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Nachricht vom 27.01.2021    

CDU: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sichern

Vielfältige Aspekte der Gesundheitsversorgung erörterten die CDU-Landtagskandidaten Jenny Groß MdL und Janick Pape mit Fachexperten im Rahmen einer Videokonferenz. Zielsetzung der Christdemokraten ist eine wohnortnahe, flächendeckende und bedarfsgerechte medizinische und pflegerische Versorgung.

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Montabaur. Sinnvolle neue Wege wie Medizinische Versorgungszentren (MVZ) oder der Einsatz der Telemedizin sollen weiterverfolgt werden. Es ist davon auszugehen, dass unterschiedliche Beschäftigungsformen verstärkt beim Gesundheitspersonal Einzug halten und die Digitalisierung weiter ausgebaut wird.

Unter Moderation von MdL Jenny Groß nahmen Praktiker, Wissenschaftler und Politiker zum Themenkomplex Stellung. Zu Beginn erläuterte der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen CDU, Christian Baldauf MdL, die Schwerpunkte seines Regierungsprogramms im Bereich der Gesundheitsversorgung. „Das Studienplatzangebot für Mediziner muss endlich ausgeweitet werden. Das Land soll durch stärkere finanzielle Förderung den Investitionsstau bei den Krankenhäusern abbauen. Eine flächendeckende Grundversorgung ist in einem neuen Krankenhausplan sicherzustellen und die Maximal-Fahrzeit bei Rettungseinsätzen soll auf zehn Minuten reduziert werden.“ Um die Attraktivität für den Arztberuf im ländlichen Raum zu steigern, müsse dort auch die Infrastruktur stimmen, so die einhellige Meinung der über 40 Teilnehmer.

Apotheker Michael Geißler (Wallmerod und Nentershausen) machte deutlich, dass nur mit einem ortsnahen Ärzteangebot auch ortsnahe Apotheken wirtschaftlich zu führen sind. „Wir Apotheken sind bereit in eine fortschreitende Digitalisierung zu investieren und hoffen, dass im Kreis die vakanten Arztsitze besetzt werden, damit wir überleben können.“

Hausarzt Dr. Klaus Fischer (Ransbach-Baumbach) konnte über eigene Erfahrungen bei der Nachwuchsgewinnung berichten. Bei den Lösungsansätzen sei zu berücksichtigen, dass die Frauen zumindest zeitweise verstärkt angestellten Teilzeitbeschäftigungen in den Gesundheitsberufen nachgehen wollen. Auch die Landarztpraxen nutzten verstärkt die digitale Unterstützung sowie Entlastungen durch die Versorgungsassistenten bei Hausbesuchen.

Dr. Stephan Krempel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Westerwälder Kreistag, machte deutlich, dass die Christdemokraten auch auf lokaler Ebene Initiativen zum Erhalt oder zu Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung ergreifen. Zukünftig erwartet Krempel deutliche Veränderungen beim Betrieb der ärztlichen Praxen, Praxisgemeinschaften und angestellte Ärztinnen/Ärzte seien offenbar die neue Realität. Neue Entwicklungen seien auch bei den Krankenhäusern in der Zusammenarbeit oder Errichtung von MVZs zu beobachten.

Die veränderte Lebenswirklichkeit in den Gesundheitsberufen sprach auch Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer des Forschungskolleg Siegen (FoKoS), an. Der „60-Stunden-Arzt“ gehöre eher der Vergangenheit an. Ärztinnen/Ärzte achteten stärker auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hierdurch entfallen früher verfügbare „Stundenkontigente“, die zumindest teilweise durch die moderne Telemedizin aufgefangen werden. FoKoS erforsche im Dreiländereck NRW/Hessen/Rheinland-Pfalz Wege zur Nutzung digitaler Formen, um Arztpraxen im ländlichen Raum zu entlasten. Hierzu sei jedoch die Zusammenarbeit zwischen den Hausärzten/Fachärzten sowie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit den Forschungsinstituten notwendig.



Über seine Erfahrungen bei der Ansiedlung von Ärzten berichtete Stadtbürgermeister Janick Pape aus der kommunalen Sicht. Gemeinsam mit Bürgermeister Markus Hof habe er in Westerburg einen Altersübergang sowie einen neuen „Kassenarzt-Sitz“ bei der Umsetzung begleiten und unterstützen können. Wichtig dabei sei jeweils eine gute örtliche Infrastruktur (Schulen, Kulturangebot, Freizeitmöglichkeiten). Angesichts knapper kommunaler Finanzen warnte er jedoch vor einem „ruinösen finanziellen Wettbewerb“ bei der Ansiedlung von Ärzten.

Um eine verlässliche Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum auch künftig sicherzustellen, müssen nach Auffassung des Vorsitzenden des Bundesgesundheitsausschusses, Erwin Rüddel MdB, neue Formen erprobt werden. Notwendig sei eine stärkere Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Die Chancen der Digitalisierung müssten genutzt werden. Auf Bundesebene seien hier entsprechende gesetzliche Initiativen und Projekte in Angriff genommen worden.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag zeigte sich bezüglich der angelaufenen Corona-Impfungen optimistisch. Im Frühjahr erwartet er eine deutliche Entspannung, wenn im Februar weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen und die Hausärzte noch stärker in das Impfgeschehen eingebunden werden können. Schließlich bewältigen die Hausärzte jährlich etwa 25 Millionen Grippe-Impfungen.

MdL Jenny Groß dankte abschließend für die angeregten und vielfältigen Diskussionsbeiträge. „Wir haben heute wichtige Aspekte der Gesundheitsversorgung angesprochen und von Experten gehört, was an vielen Stellen getan werden muss. Wünschenswert ist ein Abbau von Bürokratie. Neben möglichst guten Rahmenbedingungen von Bundes- und Landesebene müssten die konkreten Lösungen jeweils vor Ort gefunden werden. Hierfür ist jedoch das Gespräch zwischen allen Beteiligten notwendig, zu der ich aufrufen möchte.“ Sie sei optimistisch, dass die Telemedizin hier zukünftig einen wichtigen Beitrag leisten werde. (PM)


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