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Nachricht vom 26.11.2020    

Das langsame Sterben der Kultur im Westerwald geht weiter

Wenn Kultur nicht stattfindet, stirbt sie! Diesen derzeit auch im Westerwald spürbaren schleichenden Prozess will die Kleinkunstbühne Mons Tabor aufhalten und hatte deshalb in Kooperation mit der Stadt Montabaur im Dezember in die Stadthalle der Kreisstadt zu einer Corona-Reihe „Folk & Fools - Spezial“ eingeladen. Nach dem erneuten Kultur-Lockdown bis 20. Dezember muss nun alles wieder abgesagt werden.

Eine Corona-Testveranstaltung im Oktober mit der Band Cara in der Stadthalle Montabaur machte noch Hoffnung, aber danach ging nix mehr... Fotos: Klaus Manns

Montabaur. Damit endet das Jahr zwischen Hoffnung und Enttäuschung für die Kulturschaffenden mit viel Frust! „Wir bedauern den weiteren Stillstand sehr, tragen die Einschränkungen aber weiter mit, sie sind leider notwendig“, stellen die Aktiven der kreisweit tätigen Bühne einvernehmlich fest. Dies verbunden mit der Hoffnung auf Sponsorengelder und öffentliche Mittel, wenn es wieder losgehen kann.

Die Absage betrifft folgende Veranstaltungen:
• Samstag, 5. Dezember 2020, 20 Uhr: Feuerbach Quartett (Neue Kammermusik)
• Freitag, 18. Dezember 2020, 20 Uhr: Fatih Cevikkollu (Kabarett) – schon mal verlegt vom 20. November
• Samstag, 19. Dezember 2020, 20 Uhr: Glass Blas Sing (virtuose Flaschenmusik).

Die ehrenamtlichen Kulturschaffenden sehen jedoch mit Blick ins Jahr 2021 auch ein wenig Licht am Ende des Tunnels im weiteren Pandemieverlauf. Ein Grund dafür ist das neue Infektionsschutzgesetz, mit dem kurz vor seiner Verabschiedung in der letzten Woche die Bedeutung von Kunst und Kultur verbessert wurde. Danach sind Kultureinrichtungen (wie auch die Kleinkunstbühne Mons Tabor) nicht mehr nur reine Vergnügungsorte, sondern sie stehen nach unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz. Bei Untersagungen oder Beschränkungen im Bereich der Kultur muss der Bedeutung der Kunstfreiheit jetzt zwingend Rechnung getragen werden. Dadurch wird eine Öffnung der Kultureinrichtungen unter Mitwirkung des Landes leichter möglich. Ein weiterer Grund zu ein wenig Optimismus ist auch durch die nahende Impfung begründet. „Aber wir können trotzdem derzeit nur für einige Monate auf Sicht planen, statt wie üblich meist zwei oder drei Jahre im Voraus“, so die Kleinkunstbühne.



Derzeit ist noch nicht ganz klar, ob in der Woche „zwischen den Jahren“ vielleicht doch noch etwas möglich ist. Die Verantwortlichen der Kleinkunstbühne geben die Hoffnung noch nicht ganz auf und versuchen in Absprache mit den beteiligten Künstlern und der Stadt Montabaur zumindest noch eine der geplanten Veranstaltungen bis Silvester zu ermöglichen. Bleibt abzuwarten, ob das gelingt.

Aktuelle Infos dann gerne per Mail an uli@kleinkunst-mons-tabor.de oder im Internet unter www.kleinkunst-mons-tabor.de. (PM)



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