig Korrelation mit Kausalität verwechselt. Die Fehler werden im Sozialverhalten untereinander gemacht.“ Unter Einhaltung von Hygienevorschriften, wie unter anderem dem Einhalten der Abstände in Bezug auf die Raumgröße und ausreichendem Lüften, sei nach den quantitativen Forschungsergebnissen eine Ansteckung unmöglich, so Kähler.

CV-Präsident Wolff: „Wir fordern ein klares Signal von der Landesregierung!“

Auf Basis der aktuellen vorliegenden Forschungsergebnisse hat der Chorverband Rheinland-Pfalz dem Land ein erweitertes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt. „Die in unserem Konzept dargestellten Maßnahmen gehen in vielen Teilen über die Empfehlungen der Studien hinaus“, sagt Karl Wolff, der Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz. „Nachdem wir diese Anforderungen der Landesregierung erfüllt haben, fordern wir nun eine verbindliche Äußerung zu weiteren Perspektiven der Chormusik in der aktuellen Situation.“ Chöre und auch Musikvereine können nur in ihrer Gesamtheit das kulturelle Vereinsleben im Land gestalten, so Wolff. „Wir fordern daher ein klares Signal von der Landesregierung und verbindliche Regelungen, insbesondere für die Chöre, damit der Probenbetrieb, wenn auch mit Einschränkungen, wieder aufgenommen werden kann.“



„Der von der Landesregierung in ihrer ‚Zukunftsperspektive‘ genannte Termin für Veranstaltungen im Innenbereich – der 10. Juni – wäre so eine verbindliche Aussage“, fordert das Verbandspräsidium. „Nach aktueller Faktenlage gibt es, sofern die Sicherheits- und Hygienevorgaben strikt eingehalten werden, keinen Grund, das Singen in Gemeinschaft, in den Chören des Landes, so auch generell in Gottesdiensten, weiterhin zu unterbinden.“ Aktuelle Berichterstattungen über „weitere Ansteckungen“ in Chören anderer Länder wurden bereits im März veröffentlicht, seien somit längst bekannt gemacht und demnach nicht wirklich neu.

Großer Abstand bis hin zu Körpertemperaturmessungen

Das Präsidium des Chorverbandes Rheinland-Pfalz stellt in diesem Zusammenhang aber auch klar, dass es sich durchaus um Präsenzproben in kleinen Gruppen, mit entsprechend großem Abstand zueinander handeln würde. Auch Körpertemperaturmessungen vor Eintritt in den Probenraum seien denkbar. Gerade Chorvereine, die aufgrund erster, nicht belegter Negativstudien besonders unter den Restriktionen der Corona-Verordnung leiden, brauchen jetzt schnell und verlässlich Öffnungsperspektiven für die Wiederaufnahme des Proben- und eines späteren Konzertbetriebs.

Einschränkungen sind den Choraktiven kaum noch zu vermitteln

„Durch die lange Stilllegung laufen die Chorvereine auch Gefahr, Mitglieder zu verlieren“, äußert auch der Vorsitzende einer der Kreis-Chorverbände im Land. „Das wäre eine fatale Entwicklung.“ Es stehe außerdem zu befürchten, dass sich Chöre, unter Missachtung geltender Bestimmungen und Hygienekonzepte, ad hoc zusammen fänden. Denn wenn die Lockerungen ab Mitte Juni zunehmend weiter wie beschrieben umgesetzt werden, ohne die Chöre einzubeziehen oder die Positionen der Fachverbände zu berücksichtigen, sei dies den Choraktiven kaum noch plausibel zu vermitteln. (PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Vereine


Männerchor aus dem Westerwald im Kölner Dom: Frohe Stunde aus Weroth gestalteten
Kapitelsamt mit

Die Sänger der "FROHEN STUNDE" aus Weroth erlebten ein besonderes Highlight ihres Jubiläumsjahres. Sie ...

Showtanzturnier in Wirges begeistert mit Vielfalt und Kreativität

In Wirges fand nach der Karnevalssaison ein besonderes Showtanzturnier statt, das zahlreiche Besucher ...

Delegiertenversammlung des Bezirksverbands Marienstatt e.V. in Zisterzienser Abtei

Am Samstag (22. März) versammelten sich die Schützenbruderschaften des Bezirksverbands Marienstatt e.V. ...

Auf den Spuren der Wildkatze - Vortrag in Selters

Am Freitag, 28. März, wird im Stadthaus in Selters ein spannender Vortrag über die Europäische Wildkatze ...

Verein Wäller Helfen startet mit "Junge Helden" in die Zukunft

Der Verein Wäller Helfen hat kürzlich eine neue Jugendabteilung ins Leben gerufen. Die Initiative zielt ...

"Karate Total": Erfolgreicher Lehrgang in Montabaur mit 130 Teilnehmern

130 Karateka konnten einen abwechslungsreichen Lehrgang beim Shotokan-Karate-Dojo Montabaur erleben - ...

Weitere Artikel


Westerwald-Brauerei - Weltweit erste Brauerei-Besichtigung im Auto

Am vergangenen Donnerstag und Freitag hat die Westerwald-Brauerei aus Hachenburg mit der weltweit ersten ...

Erneute Demo in Bad Marienberg

Für den 18. Mai war bei der Versammlungsbehörde die bereits zweite Versammlung unter dem Motto "Demonstration ...

A 48 – Streckensanierung erfordert Sperrung der Ausfahrt Bendorf

Der Landesbetrieb Mobilität, Autobahnamt Montabaur, beginnt in Kürze mit der vorgesehenen Sanierung der ...

Kolumne „Themenwechsel“: Deutschland, die Krimi-Nation

Die Coronakrise ist allgegenwärtig, derzeit bleibt kein Bereich unseres Alltags davon unberührt. Jeden ...

„Wir Westerwälder“ im Dialog mit Vertretern der Landwirtschaft in der Region

Schon Anfang März trafen sich auf Einladung der Gemeinschaftsinitiative „Wir Westerwälder“ die Landräte ...

Freudentag in Enspel: Der Stöffel-Park ist endlich wieder geöffnet

Hurra, nach einer ewig langen Zeit des Hoffens und des Bangens, hat am Sonntag (17. Mai) der Stöffel-Park ...

Werbung